casa-colibri-sosua
Heute am Freitag, 16.05.08 wählt das dominikanische Volk Ihren neuen Präsidenten.
Hier in Sosua ist bisher alles ruhig. Die Stadt scheint wie ausgestorben zu sein. Nur wenig Verkehr auf der sonst stark befahrenen Hauptstraße. Alle großen Supermärkte, die Banken, viele Geschäfte, Restaurants und Colmados sind geschlossen.
Die Straße zum Rathaus ist auf beiden Seiten gesperrt und von schwer bewaffneten Militär bewacht. In einer Seitenstraße sind Wagen der Ambulanz in Stellung gegangen....für alle Fälle!!!
Überall in den Straßen auffallend viel Polizei und Militär zu sehen, Wahlen in diesem Land sind meistens mit Unruhen verbunden, es ist zu hoffen, dass alles friedlich, wie bisher verläuft.
So, das war eine kleine Reportage zum bisherigen Ablauf der Wahlen in Sosua.
Wie ist denn die Stimmung und der Ablauf der Wahlen in anderen Orten der Inselrepublik?
TimH
Ganz genauso. Sehr ruhig und es geht alles seinen Gang. Bisher keine Ausschreitungen.
angua109
in santo domingo's innenstadt bin ich nicht gewesen, aber hier in arroyo hondo war es wie ausgestorben. mal sehen wie es am samstag aussieht...
TimH
Die Wahllokale haben vor eineinhalb Stunden geschlossen. Also von Ruhe ist jetzt nicht mehr viel zu spueren. Langsam wacht der Ort auf. Musik klingt und die ersten Biere werden getrunken.
Die Praepotentesten von allen verkuenden zumindest in Jarabacoa einen Sieg gegen die Regierung und brechen die vorgeschriebenen Gesetze.
Ex-Vorsitzender des Kongresses Alfredo Pacheco (PRD) sprach eben auf CDN durch die Blume von einem "positiven" Ergebnis .
Na ja, Hauptsache es macht Spass und meine Frau ist ganz aus dem Haeuschen.
Dabei hatte ich mich schon fuer heute Abend auf gruenen Tee eingeschworen.
Sollte es doch eine Ueberaschung geben ? So ganz kann ich das alles nicht glauben.
Pikobello
Ich war heute in den Stadtteilen Mendoza und Villa Carmen im Ostteil von SD unterwegs,zum einen weil ich einige Familienmitglieder zu deren Wahllokalen brachte und zum anderen,weil auch ein Familienmitglied einem Wahllokal uebersteht.In diesem hat die PLD,also Leonel, die Oberhand behalten.Die Strassen waren aber voll mit Menschen,alles wartet auf das Ergebnis,
um dann zu feiern oder seinen Frust zu ertaenken,wie auch immer...
saludos Frank
TimH
Mittlerweile wohl Zweites, Frank...
aber als Lokalpatriot muss ich sagen: "!Jarabacoa se quedo consciente!" Nur nuetzt es nichts.
Jei
Tim man merkt, du lebst in einer "Weißen" Region
TimH
Jei, traditionell ist Jarabacoa eine rote, reformistische Region.
Jei
Laut Umfragen ist die Region auch eine Hochburg der PRD, aber die vergleichen meist nur noch die 2 großen, vielleicht kommt es daher, ist auch unwichtig,
die Ergebnisse aus Bulletin 1 haben sich bestätigt im 2.
Das sind nun die Fakten.
TimH
Genau. Aus. sollen sich alle auf die totale Zweiklassengesellschaft freuen.
Jei
"Zweiklassengesellschaft" Das ist der Trend global, egal in welcher Staatsform, leider.
Einzige Sicherheit ist dabei Bildung / Weiterbildung.
TimH
Ja einverstanden, Jei. Es geht aber noch weiter....Wie soll das aber funktionieren wenn man selbst in hoeheren Positionen nicht einmal mehr den Standard halten kann. Ich wuerde sogar weiter gehen und sagen, dass das was im Augenblick mit der Hochpreispollitik passiert in direktem Verhaeltnis zu den grassierenden Wirtschaftsunionen auf mundialer Ebene steht. Was hat CAFTA bewirkt ? -Genau , einseitige Abhaengigkeiten zu den Herstellungslaendern. Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie fuer veraltete Technologie hier in die Tasche gegriffen werden soll.Trotz der angeblich fairen Handelsbedingungen. Hier werden Schulden erzeugt die die Kinder der jetzigen Kinder niemals zurueckzahlen koennen.
Diese Abhaengigkeiten unterstuetzen nur die Gebahren der Machthaber und deren Kontrolleure,
Eine Chaosregierung a la Maldonado unterbricht ansatzweise diese Machtvorhaben.
Na ja, hoffen wir auf da Beste. Irgendwann werden die Leute aufwachen..
Jei
"Abhaengigkeiten" genau das ist der Punkt
Außenpolitik oder sg. Entwicklungspolitik hat in den aller meisten Fällen zu Abhängigkeiten geführt. Nun kommt ein Wandel durch den Aufschwung in Asien, den die sg. Industriestaaten "noch" nicht kontrollieren können.
Das Beispiel Haiti zeigt die Perversität dieser Machenschaften und Abhänigkeiten. Über 70% des Reis, der in Haiti verzehrt wird, stammt aus den USA. Der haitianische ist zu teuer für das eigene Volk, deshalb kauft man den US-subventionierten. Das System ist kaputt.
Blickt man weiter, erkennt man, oder auch nicht, dass sich der Welthandel auf 2 Dinge stützt: 1. Devisen und Rohstoffgeschäfte und 2. Schulden
Gewinne weden nicht mehr mit der Produktion gemacht, sondern mit dem Geld anderer Leute. Dieses Kartenhaus bricht nun langsam zusammen, siehe US-Immobilien.
Und am Ende der Kette sind die schwächsten Glieder, die es am härtesten trifft, da es kein Puffer nach unten gibt und kein Sozialnetz, das dich fängt.
Da die DR noch immer in die hintere Positionierung der Staaten gehört (Analysten sagen ins dritte Viertel) trifft die schwierige globale Lage in diesem Land große Massen an Menschen.
Glaube nicht, dass dies in D anders ist, es trifft die Menschen nicht so hart, aber schränkt sie ein. Ein einfaches Handwerkergehalt reicht heute nicht mehr aus, um eine 4-köpfige Familie zu ernähren und einen durchschnittlichen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Auch hier steigen die Preise und zwar fast alle, auch oder besonders die grundlegenden wie Lebensmittel, Treibstoff und Energie. Die Menschen werden in Billigjobs gedrängt, die Tarif ungebunden sind und sozial nicht abgesichert. Der Reallohnverlust steigt dramatisch, mit allen Folgen daraus.
Es kommt wie es kommt, z.Z. schaut jeder wie er durchkommt und der Egoismus und die Kriminalität steigen - hier wie dort.
TimH
Wie schon andere Stelle mal hier bemerkt wurde: Es sollte uns nichts angehen.Allerdings hatte gerade Familie meiner Frau grosse Hoffnungen. Das ist aber auch wieder egoistisch und die Katze beisst sich in den Schwanz.
Einfach versuchen locker zu bleiben und notfalls den Preisanstieg als Anbieter mitmachen (auch wenn es mir echt fuer meine Kunden weh tut).
@Casa Colibri : Ws kostet denn z.B. durchschnittlich eine Unterkunft fuer einen Single/fuer ein Doppel pro Tag in Sosua ?
casa-colibri-sosua
Die Dominikaner haben gewählt und sich mehrheitlich wieder für den bisherigen Amtsinhaber Leonel Fernández Reyna entschieden.
Das vorläufige Wahlergebniss spiegelt einen souveränen Sieg von Leonel wider, der mehr als 53% der Stimmen auf sich vereinigen konnte.
Sein wichtigster Herausforderer Miguel Vargas Maldonado von der PRD kam lediglich auf etwa 40%.
Das Titelblatt von der Zeitung "Listin diario" schreibt auf ihrem Titelblatt von einem triumphalen Sieg der PLD und zeigt einen glücklichen Leonel.
Hier in Sosua ist der Alltag wieder eingekehrt, die Hauptstraße ist wie immer mit hupenden und ungeduldigen Autofahrern verstopft, die Supermärkte und Banken haben wieder geöffnet, die gestrige Ruhe in den Straßen ist vorbei und der karibische Lebensalltag ist in Sosua wieder zurückgekehrt.
So weit bekannt gab es hier keine nennenswerten Zwischenfälle, alles verlief ruhig und friedlich.
haitiano
Präsident Leonel Fernández für weitere vier Jahre gewählt
Der dominikanische Präsident Fernández ist für eine weitere Amtszeit gewählt worden. Sein Wahlsieg dürfte in erster Linie auf seine wirtschaftliche Stabilitätspolitik zurückzuführen sein. Die Opposition kritisierte die Verwendung staatlicher Ressourcen im Wahlkampf.
wjm. Buenos Aires, 18. Mai
Der dominikanische Präsident Leonel Fernández vom liberalen Partido de la Liberación Dominicana (PLD) ist am Freitag von den Wählern in seinem Amt bestätigt worden. Damit wird Fernández, der die Dominikanische Republik seit 2004 regiert und ausserdem bereits von 1996 bis 2000 dieses Amt ausgefüllt hatte, vier weitere Jahre die Geschicke des Inselstaates bestimmen. Der Präsident übersprang laut dem provisorischen Resultat bereits im ersten Wahlgang mit 53,5 Prozent der Stimmen die 50-Prozent-Hürde, was einen zweiten Wahlgang unnötig macht. Sein schärfster Konkurrent, der Sozialdemokrat Miguel Vargas vom Partido Revolucionario Dominicano (PRD), erreichte 40,7 Prozent der Stimmen.
Zwei ideologische Blöcke
Damit haben sich in der Dominikanischen Republik zwei klar definierte ideologische Blöcke herausgebildet, welche den grössten Teil der Wählerschaft abdecken, der liberal ausgerichtete PLD und der sozialdemokratische PRD. Der Partido Reformista Social Cristiano des 2002 verstorbenen Joaquín Balaguer – des Mannes, der zwischen 1960 und 1996 die Politik in der Dominikanischen Republik dominiert hatte – ist hingegen zur Splitterpartei geschrumpft. Sein Kandidat erreichte gerade noch 4 Prozent der Stimmen.
Der Wahlgang verlief bis auf vereinzelte Ereignisse ruhig, wie auch die 70 Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten konstatierten. Am Schluss der Wahlkampagne war es letzte Woche im Landesinnern zu blutigen Auseinandersetzungen mit drei Todesopfer gekommen. Gewalttätigkeiten haben bei Wahlkämpfen in der Dominikanischen Republik Tradition. Im Urteil des Sprechers der obersten Wahlbehörde handelt es sich bei der diesjährige Wahl um die friedlichste in der Geschichte des Landes.
Stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik
Der Schlüssel zu Fernández' Wahlsieg dürfte dessen stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik gewesen sein. Es gelang dem Präsidenten in den letzten vier Jahren, die Inflation auf einstellige Werte zu reduzieren und ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von 8,5 Prozent zu erzielen. Dies war möglich dank seiner rigorosen Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, nachdem sein Vorgänger im Durchschnitt jährliche Defizite von 3 Milliarden Dollar produziert hatte.
Doch auch Fernández kam nicht darum herum, die soziale Unzufriedenheit unter den ärmeren Schichten mit massiver Subventionierung des Energiekonsums und der Grundnahrungsmittel zu dämpfen. Rund 1,2 Milliarden Dollar aus der Staatskasse verwendete er allein im letzten Amtsjahr zur künstlichen Verbilligung der Energiepreise und fast 200 Millionen Dollar, um die Nahrungsmittel für die Armen erschwinglich zu halten. Eine Sanierung der maroden staatlichen Elektrizitätsgesellschaft ist ihm bisher nicht gelungen. Die ständig wachsenden Kosten für diese Subventionen dürften denn auch die grösste Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität darstellen, da auf dem internationalen Markt sowohl die Rohöl- wie die Nahrungsmittelpreise weiterhin steigen.
Keine Gratulation des Verlierers
Die Opposition hatte Fernández im Wahlkampf vorgeworfen, er habe die wirtschaftliche Stabilisierung auf Kosten sozialer Unsicherheit betrieben. Weitere Angriffspunkte waren eine Reihe von Korruptionsskandalen in der Umgebung des Präsidenten. Fernández wurde ausserdem die systematischer Verwendung staatlicher Ressourcen für den Wahlkampf zur Last gelegt. Nach der Wahl anerkannte Miguel Vargas zwar umgehend den Sieg von Fernández, weigerte sich aber, diesem zu gratulieren, da das Resultat in signifikanter Weise die unverschämteste Verwendung staatlicher Ressourcen reflektiere.
(Quelle: Neue Zürcher Zeitung)
Jei
Die Partido Reformista Social Cristiano (PRSC) ist der große Wahlverlierer.
Nicht nur, dass die Partei unter 5% der Stimmen gefallen ist
und der Rücktritt der Führungsspitze aus den eigenen Reihen gefordert wird,
auch finanziell büßt die Partei ein.
So wird die PRSC vom Zentralen Wahlrat (JCE) über RD$ 200 Millionen weniger Zuschuss aus der Staatskasse erhalten,
welche aus den Stimmanteilen berechnet werden.
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http://www.hispaniolanews.de/joomla/inde...d=1208&Itemid=1