Die Lage in Haiti spitzt sich weiter zu

Jei
Beim Inselnachbarn der DR spielen sich seit Tagen dramatische Szenen ab. Bei Protesten kam es zu mehreren Toten. Die UN ruft das Volk, von dem die hohen Lebensmittelpreise von immer mehr Menschen nicht bezahlt werden können, zur Ruhe auf.
Das Welternährungsprogramm ruft unterdessen zu Spenden auf.

Mehr dazu hier:
http://www.hispaniolanews.de/joomla/inde...ntpage&Itemid=1
Pikobello
Gerade hier in den Fernsehnachrichten gesehen:
Aus Brasilien ist eine Transportmaschine randvoll mit Konserven in der Hauptstadt eingetroffen,hoffentlich nicht nur ein Strohfeuer...

saludos Frank
Jei
@ Frank die aktuellen Meldungen von den letzten Stunden sehen noch verheerender aus. Die Situation schein völlig außer Kontrolle zu geraten und die UN völlig überfordert.
Viele Haitianer haben nichts zu verlieren, denn außer dem ärmlichen Leben und keine Perspektiven haben sie nichts. 3 - 5% der Einwohner, viele davon Auslände,r leben wie die Made im Speck, das kann nicht gut gehen
Mercury
Zitat:
Original von Jei
@ Frank die aktuellen Meldungen von den letzten Stunden sehen noch verheerender aus. Die Situation schein völlig außer Kontrolle zu geraten und die UN völlig überfordert.
Viele Haitianer haben nichts zu verlieren, denn außer dem ärmlichen Leben und keine Perspektiven haben sie nichts. 3 - 5% der Einwohner, viele davon Auslände,r leben wie die Made im Speck, das kann nicht gut gehen


Ich finde das sehr bedenklich und hoffe das sich da mal jemand was einfallen läßt! Aber es trifft wohl immer diejenigen die am wenigsten dafür können!

Gibt es hier eigentlich auch Mitglieder die Haiti-Expert sind?
Wäre interessand mehr zu erfahren als nur die Medienberichte....
mariposita
Naja "Experte" ist wohl nur, wer dort auch lebt.... aber ich war einige Male in Haiti, war vom ersten Moment an vernarrt in das Land und bin es noch... dementsprechend gehen mir die Ereignisse dort auch ziemlich an die Nieren.

Es ist vor allem so traurig, da sich die Lage in 2007 so sehr beruhigt hatte, daß man ernsthaft hoffen konnte, es geht jetzt bergauf. doch seit einigen Monaten haben sich die preise für grundnahrungsmittel z.T. mehr als verdoppelt, von Treibstoff ganz zu schweigen (Ölpreis!), und das bei den haitianischen Einkommen. es war seit ein paar Wochen abzusehen, daß das nicht lange gut gehen kann. wer soll das bezahlen, in Haiti!

Gründe und vermeintliche Gründe für die Teuerung gibt´s mehrere. die Weltwirtschaftslage, von der auch andere Entwicklungsländer betroffen sind (rasant gestiegener Ölpreis, verlorene Ernten nach Naturkatastrophen, etc...) viele Haitianer machen allerdings auch die Regierung verantwortlich: eine Art Mafia soll die Preise aufgrund von eignene Interessen in die Höhe getrieben haben... ob das stimmt, ist von hier aus schwer zu sagen.
Einerseits wäre das ziemlich kurzsichtig, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen, denn dass das haitianische Volk nicht zimperlich mit Politikern umgeht, die ihre Gunst verspielt haben, ist ja kein Geheimnis. Andererseits gab es auch schon genug Präsidenten und Hofschranzen/Bonzen, denen das am A.... vorbei geht, ob sie verjagt werden, sofern die zeit an der Macht reicht, um die Taschen zu füllen....
Jei
@mariposita
Erstmal freut es mich immer Menschen zu treffen, die sich für Haiti interessieren, zum zweiten dann auch noch mit entsprechender Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit.

Ich versuche über HispaniolaNews das Thema Haiti lebendig zu machen, denn in den deutschen Medien ist dies nahezu eingeschlafen.
Nur die aktuellen Katastrophe durch die Proteste ist kurzfristig interessant, leider. Bald aber wieder ist das Thema vergessen- siehe Noel...

Ich habe auch versucht deutsche Hilfsorganisationen zu kontaktieren und zu unterstützen, die sich mit Haiti beschäftigen. Das Feedback von dieser Seite gleich Null und hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass da einiges eingerostet ist. Ausnahmen bitte gerne mir mitteilen.
Mit einer engagierten Fotografin ist ein guter Kontakt entstanden, aber ansonsten schweigt man lieber zum Thema Haiti.

Ich beschäftige mich nun seit Monaten etwas intensiver mit dem Thema Haiti, jedoch finde ich auch selbst keine Meinung zur Situation, die ich öffentlich vertreten kann, weil es zu viele Interessensgruppen gibt, die sich nur für ihr Lager äußern und die "normale" Meinung unterdrückt wird.

Es muss am Grundlegensten aufgebaut werden und das seit langem, das ist nicht nur seit Sonntag klar.
Auch die Rolle der UNO / USA ist sehr umstritten.....
jedoch sind Kanada und die USA wohl die am intensivsten Helfenden vor Ort, wenn es um privates Engagement geht.
mariposita
Hallo Jei,

ja, Du hast recht, diese sehr seltene und dann zu 99% negative Berichterstattung bereitet auch mir regelmäßig Kopfschmerzen.

Und wenn dann endlich mal Gras über die üblichen Horrorstories gewachsen ist, erscheint zu allem Überfluss noch so ein bescheuertes Buch wie "Voodoo" von Nick Stone, das großartige Rezensionen für ach so wirklichkeitsnahe Darstellungen bekommt, obwohl es Haiti auf eine Kulisse für Gruselgeschichten reduziert, die Einheimischen als Finsterlinge beschreibt, von denen immer eine latente Bedrohung ausgeht und teilweise sogar grobe Geschichtsfälschungen betreibt... Trivialliteratur ist ja schön und hat ihre Daseinsberechtiung, aber als ich mir bei Amazon die Rezensionen durchgelesen habe, warich erschüttert über all die Leute, die jetzt ernsthaft meinten, viel über Haiti gelernt zu haben!!!

Nun aber zum Positiven, bevor ich mich in Rage schreibe.... Wenn Du eine gute Hilfsorganatisation suchst, wende Dich mal an Herrn Kaasch von Haiti Care: Webseite www.haiti-care.de
Ich selber habe ein Patenkind über diese Organisation, das ich im September 2007 auch besucht habe in der Schule, die von Haiti Care betreut wird. Solltest Du Dich in irgendeiner Art und Weise engagieren wollen für Haiti, wirst Du von Herrn Kaasch sicher bereitwillig alle Informationen und Kontakte bekommen, er reist selber regelmäßig dorthin und freut sich über jeden, der Haiti nicht mit Hulahula in der Südsee in Verbindung bringt

Zur aktuellen Situation hab ich auch "keine Meinung", außer natürlich daß ich es furchtbar finde und hoffe, daß es bald vorbei und dann wirklich bergauf geht.....

Mein neuester informationsstand ist übrigens, daß sich die Lage heute wieder etwas beruhigt hat. Aber für Entwarnung ist es sicher noch zu früh, denn das Problem ist keinesfalls auch nur ansatzweise gelöst!
carapapa
Hallo mariposita,
da ich mich mit Haiti net sooo auskenne frage ich hier meine Kollegen, welche aus Haiti stammen.
Auch wenn ich das Buch "Voodoo" net gelesen habe, herrscht hier doch die einhellige Meinung vor, dass gerade "Voodoo" doch viel mit der rueckstaendigen Entwicklung der haitianischen Gesellschaft zu tun hat.
Wie siehst Du / ihr das?
mariposita
Hola Carapapa.

also, 1.) zum Buch:
"Voodoo" ist nur der Titel dieses Krimis (Ende 2007 erschienen in D), in dem es eigentlich um einen Kinderschänderring geht, der die Gesetzlosigkeit auf Haiti ausnutzt, um dort seine Opfer zu rekrutieren und an reiche Ausländer zu verkaufen. (Daß es solche Dinge, welche man in Belgien nicht verhindern konnte, auch auf Haiti geben wird, möchte ich hierbei ganz sicher nicht leugnen.

Was dagegen schlimm ist, ist die Gesamtdarstellung von Haiti, in der Voodoo übrigens nur eine untergeordnete Rolle spielt, die dazu beiträgt, eine schaurige grundstimmung zu erzeugen.
Es geht von stereotypen Klischees (Voodoo-Rituale als primitive Orgien, Einheimische, denen man besser nicht im Dunkeln begegnet) über Beschreibungen, die das Land auf eine Ekelkulisse für Gruselgeschichten reduzieren ("Port au Prince gleicht einer getrockneten Lache von Erbrochenen" u.ä.) bishin zu drastischer Geschichtsverfälschung ("der Sklavenaufstand, der in die Unabhängigkeit Haitis mündete, begann damit, daß die Aufständischen in Gonaives ein weißes Kind schlachteten").
Kurz zusammengefaßt. die üblichen Vorurteile über Haiti, die die Welt nicht braucht, werden nochmal richtig schön vertieft...

So, nun 2.) zum "echten" Voodoo bzw. die Kenntnisse, die ich als Außenstehende mir halt so gut wie möglich angeeignet habe, ohne mir dabei Bewertungen zu erlauben.
M.E. ist Voodoo eine Naturreligion, die ihre Wurzeln in Westafrika hat, und die von verschleppten Sklaven in der Karibik (vor allem in Haiti) weiterpraktiziert wurde und sich dort etwas anders entwickelt hat als in ihrem Ursprungsland. Voodoo hat eine entscheidende Rolle gespielt im kampf der Sklaven um ihre Freiheit - das ist mit ein Grund dafür, warum diese Kulte von Europäern so gefürchtet und als Schadenszauber diffamiert wurden, dass man sie noch heute hauptsächlich mit Puppenpieksen und anderen Schadenszaubern asoziiert.
Schwarze Magie wird sicher von einigen (nicht allen!) Voodoo-Anhängern praktiziert, ist jedoch nur ein Teil davon.

Was nun die Rückständigkeit angeht - ich persönlich halte Voodo für weniger rückständig als z.B. den Islam (bzw. einen großen Teil seiner Anhänger). Es stellt sich die Frage, inwiefern man die haitianische Gesellschaft als rückständig bezeichnen kann. in wirtschaftlicher Hinsicht und in Bezug auf politische Verantwortung und Demokratieverständnis ist sie es sicherlich, möchte ich nicht bestreiten. Was Kultur und Sozialverhalten betrifft, bin ich da jedoch ganz anderer Meinung, behaupte sogar, daß die Einwohner der Industiestaaten in dieser Hinsicht viel von Haiti - und anderen Entwicklungsländern - lernen können.

Wenn Dich das Thema interessiert, kann ich Dir ein Buch ganz warm empfehlen: "Die Toten kommen zurück" von Wade Davis. ein US-amerikanischer Anthropologe, der in den 80er Jahren in Haiti das Phnänomen "Zombi" untersucht hat. das Buch ist nicht nur spannend, sondern gewährt auch sehr tiefe Einblicke in die haitianische Gesellschaft und ist sehr objektiv geschrieben, weder romantisierend noch abwertend und reißerisch.
Jei
@Mariposita

Seltsam, geade Haticare war die einzige angeschriebene Organisation, die auch auf meine Anfragen reagiert hat, und es zu ersten Kontakten kam. Leider aus meiner Sicht etwas zähfließend, aber die einzige die mit positiv aufgefallen ist.

Aktuell kann ich aus den medien nur bestätigen was du geschrieben hast, dass gespannte Ruhe herrscht und ein Übergreifen der Unruhen in der DR (Gerneralstreik) ausgeblieben ist.
http://www.hispaniolanews.de/joomla/inde...ntpage&Itemid=1

Grüße und Danke für den Hinweis
haitiano
Schwere Unruhen in Haiti - Tote und Verletzte

Santo Domingo / Port-au-Prince 12.April 2008 gmm Haiti droht wieder einmal im Chaos zu versinken. Seit Tagen ziehen Tausende von meist jungen Menschen plündernd durch die Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince. Es gab rund 200 Verletzte und mehrere Tote in der Zivilbevölkerung. Ein UN-Polizist wurde auf offener Strasse erschossen. Ausgelöst wurden die Unruhen durch Proteste gegen die steigenden Lebensmittelpreise. Die meisten Menschen im Nachbarstaat der Dominikanischen Republik können ihre tägliche Ration Bohnen oder Reis nicht mehr bezahlen. 80 Prozent der Bevölkerung verdient umgerechnet nicht mehr als einen US-Dollar am Tag. Viele wählen die Flucht in die Dominikanische Republik. In vielen Jahren Diktatur, Misswirtschaft und Ausbeutung durch korrupte Eliten ist Haiti wirtschaftlich und politisch ruiniert worden. Nach Intervention einer UN-Mission sind zwar Gewalt und Drogenhandel etwas eingedämmt worden, die neue Regierung hat es aber nicht geschafft, die staatlichen Institutionen neu aufzubauen und für Sicherheit zu sorgen. Hinzu kommt, dass Anhänger der früheren Machthaber im Untergrund agieren und den Aufruhr schüren. Sie haben sich mit modernen Waffen aus den USA versorgt und zwar über Händler in der Dominianischen Republik mit guten Kontakten zu dortigen Militärkreisen. Angesichts der Unruhen hat der haitianische Senat für die Entlassung von Ministerpräsident Jacques Edouard Alexis gestimmt. Präsident René Preval muss in den nächsten Tagen einen neuen Regierungschef ernennen.

(Quelle: dominicananews.com)
Jei
Erster Zwischenerfolg, der Präsident kündigt Peissenkungen für Reis an.

Haitis Ministerpräsident Alexis wurde abgesetzt:

http://www.hispaniolanews.de/joomla/inde...ntpage&Itemid=1
mariposita
Ein Bauernopfer (Alexis) .....aber ob das etwas an der Ernährungssituation ändert?
Das mit der Förderung der Produktion im eigenen Land hört sich dagegen schon vernünftiger an. dann mal ran an den Speck....
Bisher sah es so aus, daß die haitianischen Bauern ihren eigenen Reis kaum unter die Leute bringen konnten, da der importierte( !!!!) amerikanische Reis billiger war... so kann man natürlich die Wirtschaft eines Landes auch nachhaltig zerstören....
Vielleicht nutzt die Regierung die zugesagte Hilfe ja jetzt mal, um die eigene Landwirtschaft zu subventionieren... und vielleicht macht diese Jahr ja auch mal KEIN Hurrikan die Ernten zunichte... *** träum****
Jei
@mariposita

Leider muss ich dir zustimmen, vernünftiger wäre eine inländische Produktion von Reis zu akzeptablen Preisen, aber dann würden ja die US- Interessen nicht berücksichtigt. Die jetztige Preissenkung ist nur durch Fianzmittel (US$ 3 Mio.) der UNO.
Und wer birngt nun die nötigen Investitionen für den optimierten Reisanbau auf?

Leider ist viele Hilfe Stückwerk oder nach eigenen Interessen orientiert - selbstverständlich gibt es ehrenvolle Ausnahmen.
Deshalb bleibt auch der Struz von Aristide sowie der Blauhelmeinsatz sehr umstritten und zumindest zu hinterfragen.
la-loca-1978
Seit gut einer Woche demonstrieren in Haiti Tausende Menschen zum Teil gewaltsam gegen drastisch gestiegene Lebensmittelpreise. Plan Haiti hat seine Sicherheitsvorkehrungen verschärft und bereitet sich auf Hilfsmaßnahmen für Not leidende Kinder vor....

Unmut wegen hoher Lebensmittelpreise....
la-loca-1978
Seit dem 7. April 2008 haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen mehr als 31 Verwundete in den Krankenhäusern der haitianischen Hauptstadt Port au Prince behandelt. 15 davon wegen Schussverletzungen. Die meisten Patienten wurden während der aktuellen Demonstrationen verwundet, bei denen die Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten protestieren. Insbesondere die Preise für Grundnahrungsmittel steigen in Haiti derzeit sprunghaft an....

Nach Ausschreitungen versorgt Ärzte ohne Grenzen Verwundete.....

kajo1503
Hola

Ich habe das auch verfolgt was hier in den Medien darüber gezeigt wird . Aber das ist leider nicht sehr viel .
Ich denke das wird auch noch in anderen Ländern zu Unruhrn führen . Die Preise für Lebensmittel steigen ja weltweit .
Mal schauen wie sich die Preise in der DR in der Zukunft entwickeln .

Muchos Saludos
TimH
Was ich aus Haiti kenne, sind neben sich meistens illegal im Land aufhaltenden Haitianern nur ein paar sehr detaillierte Schilderungen von einigen UNO-Leuten, Aufbauhelfern (Aufbau ?--Geht das da ueberhaupt ?) und Personenschutzbetreibern.
Mein Fazit daraus: Ich brauche die Armut und den daraus resultierenden Dreck und die Gewalt nicht.

Bis auf einen kleinen Abstecher im Jahre 98 suche ich nicht unbedingt die Naehe zu den Menschen im anderen Teil der Insel. Ab-und zu kaufe ich einer Haitianerin die hier fast teaglich vorbeilaeuft ein paar Erdnuesse ab. Mit haitianischen Bauhelfern machte ich gemischte Erfahrungen: Teilweise zaehe Nachverhandlungen ueber den zuerst ausgehandelten Lohn von haitianischer Seite aus ueber, verschwundenes Werkzeug aber auch teilweise ueber korrekt durchgefuehrte Arbeiten, reicht die bunte Palette. Das war es aber im Grossen und Ganzen was die Beruehrungspunkte angeht, auch schon.

Was allerdings sich z.Zt. auf der anderen Seite und in anderen Entwicklungslaendern abspielt, koennte der Vorbote zu einer gigantischen Krise sein, die auch Auswirkungen z.B. fuer die Dominikanische Republik haben werden. Auch hier steigen die Lebensmitelpreise staendig. Die Machthaber fuellen sich immer weiter die Taschen und ignorieren die Misere die mehr als die Haelfte der Bevoelkerung durchlebt. Dann wieder leere Versprechungen und man klopft ueberall auf der Welt an und bittet um Kredite, die natuerlich nicht wirklich zurueckbezahlt werden sollen und auch nie fuer den angegeben Zweck eingesetzt werden.

Hier ist fuer mich der einzige Weg wirklich Abhilfe zu schaffen: Naemlich Hilfe nur dann zu geben, wenn sich die Regierenden in den Entwicklungslaendern von knueppelharten und unbestechlichen Kontrolleuren vorschreiben lassen, wie und wann irgendwo welche Mittel einzusetzten sind. Ansonsten einfach saemtliche Hilfen streichen. Leider gibt es keinen anderen, wirkungsvollen Weg.Damit haette nun am Besten schon Vorgestern begonnen werden sollen und nicht die Fortsetzung der Politik der sinnlosen Hilfszahlungen die beinahe ausschliesslich ueber Konten laufen, die der Zugriffsmoeglichkeiten von korrupten Politikern egal welcher Coleur, ausgesetzt sind.

Andere Loesungen wie etwa kostenguenstige Hilfsprojekte --die bewirken sollen, dass etwa eine kleine Gemeinde in der Lage sein wird, selbst mit einfachen Mitteln ihre Situation zu verbessern sind auch gut aber eben nicht radikal umfassend genug.
mariposita
Zitat:
Original von TimH
Was ich aus Haiti kenne, sind neben sich meistens illegal im Land aufhaltenden Haitianern nur ein paar sehr detaillierte Schilderungen von einigen UNO-Leuten, Aufbauhelfern (Aufbau ?--Geht das da ueberhaupt ?) und Personenschutzbetreibern.
Mein Fazit daraus: Ich brauche die Armut und den daraus resultierenden Dreck und die Gewalt nicht.


Na das ist eine tolle Einstellung, Glückwunsch hierzu. laß Dir von einer, die öfter auf der anderen Seite war, sagen, daß es neben der Armut und dem daraus resultierenden Dreck durchaus Sehens- und Erlebenswertes gibt. Hinter die Fassade gucken hat noch niemandem geschadet; andererseits ist es wohl besser, daß jemand, der einem Land gegenüber nicht positiv oder zumindest neutral gegenüber eingestellt ist, wohl wirklich besser NICHT hinfährt.

Zitat:
Original von TimH
Hier ist fuer mich der einzige Weg wirklich Abhilfe zu schaffen: Naemlich Hilfe nur dann zu geben, wenn sich die Regierenden in den Entwicklungslaendern von knueppelharten und unbestechlichen Kontrolleuren vorschreiben lassen, wie und wann irgendwo welche Mittel einzusetzten sind. Ansonsten einfach saemtliche Hilfen streichen. Leider gibt es keinen anderen, wirkungsvollen Weg.Damit haette nun am Besten schon Vorgestern begonnen werden sollen und nicht die Fortsetzung der Politik der sinnlosen Hilfszahlungen die beinahe ausschliesslich ueber Konten laufen, die der Zugriffsmoeglichkeiten von korrupten Politikern egal welcher Coleur, ausgesetzt sind.


Da hätte ich schon noch eine Alternative. es gibt ja auch jede Menge NGO´s, die ernsthafte Aufbauarbeit leisten - oh ja, es gibt etwas aufzubauen, das geht!!! habe ich mit eigenen Augen gesehen! - und von den Geldern sieht die Regierung keinen Pfennig.
Jei
Selbstverständlich gibt es in Haiti viele schöne Seiten, Geschichte, Kultur, Natur.... jedoch wie kann man das bewundern, wenn die Mehrheit der Menschen in tiefster Armut Hunger leidet?

Selbstverständlich gibt es viel Helfer, Hilfsaktionen, Organisationen, die eine wertvolle und unersetzliche Leistung für die Menschen in Haiti vollbringen. Gerade aus den USA und Kanada wird sehr viel getan.

Leider gibt es aber gerade von der "mächtigen" Staatshilfe sehr viel Eigeninteressen, die mit der Hilfe verbunden werden.

Leider schickt man lieber den im eigenen Land produzierten Reis, den viele Menschen nun nicht mehr bezahlen können, anstatt dem Land die Unterstützung zu geben, dass sie selbst ihren Reis und alle weiteren Lebensmittel zur eigenen Versorgung herstellen können (fast 70% des in Haiti verkauften Reis stammt aus den USA).

Warum bauen Millionäre Luxus- Villen am Rande der Armutsviertel?
Warum wurde Aristide von den Mächtigen im Land mit Unterstützung der USA gestürzt?
Warum gibt es ganz wenige, die ein Vermögen in diesem Land verdienen und ganz viele die nichts haben?
.....

Haiti wirft 1000de Fragen auf, aber es ist schwierig vernünftige Antworten zu finden:
Die Interessen wirklich zu helfen oder nur Abhänigkeit zu schaffen sind sehr schwierig von einander zu trennen.