Arbeitszeiten und Lebensqualität

Leni-P
ich hab jetzt mal einen neuen Thread aufgemacht, da ich das was mercury angesprochen hat nochmal aufgreifen wollte...das aber nicht zum Thema "Arbeitssuche für einen Dominikaner in Deutschland passt"!

ich glaube nämlich nicht dass die arbeitende Bevölkerung in der RD mehr Zeit für die Familie hat als jemand in Deutschland!
...viele Arbeitgeber würden in Deutschland gleich mehrfach gegen das Arbeitnehmerschutzgesetz verstossen - was z. B. tägliche Arbeitszeiten, Pausen, Wochendendarbeit und Jahresurlaub betrifft (nehmen wir einfach mal die Touristenbranche, wo ja sehr viele Dominikaner arbeiten...da sind 60-Stunden-Wochen und mehr normal). Daher muss ich sagen, dass es uns im Vergleich recht gut geht!

Diejenigen in der RD die das Leben mit Bachata, Rum und Familie geniessen können, sind entweder die die, ihr Geld auf nicht ganz legale Weise verdienen oder sich auf Remesas verlassen...die "Normalen" wie Du sie nennst, die arbeiten gehen, die Familie ernähren und nebenbei noch ein ausgeglichenes relaxedtes leben führen, sind eher in der Minderzahl!
Alejandrina
Meine Schwägerin arbeitet im gastronomischen Bereich eines Golfplatzes, verdient 9000 Pesos monatlich zzgl. Trinkgeld, hat einen Tag pro Woche frei und arbeitet durchschnittlich 10 Stunden tgl.

Mein Schwager arbeitet als Maler/Bühnenbildner in einem Hotel, verdient 10000 Pesos monatlich, hat ebenfalls nur einen Tag pro Woche frei und arbeitet ca. 10 Stunden tgl.

Mein Schwiegervater ist sogar Wochenendfahrer, da sich sein Arbeitsplatz in Sosua in der Sea Horse Ranch befindet und sein Zuhause ca. 90 Minuten Fahrzeit entfernt liegt.
Er hat noch nicht einmal feste Arbeitszeiten, da er mit auf dem Gelände wohnt und somit jederzeit erreichbar ist b.z.w. sein muß.
Er hat an jedem Wochenende frei und dann muß eben das Familienleben gelebt werden. Es kommt dann auch häufiger zu Reibereien zwischen ihm und seiner Lebensgefährtin, da sie sich an das "freiere Leben" unter der Woche recht gut gewöhnt hat und die Macho-Allüren meines Schwiegervaters nicht so gut erdulden kann... Augenzwinkern

Im Großen und Ganzen ist gegen viel Arbeitseinsatz nichts einzuwenden, solange derjenige selbst und sein Umfeld nicht darunter leidet. Nur die Entlohnung läßt bei Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis, in der Dominikanischen Republik, schon sehr zu wünschen übrig.

Mein Mann erhält hier z.B.einen anständigen Stundenlohn, Nachtzuschläge und doppelte Bezahlung an Feiertagen, 27 Tage bezahlten Urlaub u.s.w.; davon können seine Angehörigen auf der Insel nur träumen.
Bachatera
Alle, die in HOtels arbeiten, haben 1 Tag die Woche frei, in der Regel 10 Stunden Schichten (Anis sogar mehr, da sie noch nachts in die Discotheken des Hotels müssen) und 14Tage Urlaub im Jahr.

Das Gehalt reicht meist nicht, um an den freien Tagen viel zu unternehmen, geschweige denn im Urlaub zu verrreisen, was ja auch an anderen Dingen scheitert (Visa).

Mein Mann hat damals am Strand gearbeitet auf Provisionsbasis, dort hatte er zwar mehr Freizeit als im Hotel, aber auch nie die Sicherheit, wie viel Geld er am Abend hatte, bezahlter Urlaub oder freier Tag? Gab es nicht.

Wenn man seinen Job verliert ist man nicht abgesichert, KV gibt es nicht oder nur wenige (meist Reiche).

Soviel zur Lebensqualität auf der Insel.

Die KV meines Mannes war damals eine schwere Goldkette, die er auch verkaufen musste, als seine Mutter krank wurde.
carapapa
Wenn man seinen Job verliert ist man nicht abgesichert, KV gibt es nicht oder nur wenige (meist Reiche).
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1.) Kriegt man eine gesetzlich vorgeschriebene Abfindung wenn man gekuendigt wird.
2.) Schau mal auf Aldaba .... da ist bei fast jeder Stellenausschreibung ne private KV mit dabei.
Mercury
gut dann lasst uns doch mal in der berufsklasse bleiben...

im vergleich zu hier...
ein eingestellter verdient im schnitt 1200 euro im monat, ja!
hat eine miete von 5-600 euro, eine frau und ein kind...

die frau ist zu hause, bekommt an die 150, kindergeld ansonsten keine weiteren einkommen,

ist nur eine beispielrechnung, ok, nicht das da dann wieder ander meinen das ist jetzt aber um den ein oder anderne euro zu wenig... es geht nur darum zu versuchen zu zeigen das es hier sicher nicht das gelbe vom ei ist...

wir haben also 750 euro für diese fam...super!?
dann kommen vielleicht noch die kosten für ein kleines auto...sagen wir ca. 100 im monat...dann pro woche einkauf zum leben na 70-100 euro...ist aber sehr tief gegriffen...

bleiben also in etwa 250euro übrig....

nun, da darf aber sonst dann auch nix mehr passieren...

So sieht dann also die sicherheit und lebensqualität bei uns aus???
Und ich gehe davon aus das diese kelien familie sicher auch gerne mal einen netten urlaub oder sonstigen luxus leisten wird wollen!!!
Nur wie??

Gut zu den genauen Lebensverhältnissen meiner Familie dort werde ich hier nichts schreiben, aber eines ist klar das die ganze familie arbeitet, viel arbeitet, aber auch alles zusammen hält und jeder für jeden da ist, wenn mal einer ein problem hat...das man als "Familie" agiert und auftritt und jeder sich für den anderen verantwotlich fühlt...
das ist ein Punkt den ich auch unter den Aspekt der Lebensqualität sehe...

es gibt viel familien hier in Deutschland die vergleichsweise mehr, wenn nicht sogar viel mehr arbeiten als andere, weniger geld nach hause bringen und sich trotzdem sagen, das sie niemals auf die idee kommen würden aufzuhören und arbeitslosengeld beziehen...aber sie kommen aus diesen kreislauf nicht raus...würden aber, hätten sie die möglichkeiten, sofort alles hinwerfen und sofort weg ziehen von deutschland....weil das so schöne Sicherheitssystem leider in den meisten fällen immer nur bei denen greift, die es nicht brauchen, oder ausnutzen...und diese schaden wieder denjenigen die jeden tag in die "Tafel" gehen müssen um etwas zu essen zu haben...schöner sicherer staat! über 4 mio Kinder leben unter der armutsgrenze...Topmanager erhöhen sich die monatsgagen um bis zu 30 %....Ausverkauf der kleinbetriebe....verlagerung der Industrie...und warum das alles??? sicher nicht weil deutschland so ein lebenfreundliches Land ist! wir leben nicht mehr in den 50er 60iger jahren wo alles aufgebaut wurde, die entwicklung in deutschland noch perspektive hatte, zumindest für die damalige zeit war eine Anstellung in einer guten Firma schon fast der erreichte pensionsanspruch...wir sind hier genauso am kämpfen wie in den anderen ländern...
und der spalt zwischen arm und reich ist schon verdammt gewachsen...die mittelschicht ist am aussterben... entweder du schwimmst mit oder gehst unter...ganz egal wie groß oder klein der Teich ist!

und selbst wenn du nur noch als Hausmeister arbeiten möchtest brauchst du hierzu lande mindestens schon ein abi wenn du einen reale chance auf diesen job haben willst...wo soll denn das hinführen??


Für mich ist der geleistete Arbeitseinsatz in deutschland keineswegs gerechtfertig bezahlt...mehr arbeit für weniger geld!
Gleiches gilt in der RD!

Aber und das kommt uns europäern vielleicht doch zu gute, wir haben einen sagen wir mal etwas besseren bildungsstand was zB. die EDV angeht und sind dadurch auch in der lage in strukturschwachen regionen wie der RD genauso einen fuß auf die erde zu bekommen wie hier in deutschland...Nicht das der domi dumm ist, aber er hat einfach diese möglichkeiten nicht! wir können uns Netzwerke an Kontakten weltweit aufbauen und arbeiten dennoch in der RD und verdienen nicht ein vermögen aber ausreichend um leben zu können und das mit einem bruchteil von dem streß den wir hier ausgesetzt sind!

ist jetzt so eine möglichkeit von vielen die es auch in der RD gibt!
Es ist ja nicht nur touristik auf der insel wovon die leute dort leben! Augenzwinkern

hasta luego
carapapa
Ich glaube die Motivation, warum man in die RD geht, ist auch ein wichtiger Punkt.
Geht man in die RD um Geld zu verdienen, so gibt es besser Laender um dies zu tun. Ich glaube nicht, dass jemand (vielleicht gaaaaaaanz wenige) hierher kommen, weil sie mehr verdienen als in D.
Zur Arbeit. Ich habe hier ein 8 Stunden Tag als Angestellter, arbeite aber, wenn ich es mit Arbeit in D vergleiche, vielleicht 3 Stunden. Es ist einfach ein relaxteres Arbeiten und damit meine ich nicht, dass man faul rumhaengt, aber der Druck ist einfach nicht so stark, wie in Deutschland.
Fuer mich ist die Arbeit hier Mittel zum Zweck und nicht meine Hauptmotivation. Und so moechte ich es auch beibehalten.
Und dann noch was zu den Beispielen. Wenn man natuerlich eine Ausbildung als Bananenbieger hat, dann ist der Kampf ums Ueberleben egal wo schwieriger, als der Kampf eines Ingenieurs oder einer anderen Fachkraft.
Svety
Zitat:
Original von Mercury

die frau ist zu hause, bekommt an die 150, kindergeld ansonsten keine weiteren einkommen,



Das stimmt so nicht. Wenn die Frau vor der Geburt des Kindes berufstätig war, dann bekommt sie erstens für die 14 Wochen Mutterschutz ihren Lohn ganz normal weiter, als ob sie gearbeitet hätte. Und nach dem Mutterschutz bekommt sie zu dem Kindergeld dazu noch Elterngeld für 12 Monate (oder 14 wenn der Partner die 2 Monate übernimmt) und dieses Elterngeld beträgt 67% ihres Nettoeinkommens. Ist das nichts? Schaue Dir doch mal die dom. Angestellten an. Dort arbeiten Schwangere bis zum letzten Tag, teilweise müssen sie den ganzen Tag stehen (was bei uns strengstens verboten ist) oder schwere Sachen schleppen oder mir gefährlichen Chemikalien arbeiten. Und 14 Wochen Mutterschutz???? Ich habe Frauen gesehen, die 5 Tage nach der Geburt schon wieder vollzeit arbeiten MUSSTEN, weil sonnst wären sie rausgeflogen und hätten gar keine Mittel mehr, um sich und das Kind zu ernähren. Nach einem Jahr Elternzeit kann die Frau wieder in ihren Beruf zurückkehren und selbst wenn sie keine Verwandte hat, die auf das Kind aufpassen, kann man die Kosten der Kinderbetreuung (soweit überhaupt welche entstehen, es gibt nicht wenig Gemeinden in Deutschland, wo Kinderkrippe/garten kostenlos sind) immer noch von der Steuer absetzen.

Ach und dann die Kosten für ein kleines Auto... Welche dominikanische durchsnittliche Angestelltenfamilie hat den überhaupt ein kleines Auto? 99% von denen fahren in verrosteten Guaguas und Publicos und vom Auto träumen sie nicht einmal, weil es reine Zeitverschwendung ist und sie werden im ganzen Leben nicht so viel verdienen, um ein Auto zu kaufen.

@carapapa: KV - ja, aber da mußt Du mal sehen, was bei diesen inkl. KVs überhaupt abgesichert ist. Meistens gerade noch Consulta und Labor. Mehr nicht. Bekommst Du einen Gips - musst Du den selber zahlen. So ist z.B. bei Orange und selbst die Angestellten, die hohe Positionen haben, oder AT sind, haben keine bessere KV. Willst Du mehr - mußt Du Dich privat absichern. In Deutschland, wenn ich gesetzlich versichert bin - sprich "Patient 2.Klasse" - dann weiß ich, dass ich behandelt wäre und meine Versicherung alles notwendige zahlt, bis auf 10 Euro Praxisgebühr.

Es sind doch alles Äpfel mit Birnen Vergleiche.
Guddy
es gibt sehr sehr viele Berufszweige in Deutschland in denen du nicht ausreichend Geld verdienst und schlechte Arbeitszeiten hast. Schaut ecuch doch bitte nur mal z.B. die Gastronomie an. Ich möchte euch mal ein Beispiel einsetzen:

Laut Manteltraifvetrag (Hessen) verdient ein/e ausgebildeter Hotelfachmann/frau € 1.615,00 brutto nach Abzug aller Steuern hat er/sie als unverheirateter/e dann ca. 1000,00 netto raus.

So und jetzt soll mir mal jemand sagen wie man damit sehr gut leben kann, wenn man gerne eine eigene Wohnung und ein eigenes Auto fahren möchte. Jede kleinste nicht eingeplante Rechnung oder gar eine Reperatur am Auto bringt einen schon stark ins nachrechnen ob es diesen Monat oder erst nächsten Monat gemacht werden kann. Eine tolle Urlaubsreise kann man z.B. vergessen wenn man dazu noch Single wäre.

Der einzige Vorteil den man hier in D wirklich hat, ist das man immer bezahlten Urlaub hat und den meines erachtens ausreichend, und das man gut krankenversichert ist.

Bitte bitte lass aber immer die Augen sehr gut sein das man keine Brille braucht und bitte auch keinen Zahnersatz weil dann wird je wieder richtig teuer für einen selbst.

In Deutschland ist schon lange nicht mehr alles Gold was glänzt und ich möchte nicht wissen wieviele Deutsche sich einen Kredit aufnehmen um eine Urlaubsreise zu finanzieren, an welchem Sie dann das ganze Jahr abbezahlen.
Leni-P
@ mercury

also erstmal wollte ich Dich mit meinem Beitrag nicht angreifen...ich sehe es lediglich ein wenig anders!

ok, soweit bin ich mit Deinem Rechenbeispiel einverstanden, aber jetzt sag mir mal was einer dominkanischen Familie am Ende des Monats übrig bleibt - zum auf die Hohe Kante legen oder in den Urlaub zu fahren?!

ich sehe es schon als Lebensqualität an, morgens um 8.00 Uhr anzufangen, zwischendurch Pausen die mir zustehen, um 16.00/16.30 Uhr habe ich dann Feierabend und kann nach Hause zu meiner Familie oder Freunde besuchen oder einkaufen, etc...und Samstag und Sonntags (oder an einem wahlweise anderen Wochentag) hab ich frei und kann tun und lassen was ich will!

Wenn ich jetzt natürlich mehr verdienen möchte als 1200,00 € dann muss ich "in die Pötte" kommen und entweder einen Zusatzjob annehmen oder mich weiterbilden - das hat natürlich (oft) zur Folge dass ich mehr arbeiten muss...aber gut, dass ist für mich eine logische Schlussfolgerung - für nichts gibts nun mal nichts!

Selbstständige sind für mich nochmal ein anderes Thema - Du kannst auch als Selbstständiger lediglich 8 Stunden arbeiten, hast dann aber natürlich höchstwahrscheinlich weniger Einkommen oder Du hast es geschafft und kannst andere für Dich arbeiten lassen smile ...dazwischen ist alles variabel!

also, ich muss sagen in meiner Familie hilft auch Jeder Jedem...ist also kein dominikanisches Phänomen...

das Ausbildungssystem in Deutschlad halte ich für keineswegs schlecht und trotzdem sind wir was den Bildungsstand angeht, ziemlich weit hinten - wir lernen von Anfang an zu lernen, wir werden dem Job entsprechend ausgebildet und so haben wir (zumindest die meisten) auch ein Interesse daran dass Erlernte anzuwenden und arbeiten zu gehen und so "rechnet" sich ein Sozialsystem...im Gegensatz z.B. zur RD!

Das was Du zum Schluss sagst ist genau der Punkt...DU kannst in der RD mit Deinem Wissen und Deinen Möglichkeiten mit weniger Stress und vielleicht ein bisschen weniger Geld gut leben, aber das heißt jetzt in meinen Augen nicht dass die Lebensqualität generell in der RD besser ist!

Naja, es arbeiten sicher nicht alle in der Tourismusbranche aber doch ein sehr großer Teil!

Liebe Grüße
Alejandrina
Zitat:
Original von carapapa
1.) Kriegt man eine gesetzlich vorgeschriebene Abfindung wenn man gekuendigt wird.


Um die Auszahlung dieser Abfindung durchzusetzen, mußte meine Schwiegermutter einen Anwalt einschalten. Dieser Anwalt hat dann von den gezahlten 70.000 Pesos, ganze 20.000 kassiert!
carapapa
Miese Arbeitgeber gibts ueberall.
Jei
@Leni-P

Das ist richtig, kaum irgendwo wird in den einfachen und mittleren Job so viel und so einfach das geld verdient wie in der BRD. Bei höher qualifizierten sieht die Bezahlung im Ausland deutlich besser aus, jedoch die Sicherheit und die Rechte sind auch geringer - hire and fire

Mein Schwiegervater in der DR arbeitet z.B. täglich mind. 12 Std. Mo- So nur an 4 Feiertagen, oder wenn er krank ist, dann arbeitet er nicht und das seit über 50 Jahren.

Es gibt eben überall solche und solche ;-))))
Leni-P
@ jei

das sind doch genau meine Worte...oder wie meinst Du das, dass es überall solche und solche gibt???
Mercury
@Leni-P

Eingangs gleich mal vorweg...ich fühle mich niemals angegriffen und auch ich greife nie einen an...auch wenn die Meinung auseinander gehen sollte! Deshalb schreiben wir ja hier, um "Seine" Meinung zu sagen und nicht um jemanden Anzugreifen, zumindest sollte das die intenion sein!...also nichts für ungut Augenzwinkern

So nu aber,

also ich wollte hier nicht die RD mit D vergleichen, sprich Äpfel mit Birnen, nur meine Meinung nach ist ebend das so hoch gelobte Deutschland schon lange nicht mehr das was viele immer denken!

ich denke wir sind uns einig das es in der RD für viele bereiche des Lebens sicher nicht leicht ist und es vordergründig vieles für deutschland oder andere Länder mit "westlichen" standard spricht!

Aber carapapa hat es richtig formuliert...wir leben hier um zu arbeiten und nicht umgekehrt! Egal ob als selbständiger oder Angestellter...

@swety
ich hatte doch angeführt das man sich an den zahlen nicht hochziehn sollte, ich wollte lediglich damit zeigen das es wohl nicht wirklich angenehm ist auf so schmalen finaniellen Boden zu stehen, obwohl man sich wirklich jeden Tag abstrampelt und tut und macht! Und am Ende "fast" nichts bei rüber kommt!


Das ist ja mit ein Grund warum überhaupt diese große "Auswanderungswelle" so aktuell ist...

Jeder der raus will denkt ja eigentlich gleich, nur leider sind die voraussetzungen für ein Auswandern nicht für jeden gleich so auf anhieb ersichtlich und deshalb gehen sehr viele eben sehr blauäugig in dieses Abenteuer!

Aber ich kenne doch eine vielzahl von Leuten die hier eine sehr hohen Standard aufgegeben haben um zB in Chile, Brasilien oder Canada zu leben.
Denen geht es ja nicht darum dort dann mehr zu verdienen oder um irgendwelche sicherheiten, die wissen ganz genau das es aus den verschiedensten Gründen, sicher nicht alles das beste ist, aber immer noch besser als hier in Deutschland!

Es geht bei sehr vielen Leuten nicht nur ums Geld, sondern auch um die soziale Stellung, um eine gewisse Bestätigung in seinem Umfeld, oder auch einfach nur um etwas kürzer treten zu können...

Dazu gibt es die unterschiedlichsten Beispiele:

Versuch dich in Deutschland selbständig zu machen und damit dann auch noch Erfolg zu haben??? Viel spaß

Ein Malermeister möchte einen Laden eröffnen, Mitarbeiter einstellen usw...
Hier in Deutschland bekommst du keinerlei finanzielle Hilfe einer Bank wenn du selbständig bist, du brauchst aber diese Hilfe weil die sogg. Erstausstattung hier ein Vermögen kostet um überhaupt anfangen zu können.
Da kann man dann Auswandern, beispielsweise in die RD, dort unkompliziert einen Betrieb anmelden, weniger Steuern und Abgaben, billigeres Material und um ein vielfaches weniger Behördenstreß!
Und selbst wenn es dann schief geht, hast du weniger Streß als hier in Deutschland...

Nun aber nicht wieder falsch verstehen, das ist ein Beispiel und soll keinenfalls dafür dienen das es der Wunschtraum vieler ist, ok!!!!!!!!

Das kannst du auf fast alle Bereich in der Berufswelt anwenden...

Gut, die Touristik ist ein andere Bereich, vor allem in der RD!
Hier gibt es ja die abenteuerlichsten Geschichten von Aussteigern und Residenten! Jeder fühlt sich aufeinmal zum Gastonomen berufen, macht mal kurz und schmerzlos eine Bar auf und wartet auf die so zahlreichen Touris um denen dann entsprechend des Angebots die Urlaubskasse zu erleichtern.

Hmm, sorry aber diese Idee hatten wohl schon ein paar Leute zuvor und dennoch denken die meisten sie können es besser, aber gut muss jeder selber wissen...

Ich frag mich dann nur warum in den Touristen-Ecken so viel Hotel, Pensionen und der Gleichen, soooo angepriesen werden???

Sag mir jetzt nicht das diese Fluktuation normal ist???
Das sind in den meisten Fällen alte Kästen die in der Blüte der Domrep hingeklatscht wurden, abgezockt und nun zum verkauf stehen...

Und was die Arbeitszeiten im Touristenbreich hier bei uns abgeht, das sollte wohl auch kein Arbeitsrechtler genauer hinterfragen...

In den Hochburgen in Österreich läuft es ganz gleich, wenn nicht teilweise noch schlimmer als in der RD....
Hier geht es um Ausbeutung der Lehrlinge, Urlaubstage wärend der Hochsaison ist unmöglich, ich spreche hier von einer " 7 Tage" Woche und da bist zu 15 Stunden...in der Nebensaison braucht diese Arbeitskraft die 2-3 Monate Urlaub dafür um sich erstmal wieder zu fangen! Den Kreislauf wieder auf "Normalbetrieb" runterzufahren! Wie lange kann diese Kraft solche Streßmonate durchhalten?
Super Aussichten...

@Guddy
Du hast absolut recht...!
Viele dieser Touristen können sich Urlaub nur unter größten Anstrengungen aus eigener Kraft leisten und greifen nicht selten auf einen Disporahmen zurück oder nehem gar einen Kredit auf, welchen sie dann mühsam versuchen zu tilgen...

Auch über plötzlich auftretende Schwierigkeiten, nachzahlungen, oder Reparaturen müssen oft hinausgeschoben werden oder bleiben ganz aus, weil es finanziell einfach nicht zu bewältigen ist...

Und vieles dieser Dinge passieren in den eigenen 4 Wänden, denn es soll ja schließlich der Nachbar nicht sehen das ich schon am Fensterkitt abnagen bin, nur damit ich aber sagen kann das ich in den Ferien am Meer war...


Für mich ist ganz klar, ich bin dankbar hier geboren zu sein und die Vorzüge einer guten Schul und Berufsausbildung genoßen zu haben...!
Nur für alles was ich geleistet habe, für jeden Fehler den ich gemacht habe, jede Chance die ich ergriffen habe, hat nichts, aber schon gar nichts mit irgendwelcher Absicherung durch irgendwelche Versicherungen zu tun gehabt, oder waren Grundlage um eine berufliche Veränderung nicht machen zu können oder wollen.

Ein ganz kleines Beispiel dazu aus meinem Leben:

Ich war aufgrund "meiner" falschen Überlegungen einmal für 2 Monate in finanzielle bedränginss gekommen und brauchte Geld um wieder einen Auftrag übernehmen zu können...also eine Art Überbrückungsgeld...Der neue Auftrag lag vor, auch die Vertragssumme die dabei rum kommt, also eigentlich eine gute Rückversicherung, da es sich auch um eine entsprechend große Firma handelte...
So ich nun den Gedanken, weißte was, gehste aufs Arbeitsamt und fragst mal ob es so etwas wie Hilfe gibt....Nein...keine Chance...hmm nun ich mal zum Sozialamt..fragen kostet ja nichts....da bekam ich dann die Antwort meines Lebens....Die sagten mir, das Sie mir nur helfen würden wenn ich erstmal alles was ich verkaufen könnte, wie Auto und andere Güter, denn erst dann wäre ich "Hilfsbedürftig"!!!!!

Das find ich wirklich mal unbürokratische Hilfe!!!

Dies und ähnliche Beispiele kenn ich persönlich mehr als mir lieb ist....

hasta luego
Augenzwinkern
Svety
Zitat:
Original von Mercury
hmm nun ich mal zum Sozialamt..fragen kostet ja nichts....da bekam ich dann die Antwort meines Lebens....Die sagten mir, das Sie mir nur helfen würden wenn ich erstmal alles was ich verkaufen könnte, wie Auto und andere Güter, denn erst dann wäre ich "Hilfsbedürftig"!!!!!

Das find ich wirklich mal unbürokratische Hilfe!!!



Was ist denn da so verkehrt? Oder meinst Du, dass man den Menschen, die ein Auto haben und "andere Güter" und noch einiges auf dem Sparkonto dazu noch Sozialhilfe bezahlen sollte? Sind sie hilfebedürftig? Ist doch nicht Dein Ernst, oder?
Bachatera
Sicher ist hier alles schlechter geworden, aber dennoch ist amn abgesicherter als in der RD.

Abfindungen? Wie Alejandrina schrieb bekommen die viele nihct einfach so und selbst wenn, wie lange kann man davon leben?

KV: schlecht abgesichert, wenn überhaupt, aber in der Familie meines mann ist KEINER durch die Arbeit abgesichert.

Mein Mann hatte nie eine KV, nicht im Hotel noch wo anders.

Hier in D. hat in der Regel jeder eine.
Ein FReund meines Mannes hat Diabetes, er hat dort früher keine Medikamente bekommen (wie es heute ist, weiß ich nicht), in D. ist das undenkbar.

Dann die Lebenserhaltungskosten in der RD: Preise fast wie hier bei einem Lohn der ein Vielfaches niedriger ist.

Also ist für mich klar, dass D. zwar kein Traumland mehr ist, aber um ein Vielfaches besser als die RD.
Mercury
Zitat:
Original von Svety
Zitat:
Original von Mercury
hmm nun ich mal zum Sozialamt..fragen kostet ja nichts....da bekam ich dann die Antwort meines Lebens....Die sagten mir, das Sie mir nur helfen würden wenn ich erstmal alles was ich verkaufen könnte, wie Auto und andere Güter, denn erst dann wäre ich "Hilfsbedürftig"!!!!!

Das find ich wirklich mal unbürokratische Hilfe!!!



Was ist denn da so verkehrt? Oder meinst Du, dass man den Menschen, die ein Auto haben und "andere Güter" und noch einiges auf dem Sparkonto dazu noch Sozialhilfe bezahlen sollte? Sind sie hilfebedürftig? Ist doch nicht Dein Ernst, oder?


achso, nein ich denke du hast das etwas mißverstanden...ich wollte lediglich eine "Art" von Überbrückungshilfe um wieder eine Arbeit aufnehmen zu können! Ein Auto ist aber für meinen Beruf unabdinbar gewesen...
Diese Unterstützung soll es ja geben, aber ebend nur wenn du schon fast am Boden bist und gar keine Möglichkeit hast aus eigener Kraft wieder hoch zu kommen...Nun, ich sehe das auch so das man es sehr gut Prüfen sollten warum und an wem man Hilfe gewährt, aber ich muss doch als Staat nicht warten bis der Bürger am Boden ist um ihn dann den gesamten Wiedereinsteig zu finanzieren....

Ich hätte da erwartet das man mir hilft, die Kosten für 1 Monat übernehmen würden und ich diese Kosten mit dem ersten Geld auf einmal wieder zurück zahle...fertig...ganz unbürokratisch und schnell...aber ich denke dafür war ich denen wohl zu "normal"...eben keiner der eigentlich das System ausnutzen will, sondern einfach konkrete Hilfe bei einem konkreten Problem....solche und ähnliche Erfahrungen zeigen mir einfach das es "für mich" ganz klar hier keine Zukunft gibt mit der ich mich anfreunden kann!
Jei
@ Leni-P

Es gibt über all solche und soche, meint, dass es überall fleißige und faule, anständige und schlechte, ehrliche und verlogene .... Menschen gibt.

Die Vorurteile, die es oft gegen Dominikaner gibt, sind eben auch nur Vorurteile, so wie dass die Deutschen gründlich und strebsam sind, dafür gibt sehr viele Gegenbeispiele... Mensch bleibt eben Mensch
wutti
es wurde hier mal der satz erwähnt: wir leben hier, um zu arbeiten!

das mag richtig sein, aber ist es nicht so, dass wir genau das wollen; ist es nicht so, dass wir immer und stets bemüht sind, unseren lebensstandart aufrechtzuerhalten....nein, sogar noch zu erhöhen;

sind wir mal ehrlich; es ist immer noch zu wenig, was wir haben, was wir uns leisten können und was wir erreichen wollen.
es muss immer mehr sein. in größers haus/wohnung, ein schöneres, teureres auto, von den "FÜR UNS" alltäglichen dingen mal ganz abgesehen.
also, der lebensstandart ist bei uns schon sehr hoch und das wiederrum bringt automatisch die konsequenz mit sich, dass man etwas dafür tun muss, um diesen zu erreichen und auch zu halten.

das heisst: arbeiten, geld verdienen, arbeiten, geld verdienen, arbeiten, geld verdienen......usw.

wenn man das nicht möchte, dann wird man nach kurzer zeit sich seinen lebenstil nicht mehr leisten können und muss zurückschrauben.

dafür kann man dann aber vielleicht auch sagen: ich arbeite um zu leben!
Mercury
Zitat:
Original von wutti
es wurde hier mal der satz erwähnt: wir leben hier, um zu arbeiten!

das mag richtig sein, aber ist es nicht so, dass wir genau das wollen; ist es nicht so, dass wir immer und stets bemüht sind, unseren lebensstandart aufrechtzuerhalten....nein, sogar noch zu erhöhen;

sind wir mal ehrlich; es ist immer noch zu wenig, was wir haben, was wir uns leisten können und was wir erreichen wollen.
es muss immer mehr sein. in größers haus/wohnung, ein schöneres, teureres auto, von den "FÜR UNS" alltäglichen dingen mal ganz abgesehen.
also, der lebensstandart ist bei uns schon sehr hoch und das wiederrum bringt automatisch die konsequenz mit sich, dass man etwas dafür tun muss, um diesen zu erreichen und auch zu halten.

das heisst: arbeiten, geld verdienen, arbeiten, geld verdienen, arbeiten, geld verdienen......usw.

wenn man das nicht möchte, dann wird man nach kurzer zeit sich seinen lebenstil nicht mehr leisten können und muss zurückschrauben.

dafür kann man dann aber vielleicht auch sagen: ich arbeite um zu leben!