Wiederwahl des Präsidenten gefährdet?

Jei
Ich habe mal drei Wahlumfragen der letzten Tage zusammengefasst, die auf eine mögliche Wende bei den Präsidentschaftswahlen im Mai hindeuten, nachdem Leonel Fernandez schon wie der sichere Sieger aussah:

http://www.hispaniolanews.de/joomla/inde...id=898&Itemid=1
Planner
Trotz allem; auch wenn Fernandez im Moment ziemlich arrogant rüberkommt und die Nase vore lauter Siegesgewissheit ziemlich hoch trägt, glaube ich nicht, dass er bei den Alternativkandidaten ernsthafte Probleme haben wird. Die meisten Leute haben den Niedergang zwischen 2000 und 2004 noch nicht vergessen.

Nebenbei: Wieso kann er im zweiten Wahlgang nur 51% erhalten, wo doch nur zwei Kandidaten antreten dürfen und Vargas auf 34% veranschlagt wird? Wo sind die fehlenden 15%? Wandern die zwischen den beiden Wahlen aus?
Jei
@Planner:

Die fehlenden 15% waren die Unentschlossenen, und die welche keine Angaben machten.
Manchmal entwickelt so ein Trend eine Eigendynamik und die Arroganz, welche Leonel an den Tag legt, war sicher nicht dienlich.
Auch die Unsummen aus dem Haushalt, die für den Wahlkampf verblasen werden, werden sicher keine Freude bei den Menschen auslösen, die ihre Kinder in Schulen ohneTische und Bänke schicken müssen usw.
Leider ist die Konkurenz nicht besser!
CUCO
@Planner

Wir konnten es einige Male live miterleben - mit Leonel verglichen wirken die Gegenkandidaten farblos. Ich denke, seine Art und Weise sich zu verkaufen kommt beim Gros der Bevoelkerung einfach besser an - deshalb steht er fuer mich als Wahlsieger fest.
Planner
Und irgendwie macht er wohl auch die bessere Politik. Ich kann mich noch erinnern, dass zum Ende seiner ersten Präsidentschaft die Kreditwürdigkeit der DR aufgewertet wurde und sie das drittbeste Rating für Lateinamerika (nach Chile und Costa Rica) bekam. Der Peso stand gleichwertig mit dem Österreichischen Schilling und war seit 1997 im weserntlichen stabil, zuletzt bei 8 pesos für eine Mark, entsprechend 16 für den Euro.

Vier Jahre später stand der Euro bei 64 Pesos, die DR brauchte einen Notkredit vom internationalen Währungsfonds, in Santiago wurde regelmäßig der Strom abgeschaltet (war abends immer schön von Camp David aus zu sehen, wie Quartier um Quartier die Stadt verdunkelt wurde).

Vor der Korruption hat er wohl aber auch resigniert. Ich kann mich erinnern, dass in 97 und 98 große Antikorruptionskampagnen sogar mit Fernsehspots liefen. Jetzt ist das überhaupt kein Thema mehr.
CUCO
Richtig! Das Problem Korruption in diesem Land ist so schnell nicht zu loesen. Andere, hptsl. suedamerikanische Laender, versuchen das schon viel laenger...
TimH
Zitat:
Und irgendwie macht er wohl auch die bessere Politik. Ich kann mich noch erinnern, dass zum Ende seiner ersten Präsidentschaft die Kreditwürdigkeit der DR aufgewertet wurde und sie das drittbeste Rating für Lateinamerika (nach Chile und Costa Rica) bekam. Der Peso stand gleichwertig mit dem Österreichischen Schilling und war seit 1997 im weserntlichen stabil, zuletzt bei 8 pesos für eine Mark, entsprechend 16 für den Euro.


Leonel 96-00 war ein anderer als der jetzige Machthaber Leonel. Fuer die Mehrheit der Bevoelkerung ist die Situation in den vier Jahren seiner derzeitigen Regentschaft nicht besser geworden, sondern hat sich eher verschlechtert.

Frueher galt: Ist die PRD am Ruder klauen die Machthaber aus den oeffentlichen Toepfen mit zwei Haenden, die PLD wuerde dazu nur eine Hand nehmen. Mittlerweile steht die PLD aber der Vorgaengerregierung in Selbstbedienungsmentalitaet in nichts nach bzw. sie sind sogar noch schlimmer: Es wird ganz oeffentlich die Erlaubnis erteilt, seine Macht zu missbrauchen, sich selbst das auszubezahlen, was man fuer richtig hael und anscheinend reicht es immer noch nicht. Alles angeblich fuer den Kampf gegen die Korruption. Eine Studie besagt, dass der Durchschnittsverdienst eines normalen Arbeitnehmers oder Kleinunternehmers so gering ist, dass dieser 30 Jahre lang arbeiten muesste um auf das Monatsgehalt eines Funktionaers zu kommen. Die Auslandsschulden haben sich seit dem Machtantritt mehr als verdoppelt. Die Hochpreispolitik sorgt fuer schlimmere soziale Verhaeltnisse als zu Zeiten Hipolitos. Die PLD hat ueberall versagt: Bildungssektor, medizinische Versorgung der Bevoelkerung, Korruption und andere Kriminalitaet, ....man kann fast alle wichtigen Bereiche nennen.

"Gut", wird der eine oder andere jetzt sagen, " ...aber die Bauten und die verbesserten Strassen und die Wirtschaftsstabilitatet..." Dann muesste ich erwidern: die Wirtschaftsstabiltaet existiert nur auf den von Regierungsinstitutionen herausgegebenen Papieren die zu Propagandazwecken veroeffentlicht werden und natuerlich die wirtschaftliche Stabilitaet auf den Konten der PLD-Beguenstigten....zugegebenermassen hat dieses nach aussen gekehrte positive Stimmungsbild dann doch den ein oder anderen Investor gelockt aber eben auch den einen oder anderen nach ausgiebiger Recherche wieder verschreckt.

Was die Strassenbauten/reperaturen angehen...irgendwo muss man ja wenigstens etwas vorzeigen, bei den Unsummen die speziell im Ausland erbettelt worden sind. Das so manche Bauten und Strassen privat finanziert wurden, auch wenn man so tut, dass man es aus eigener Anstrengung geschafft hat, ist eine andere Geschichte.

Ich halte deswegen dieses Mal bei den Wahlen fuer die andere Diebesbande.Zumindest preislich wuerde es bei den Lebenskosten wieder etwas angenehmer werden.

Ansonsten: Politiker sind wie Windeln---man muss sie oft wechseln....aus dem immergleichen Grund.