Kontakte zwischen Dominikanern in Deutschland?

Planner
Möchte mal gern einen neuen Informationsaustausch eröffnen.

Wie verhalten sich Eure dominikanischen Partner/Innen eigentlich in Bezug auf Kontakte zu Landsleuten?

Ich komme auf diese Frage zum einen durch den Beitrag von saby, dass sich ihr Mann darüber gefreut hat, andere Dominikaner zu treffen.

Zum anderen, weil sich meine Frau in diesem Punkt eher zurückhaltend verhält. Sie hat die Befürchtung, dass durch solche Kontakte quasi halb-verwandschaftliche Verhältnisse entstehen bzw. ein solcher Anspruch geltend gemacht wird und man dann von vielen anderen Dominikanern angesprochen wird, man möge doch etwas in die DR mitbringen/mitnehmen, man möge doch bei einem Besuch in Europa behilflich sein etc. etc. (wo man doch mit der eigenen Verwandtschaft schon genug am Hals hat).

Ich finde das etwas übertrieben, auf der andere Seite kennt sie ihre Landsleute immer noch besser als ich.

Deshalb wollte ich hiermit mal einige Erfahrungen anderer Leute einsammeln.
Svety
Ich kann die Zurueckhaltung Deiner Frau sehr gut nachvollziehen - zumal ich diese Erfahrungen in den letzten 15 Jahren selber durchgemacht habe.

Anfangs, als ich gerade nach Deutschland gekommen war, da hat es mich regelrecht gezogen zu den Landsleuten - denn wenn man gerade angekommen ist und noch nicht einmal Landessprache spricht, dann sind die Landsleute genau dieser Verbindungsglied zwischen einem selbst und der neuen Gesellschaft. Man hofft, sie koennen viele Sachen und "Eigenarten" der Deutschen erklaeren, irgendwelche Verhaltensregeln (um zumindest die groessten Fettnaepfchen zu vermeiden) und es sind doch Leute, mit denen man ohne Haende und Fuesse ganz normal unterhalten kann und sie verstehen doch einen...

Aber mit der Zeit habe ich ziemlich schnell festgestellt, dass es war doch nicht alles Gold unter der neuen Bekanntschaften... Erstens - ja, es wurde versucht, einen auszunutzen, wo es nur ging - genau das, was Deine Frau auch schon treffend beschrieben hat. Wenn man z.B. ein eigenes Auto hatte (und ich hatte eins), dann wurde man angerufen zu allen unmoeglichesten Zeiten und immer darum gebeten, jemanden irgendwohin zu fahren. Wenn man allerdings selber mal Hilfe brauchte, dann hat man alle moeglichen Ausreden gehoert - man sei schwer krank und konnte einen unmoeglich zum Bahnhof bringen usw. usw. Dann immer diese ewige Bitten - komm, du arbeitest doch dort und dort, du kannst doch auch fuer mich/Bruder/Schwester/Freund ein gutes Wort einlegen, wir muessen uns doch gegenseitig helfen! Und dann wird man weich, hilft und was stellt man fest? Dass man fuer die faulste Sau suedlich vom Hammerfest sein Wort eingelegt hat und langsam schauen einen der Chef und die Kollegen total schief an. Zum Klassiker gehoeren auch immer die Bitten, etwas Geld zu leihen (was man mit Sicherheit nie wieder sieht, nach dem Motto - du verdienst doch so viel und ich nage am Hungertuch).

Mit der Zeit stellt man einfach fest, dass die meisten neuen Bekannte aus der Sorte sind, womit man Zuhause nicht einmal zufaellig Kontakt haette, man haette mit diesen Leuten einfach nirgends ueberkreuzen koennen, weil man einfach keine gemeinsame Beruehrungspunkte hat.. Man stellt auch fest, dass unter den Landsleuten auffaellig viel "Schrott" dabei ist - Sanquis, die auch "im Exil" floehlich weitermachen, Putas, die nach jedem Fortgehen einen anderen mit nach Hause schleppen.
Alles in einem - nach dem ich diese Erfahrungen gemacht habe, suche ich mir Freunde nach Kompatibilitaet und Gemeinsamkeiten und nicht nach Nationalitaet - die befindet sich an der letzten Stelle. Das hat sich bewahrt und ich habe inzwischen einen sehr guten internationalen Freundschaftskreis. Mit den meisten meiner Landsleute habe ich nicht einmal ein Thema fuer ein Smalltalk. Ich kann ganz gut ohne solche Bekanntschaften leben.
mike-o
Also meine Frau handhabt das ähnlich. Prinzipiell will sie erst einmal keinen bzw. wenig Kontakt zu Landsleuten. Wie sie sagt ist es ihr wichtiger deutsche Freunde zu finden/haben, sie lebt ja schließlich in D.

Und zum Zweiten geht es ihr ähnlich wie Svety, sie kennt ja ihre Pappenheimer. Nur ein Bsp., mit ihr sind im Int.Kurs noch 2 Dominikanerinnen, den Kontakt zu der einen hat sie gleich von Anfang an abgeblockt und zu der Anderen hat sie zwar Kontakt, der beschränkt sich aber auf die Schule, nix mit Telefon ect.
Jei
Das ist nun bei meiner Frau ganz anders, sie hat 2 gute Freundinnen aus der DR hier gefunden und sie sehen sich regelmäßig und wir unternehmen hin und wieder etwas gemeinsam.
Dass man sich unter Freunden gelegentlich was mit nimmt und einen Gefallen tut, ist für uns selbstverständlich und ein Geben und Nehmen, so dass jeder etwas davon hat ;-)))

Natürlich gibt es auch Landsleute meiner Frau, die wir meiden, mit denen wir nicht auf einer Wellenlänge sind, jedoch unterscheidet sich das bei uns auch nicht nach Herkunft.

Seit wir zusammenleben ist es jedoch so, dass viele unserer neuen Bekannten, gerade auch aus der Schule unserer Kleinen (7 Jahre) Kinder und Bekannte mit Migrationshintergrund sind. warum auch immer, uns ist es egal wo jemand herkommt, der Mensch muss in Ordnung sein und die Wellenlänge muss passen, das alleine zählt.
rheinkraft1981
Meine Frau ist ja noch nicht solange hier, aber derzeit hat sie "0 Interesse" an Landsleuten. Sie wollte weder aufs Zacaria Ferreira Konzert, noch in die Locations die mir Bachatera & Franko genannt haben. Mein Dominikanischer Freund ist mittlerweile nach Kanada "ausgewandert" und die andere Dominikanerin die ich in Bonn kenne, will meine Frau auch nicht kennenlernen, nicht mal um irgendwelche Infos oder Ratschläge zu erhalten. Meiner Frau reicht der telefonische Kontakt zu ihrer Familie. Das einizige heimatliche was sie ständig sucht sind Lebensmittel und Musik. Andere Leute interessieren sie nicht.
Jei
@rheinkraft1981

Menschen sind Gott sei Dank verschieden und haben auch verschiedene Prioritäten. Für meiner Frau sind gelegentlich Platano usw. auch sehr wichtig, so wie auch der regelmäßige Telefon- und Internet- Kontakt zur Familie und Freunde in der alten Heimat.
Es sind eben auch oft Zufälle, die entscheiden, ob man Landsleute trifft, mit denen es passt. Ein Kaffeplausch mit ihren Freundinnen, möchte sie hin und wieder sicher auch hier nicht missen ;-)))
Claudi
also mein mann hat einen guten dominkanischen freund. ein netter kerl, ansonsten nur grobe kontakte aber nichts festes...ansonsten arbeitskollegen u die kollegen vom baseball u unsere gemeinsamen deutschen freunde.
u das wichtigste: seine musik u sein tanzen !!!!

dann noch 1x die woche pollo con arroz y habichuelas u er ist glücklich ;-) hahahah
rheinkraft1981
Zitat:
Original von Jei
@rheinkraft1981

Menschen sind Gott sei Dank verschieden und haben auch verschiedene Prioritäten. Für meiner Frau sind gelegentlich Platano usw. auch sehr wichtig, so wie auch der regelmäßige Telefon- und Internet- Kontakt zur Familie und Freunde in der alten Heimat.
Es sind eben auch oft Zufälle, die entscheiden, ob man Landsleute trifft, mit denen es passt. Ein Kaffeplausch mit ihren Freundinnen, möchte sie hin und wieder sicher auch hier nicht missen ;-)))


...ja sind wohl auch eher Zufälle, wäre andersrum wohl genauso. Wenn ich in Santo Domingo oder sonstwo leben würde, gehöre ja auch mehr dazu als das jemand ein deutschen Pass hat um mit ihm Kontakt oder ne Freundschaft zu führen...
dive
hola a todos!

@rheinkraft!
deine frau ist schon hier??
ich war ja jetzt länger nicht da, da hab ich daß wohl verpasst...?!
das ist ja super!
seit wann ist sie denn schon da?
und wie läuft´s?
erzähl doch mal ein bisschen!

@svety
darf ich fragen, wie lang du schon hier bist?
auch wenn ich mit dir selten einer meinung bin, aber ich muss
dir wirklich mal ein kompliment, für dein einwandfreies deutsch machen!
die meisten "zugewanderten" sprechen(schreiben) nicht mal nach 25 jahren so gut unsere sprache!

muchos saludos
Svety
Zitat:
Original von dive
@svety
darf ich fragen, wie lang du schon hier bist?


Bin seit 1994 hier.
rheinkraft1981
@ dive

Sie ist seit dem 02.03.2008 hier, läuft alles wunderbar.
Habe das in nem anderen Thread (Einreiseerlaubnis erteilt) schon geschrieben. Wüsste nichts Negatives was ich erzählen könnte, läuft wirklich super gut mit dem kleinen Sonnenschein. Das Einzige was mich stört ist das sie versucht meine Familie zu vereinen, am Wochenende kommt nun meine Schwester und mein Schwager, was sonst undenkbar war und am letzten Sonntag war ich mit ihr und meiner Mutter in der Kirche, ich hätte beinahe nen Filmriss bekommen als ich sie während der Messe angeschaut habe, wenn ich so an die ersten Momente auf ihrem Balkon in Sosua denke und nun einige Monate später sitzt sie als Ehefrau neben mir in der Kirche in der ich getauft wurde. Ist schon komisch das Leben..
luislui
@ Svety,

komisch aber deine Erfahrungen mit deinen Landsleuten decken sich ziemlich genau mit der Erfahrungen die ich mit einem Grossteil der Deutschen Ressidenten in der RD. gemacht habe.
Ich glaube das Svety ganz recht hat mit dem was sie schreibt Anfangs wenn jemand in ein fremdes Land kommt ist die Versuchung mit den eigenen Landsleuten in Kontakt zu treten viel grösser da man sich ja mit niemanden ausser mit seinem Partner unterhalten kann, aber viele von den doch so "hilfsbereiten" Landsleuten entpuppen sich dann sehr schnell als Schmarotzer und dies ist Nationalitätsneutral.
Da fällt mir immer der Spruch ein " Oh, Herr beschütze uns vor Sturm und Wind sowie Deutsche die im Ausland sind "

Adios
Luis

PS. Ausnahmen bestätigen die Regel
dive
ja rheinkraft!
ist schon wahnsinn manchmal....
ich hab deine geschichte auch von anfang an mitverfolgt!
darum freut es mich echt, daß jetzt doch noch alles
gut ausgegangen ist!
stell doch mal ein paar fotos rein!
*neugierigbin*
liebe grüße an euch beide!!
Peter
Hola,

nun, in 4 Tagen wird auch für mich dieses Thema sehr aktuell sein, dann nämlich ist meine zukünftige Frau mit Kind bei mir.

Wir haben dieses Thema in der Vergangenheit allerdings öfter diskutiert, einfach wei ich glaubte, sie würde mit Kontakten zu Landsleuten die Trennung einfacher verwinden.....tja, da habe ich wohl falsch gedacht.
Auch sie legt nicht so großen Wert auf solche Kontakte, hat sie doch schon jetzt in ihrer Heimat diese nicht. Sie sagte mir sehr deutlich, dass sie, wenn sie dann hier ist, natürlich unsere Sprache so schnell wie möglich lernen will......und dazu braucht sie nun keine Landsleute. Sie sagte mehrfach, dass sie ihre Landsleute nicht versteht, die hier leben, zum Teil Jahre lang, und einfach die Sprache nicht lernen.
Jedenfalls will sie es auf sich zukommen lassen. Eine Freundschaft zu einem Menschen, nur aufgrund der gleichen Nationalität kommt für sie nicht in Frage. Ihre Meinung ist eher schlecht, gleicht sehr der Auffassung von Svety. Sie musste sehr viele unangenehme Erfahrungen machen, einfach nur weil bekannt wurde, dass sie einen deutschen Freund hat.

Nun ja, es ist bald soweit....dann erlebe ich es hautnah.

Saludos, Peter
Jei
"Jedenfalls will sie es auf sich zukommen lassen." Peter

Genau das ist die richtige Einstellung.
"Vieles kann und nichts muss"

Genießt die ersten Tage, sie werden unvergesslich bleiden in euerem Leben und ihr werdet noch später euch gerne zurück erinnern.

Freut mich reisig für Euch
Kouzlo
Hallo zusammen,

ich lebe auch seit 1994 in Deutschland und am Anfang war es für mich sehr schlimm, keine Freunde und keine Familie zu haben. Man findet gute Freunde nicht so einfach und meine Landsleute (Tschechen) sind eher selten in Deutschland, von irgendwelchen tschechischen Discos kann natürlich keine Rede sein. Das gleiche gilt für Lebenssmittel, ich hättemich auch über böhmische Knödel gefreut :-). Man lernt auch hier neue Sachen essen, man findet neue Lebensmittel usw.

Und man boxt sich durch mit der Zeit...Ich denke, das wichtigste ist, wenn der deutsche Partner die ausländische Frau (egal, woher sie kommt) nicht wie eine behinderte behandelt. Ich wußte am Anfang nicht, was eine EC Karte ist oder ein Girokonto, aber mit der Zeit - wenn man nicht in einer künstlichen (dominikanischen, tschechischen oder wie auch immer) Welt lebt, lernt man alles. Man lernt auch, wie die Leute in Deutschland ticken, was man in der Heimat noch sagen konnte, was man hier nicht sagen kann - oder umgekehrt. Man muß natürlich Kontakt mit den Deutschen haben und das geht laut meiner persönlichen Erfahrung - nur durch einen Job oder evtl. Studium, einfach durch Kontakt mit verschiedenen Menschen.

Meine Freunde in Deutschland kommen aus verschiedenen Ländern und sie sind meine Freunde, weil wir uns gut verstehen, egal woher sie kommen.

Mit meinem dominikanischen Freund haben wir ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, auch er hat nicht nur dominikanische Freunde und lässt sich von keinen Landsleuten "ausbeuten".
Peter
Hola Jei,

den ersten Kontakt mit "unserem Leben" hier werden die beiden direkt am Samstag haben...dann geht es nämlich in die Innenstadt zum Einkaufen.
Mit einem warmen Pullover und einer Jacke kommen die beiden jeweils nicht weit.
Wäre zwar so eine einfache Art sie ans Haus zu "fesseln" - mit ihren Sachen friert sie sich zu Tode -, aber wer will das schon. Die ersten Leute lernt sie eh schon am Freitag kennen, meine "restliche" deutsche Familie rückt zum Empfang an, Samstag kommen dann ein paar Freunde.

....ach ja, sie hat gestern angefangen den Koffer zu packen. :-))

Gruß Peter
Planner
Zitat:
Die ersten Leute lernt sie eh schon am Freitag kennen, meine "restliche" deutsche Familie rückt zum Empfang an, Samstag kommen dann ein paar Freunde.


Das ist ja schon fast überfallmässig. Vergiss nicht, dass die beiden wahrscheinlich ganz schön unter jetlag leiden werden. Ich habe meiner Frau damals erstmal zwei Tage Akklimatisierung gelassen.
Jei
@Peter

Sehr undominikanisch/haitianisch erst jetzt den Koffer zu packen ;-)))))

Freut mich riesig für Euch drei!!!

Wenn sie dann am Sonntag Ostereier bei Schneeregen suchen dürfen, dann werden sie langsam fühlen, dass sie in ihrer neuen Heimat angekommen sind.

Das Osterfest wird dann immer eine besondee Bedeutung für euch behalten.
Peter
Hola,

na, habe halt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Meine Schwester rückt mit Familie zur Begrüßung an, und ganz nebenbei kocht mein Schwesterchen dann auch :-))

Tja, Planner, da "muss" sie durch.....ist ja noch jung. Santo wird wohl hier im Haus erst einmal auf Entdeckungsreise gehen....und ich weiß schon, wie ich ihn beschäftige.

Ostern, ja, Jürgen, dieses Fest werde ich wohl immer in Erinnerung behalten. In der Zukunft wird dieses Fest wohl wie Weihnachten für mich sein.....

Saludos, Peter