Umgang mit Geld

Alexi
mich würde interessieren , wie ihr euren "Lieben" den Umgang mit Geld beibringt ( oder beigebracht habt ) - sowohl hier in Deutschland als auch drüben ??
Mercury
Zitat:
Original von Alexi
mich würde interessieren , wie ihr euren "Lieben" den Umgang mit Geld beibringt ( oder beigebracht habt ) - sowohl hier in Deutschland als auch drüben ??



Hmm... also meine Frau ist alt genug um mit Geld umgehen zu können!
Ich verstehe die Frage vielleicht nicht richtig?????!!!!!

Alexi
na ja habe so den Eindruck das die Dominikaner (ok ok bevor es Diskussionen gibt - viele Deutsche auch nicht) nicht wirklich mit Geld umgehen können
- ( die meisten hatten ja noch nie wirklich viel Geld in der Hand )
- würde mich also interessieren
- zum Beispiel wenn sie rüberkommen und hier leben ( wie bei Peter oder rheinkraft ) - wie man ihnen beibringen kann mit dem vorhandenen Geld auszukommen ?
Alejandrina
Ich habe nie in der Dominikanischen Republik gelebt, somit habe ich nie Einblick in die Finanzen meines Mannes gehabt. Er hat dort sein Geld verdient und ich habe ihn nie finanziell unterstützen müssen.

Nachdem er nach Deutschland einreiste, fand er sofort einen Job und er bekam sein eigenes Girokonto. Er gibt mir monatlich einen festen, abgesprochenen Betrag zum Lebensunterhalt und der Rest seines Geldes steht ihm zur freien Verfügung.

Meiner Meinung nach kann man den Umgang mit Geld nicht direkt beibringen. Ich denke, dass am Anfang die Augen immer noch größer sind als das Einkommen (geht mir ja auch manchmal so) und man eher dem Konsum verfällt. Das Angebot und die Auswahl an Waren ist hier schon verführerischer als auf der Insel. Mein Mann hatte da schon einen Nachholbedarf und hat sich neue Kleidung gegönnt; er ist der Meinung, dass die Qualität hier in allem höher ist. Irgandwann merkte er dann aber, dass das Geld schnell zur Neige geht und mittlerweile hält er es zusammen um auf langfristige Ziele zu sparen.

Ich lebte ihm auch immer einen wirtschaftlichen Umgang mit Geld vor und den hat er sich von mir abgeguckt. Eigene Erfahrungen mit leichtsinnigem Geldausgeben taten dann sein Übriges!

Nachtrag:
Bei den Angehörigen auf der Insel gilt: Geld muß verbrannt werden! Es muß so schnell wie möglich unter die Leute. Vor allem Geld, dass nicht erarbeitet wurde sondern vom reichen Sohn aus Europa mitgebracht wurde, wurde häufig "zweckentfremdet" für unnützes Zeug
ausgegeben. Seitdem hat mein Mann die Hilfe stark reduziert. D.h., es werden Anschaffungen direkt von ihm vor Ort getätigt und in seltensten Fällen gibt er noch Bargeld. Zum Glück ist er da auch lernfähig gewesen!
Planner
Zitat:
Bei den Angehörigen auf der Insel gilt: Geld muß verbrannt werden! Es muß so schnell wie möglich unter die Leute.


Das gilt für viele Dominikaner.

Vor allem bei armen Leuten ist es ja auch so, dass wenig Geld und viele Rechnungen im Hause sind bzw. immer mehr Bedarf als verfügbares Geld da ist. Wenn dann mal Geld reinkommt, gibt es immer genug Anschaffungen zu tätigen, so dass Geld wirklich nie lange im Hause bleibt.

(Wobei Bedarf auch sehr relativ ist. Wieso man unbedingt Kabel-TV braucht, auch wenn man das Wasser nicht bezahlen kann, werde ich wohl nie richtig verstehen)

Aber diese Verhaltensgewohnheiten- kaufen, solange Geld da ist - schleifen sich schon ein und sind gar nicht so einfach abzulegen. Es hilft dabei, das Geld in Etats einzuteilen und die Leute damit um jedme preis auskommen zu lassen, d.h. ist das Geld weg, kommt bis zum nächsten Termin auch kein Neues. Das kann man mit Überweisungen in die DR so halten und mit Taschengeld hier. Und wenn man dann einige Tage mit leerer Börse rumlaufen muss, dann hat das schon einen gewissen Lerneffekt
Leni-P
@ Planner

naja oder sie leihen sich dann was, weil sie ja wissen es kommt sowieso wieder "Nachschub" und so landen sie dann irgendwann in einem unüberschaubaren Kreislauf, dessen sie nicht mehr Herr werden!
Mercury
Zitat:
Original von Planner
Zitat:
Bei den Angehörigen auf der Insel gilt: Geld muß verbrannt werden! Es muß so schnell wie möglich unter die Leute.


Das gilt für viele Dominikaner.



Nun in der Hinsicht habe ich diese Erfahrung gar nicht gemacht, deshalb tu ich mir etwas schwer damit, dies zu beurteilen!
Die Familie meiner Frau hat ja alles und auch Arbeit...Geld ist also kein Thema...Und meine Frau hat, als sie hier war auch gesehen das ich auch Arbeite um mir den ganzen Luxus leisten zu können! Und von daher bin ich froh das es in der Hinsicht keine Unstimmigkeiten gibt...

hasta luego
Augenzwinkern
tonif
Zitat:
Und meine Frau hat, als sie hier war auch gesehen das ich auch Arbeite um mir den ganzen Luxus leisten zu können!

@Mercury: Was meinst Du mit "Luxus"? Was verstehst Du unter "Luxus"? Und "was" unter "weniger..." bzw. "mehr Luxus"? Ich meine, im Vergleich zu was, im Vergleich zu wem?

Dem einen bedeutet eine "eigene" Zahnbürste purer "Luxus", die andere "weint", weil der Nachbar einen "7-er" fährt (NICHT 'hat'!!!), selbst aber nur einen "3er". Beide (BM's) zwar uralt ...und mit abgefahrenen "Sliks" im Winter unterwegs (sind). :lol:

Ciao. :lol:
Mercury
Zitat:
Original von tonif
Zitat:
Und meine Frau hat, als sie hier war auch gesehen das ich auch Arbeite um mir den ganzen Luxus leisten zu können!

@Mercury: Was meinst Du mit "Luxus"? Was verstehst Du unter "Luxus"? Und "was" unter "weniger..." bzw. "mehr Luxus"? Ich meine, im Vergleich zu was, im Vergleich zu wem?

Dem einen bedeutet eine "eigene" Zahnbürste purer "Luxus", die andere "weint", weil der Nachbar einen "7-er" fährt (NICHT 'hat'!!!), selbst aber nur einen "3er". Beide (BM's) zwar uralt ...und mit abgefahrenen "Sliks" im Winter unterwegs (sind). :lol:

Ciao. :lol:


Was möchtest du jetzt hier lesen?
Das ich dir aufzähle was ich alles habe?
Das ich hier "angeben" muss?

Ne, oder???

Na gut, einen Hinweis: Mein Tagessatz den ich Verdiene dürfte so bei dir
ein drittel monatsgehalt sein!
einer meiner autos hat einen stern und ist ein 12 Zylinder verbrauch 25 liter...(bezahlt und nicht auf kredit)
2 Wohnungen
6-8 mal in der RD

zufrieden????
carapapa
Und Du willst mich dann in meinen aermlichen Verhaeltnissen hier besuchen? Fuehle mich geehrt ! (meines es ernst !) :lol:
Freu mich auf Deinen Besuch.
Mercury
Zitat:
Original von carapapa
Und Du willst mich dann in meinen aermlichen Verhaeltnissen hier besuchen? Fuehle mich geehrt ! (meines es ernst !) :lol:
Freu mich auf Deinen Besuch.


Sorry, ist sonst nicht meine Art, aber...ich konnte nicht anders...!

Und Du mach Dir deshalb keinen Kopf...es ist überhaupt nicht wichtig was einer wie und wieviel hat!!!!!!!!!

Ich freu mich immer neue Leute kennen zu lernen, also stell ein bier kalt und gut!
carapapa
... wenn Strom da ist, isset kalt ! :lol:
Mercury
Zitat:
Original von carapapa
... wenn Strom da ist, isset kalt ! :lol:


DASS is ja mal en Wort
carapapa
Naja, meine Frau musste mir erst einmal den Umgang mit Geld beibringen, weil ich war es auch nicht gewohnt war mit 800 Euro im Monat mit 4 Personen ueber die Runden zu kommen. Von daher hat sie mir den Umgang beigebracht.
Mercury
Zitat:
Original von carapapa
Naja, meine Frau musste mir erst einmal den Umgang mit Geld beibringen, weil ich war es auch nicht gewohnt war mit 800 Euro im Monat mit 4 Personen ueber die Runden zu kommen. Von daher hat sie mir den Umgang beigebracht.


da muss ich dir zustimmen...als meine hier war in D hat sie mich des öfteren von unseren besuchen in der Einkaufspassage abgehalten wieder was zu kaufen, was ich eigentlich ja so gar net gebraucht habe!!!



also, man lernt eben nie aus Augenzwinkern
Jei
Frage:

Ist es typisch Deutsch, typisch Dominikanisch oder typisch Frau, dass es geliebt wird mit vollem Geldbeutel einzukaufen?
Mercury
Zitat:
Original von Jei
Frage:

Ist es typisch Deutsch, typisch Dominikanisch oder typisch Frau, dass es geliebt wird mit vollem Geldbeutel einzukaufen?


nun ehrlich gesagt hab ich mir darüber noch nie einen kopf gemacht...
ohne Geld macht es halt nicht so viel spaß....
Alexi
@ alejandrina

danke - genau solche Beispiele habe ich gemeint ...
Bachatera
Mein Mann konnte schon immer mit seinem Geld haushalten, früher hat er sein Geld (wenn er was hatte) immer gespart auf einem Sparbuch, oder aber (typ. dominikanisch) die Reserven in Gold angelegt, sprich wenn jemand aus der Familie krank wurde, hat er Goldschmuck von sich verkauft.

Als er nach D. kam, war ich noch im Referendariat und hatte für uns biede 1000Euro pro Monat um alle Kosten zu bestreiten, er hat dann Zeitungen ausgetragen (macht er nach all den Jahren immer noch zusätzlich) und kam mit den 140Euro, die er bekam, aus. Hat dann sogar gespart, sich ein billiges Auto (einen uralten Polo für 400Euro gekauft) noch einen Zeitungsjob angenommen und diesen aufgemöbelt.
In der Lehre hat er sein Lehrlingsgehalt, über das er verfügen konnte.Musste davon aber Auto, seine Versicherungen (Rente, private KV, Berufsunfähigkeit.... ) bezahlen, seine Kleidung kaufen, Sprit, wenn er ausgeht usw..

Geldprobleme hat er nie.

Seine FAmilie: Ganz so krass wie bei Alejandrina beschrieben ist es nicht, natürlich brauchen sie immer was, kommen aber auch ohne unsere Hilfe über die Runden.
Eigentlich arbeiten alle meistens, manchmal mit kurzen Unterbrechungen.
Ich muss dazu sagen, dass mein Mann aus sehr armen Verhältnissen kommt, keiner von seiner Famile arbeitet in einem gelernten Beruf, die Mutter kann nicht lesen und schreiben, der Vater nur ein wenig.
Der Vater hat einen kleinen Colmado, der aber nicht viel abwirft, da er so viele anschreiben lässt. Die zweite Frau des Vaters (hat er aber schon über 20Jahre) arbeitet im Hotel als Putzfrau. Mit ihr hat der Vater 4 Kinder.
Die Schwester meines Mannes war zwar länger in der Schule, hat aber nichts gelernt, früh geheiratet, drei Kinder und der Man ist jetzt weg (waren aber über 10Jahre zusammen). Nun war sie lange arbeitslos und brauchte etwas Hilfe.

Generell kenne ich aber viele Dominikaner, die irh Geld am selben Tag, wo sie es bekommen, ausgeben. Ein Beispiel dazu:
Vor über 10Jahren war ich mal mehr oder weniger mit einem Dominikaner zusammen, der ursprünglich aus San Juan kam (mehr im Süden der Insel). Er hat dann rumgeprahlt, sein Vater habe zwei Häuser, er wolle uns einladen (meine Mutter und mich). Wir dachten dann:"oh, zwei Häuser, die müssen ja Geld haben.", sind mit ihm dahin gefahren. Kurz vor der FAhrt (am selben TAg) hatte er seinen Lohn bekommen (ich glaube, er hat Time-sharing gemacht oder eine andere Provisionstätigkeit). Er hat dann sein Ticket bezahlt, hat auf der Fahrt bei jedem Halt Essen gekauft für uns und ihn, als wir in San Juan waren, war sein Geld fast weg. Folglich mussten wir dort alles bezahlen, auch seine Rückfahrt.

Zu den zwei Häusern: Es waren zwei unverputzte Steinhäuser. Wir durften in einem der beiden schlafen (meine Mutter und ich), das Bett war eine Matratze auf vier Steinen, so durchgelegen, dass in der Mitte ein Riesenloch war, wo man automatisch reinkullerte. Als wir morgens aufwachten, war in dem zweiten Zimmer (Wohnzimmer) ein Riesentumult, sie haten angefangen, die unverputzten Wände für uns weiß zu streichen. :lol:

Das ist aber ein anderes Thema.
Gruß Bachatera
yenene
Das was ich hier über die typischen Verhaltensweisen Dominikaner und Geld
schon alles so gelesen habe...ohlala.

Mein Partner ist da anders, Gott sei Dank!
(...weiss nicht ob es an der anderen Nationalität liegt / Haitianer?)
Das war für mich aber auch ein ganz wichtiges "Prüfkriterium".

Er hat bis jetzt ganztags (mit unsicherem Gehalt - Provision) an 6 Tage wö. gearbeitet, anschließend abends Mo. - Do. an der Uni studiert und alle Kosten selbst bestritten.
Er hat immer gespart so gut er konnte, allein schon weil sein Einkommen nicht gesichert war und das nach Möglichkeit nie angetastet.
Und wann immer Not am Mann war ohne zu zögern jemand anderen geholfen
- selbst wenn es ihm selbst schwer fiel - aber umgekehrt nicht in Krisenzeiten um Unterstützung gebeten.

So konnte er gestern seinen Flug selbst buchen und bezahlen sowie auch die letzten Übersetzungen und Legalisationen.
Meine Unterstützung ist dadurch nur noch für´s Übergepäck nötig.

Wir sind beide gewohnt sehr knapp zu wirtschaften und haben langfristige Ziele, für die wir Einschränkungen in Kauf zu nehmen bereit sind.

Ein wesentlicher Unterschied ist aber sicher, dass Geld trotz Knappheit und der Tatsache, dass es schwer verdient wurde, nicht so den Menschen regiert oder daran so festgehalten wird.
Das heisst, selbst wenn man selbst noch nicht weiss, ob es reichen wird für die nächste Miete oder Studiengebühr wird einem anderen erstmal geholfen - wenn nötig und möglich.

Geld ist nicht so ein Riesenthema wie hier.
Bzw. es ist ganz selbstverständlich damit großzügig zu sein bzw. alles in einen Topf zu schmeissen, jeder wie er kann, auch und gerade in einer Partnerschaft und das nicht aufzurechnen.
Aber eben auch Anschaffungen abzusprechen.

Insofern bin ich guter Hoffnung, dass wir auch das hier relativ problemlos hinkriegen werden.
Zumindest solange sich in der Heimat nicht Notfälle ergeben (aber da ist bei der Familie dann wohl auch davon auszugehen, dass sie sich nach Möglichkeit selbst behilft - und es ansonsten auch tatsächlich nötig und wichtig ist zu unterstützen; haben alle echte moralischen Werte).


Für alle anderen denke ich, wird es gut sein, nicht zu großzügig verwöhnt und freigehalten zu werden; die Praxis lehrt immer noch am besten!
Wieviel Stunden muss ich hier richtig was leisten für ein paar Euro, wieviele Abzüge habe ich, was bleibt mir davon - und wie schnell ist das weg?
Das selbst zu erfahren ist glaube ich der beste Lehrmeister, denn hier ist ja auch kein Schlaraffenland.

So wünsche ich allen mit PartnerInnen, deren Geldbörse locker sitzt, dass das deren Lernvermögen groß genug ist und sich die Diskussionen darüber drastisch verringern!