Also, wie viele von euch vielleicht schon wissen, haben mein Mann und ich in der Dominikanischen Republik geheiratet. Wir sind beide römisch katholisch erzogen. Ich wollte immer in einer Kirche heiraten, was wir auch dann in Puerto Plata getan haben.
Dies ist nun schon 12 Jahre her, aber mir damals etwas aufgefallen.
Die Kirche hat ja gewisse Regel aufgestellt, die man als Katholik befolgen sollte, wenn man ein Sakrament empfangen will.
Diesen Regeln werden aber meist bei uns nicht so große Bedeutung zugesprochen. Jeder weiß dass es sie gibt, aber die Meisten halten sich nicht daran. Und schon gar nicht, wird man separat darauf hingewiesen.
Eine dieser Regeln besagt, dass das Paar am Tag vor der Trauung nicht im selben Zimmer und schon gar nicht im selben Bett schlafen dürfen. Nun, in Österreich schert sich keiner um diese Regel und man wird schon gar nicht separat darauf hingewiesen.
Zu meinem Verwundern, war das in der RD anders.
Der Priester, der uns traute machte uns doch tatsächlich darauf aufmerksam, dass wir die Nacht vor der Trauung nicht im gemeinsamen Bett verbringen dürften. Er ging sogar noch ein Stück weiter. Er machte uns auch ganz deutlich klar (er unterstrich das noch mit einer typischen Handbewegung, da wir damals noch kein Wort spanisch sprachen), das es verboten sei, in der Nacht vor der Eheschließung Sex zu haben.
Außerdem ersuchte er meinen Mann höflich aber bestimmt, dass er für die Zeit der Trauung, seinen Ohrring entfernen sollte. Ich persönlich kenne keinen Priester hier bei uns, der nur im entferntesten Anstoß daran nimmt, wenn ein Mann einen Ohrring bei der Trauung trägt.
Vielleicht hatten wir aber auch nur einen erzkonservativen Priester erwischt, aber das waren 2 Beispiele, wo mir persönlich doch aufgefallen ist, dass in der RD die Gesetzte und Regeln bezüglich der röm.Kath. Kirche doch etwas genauer vollzogen werden, als es bei uns der Fall ist.
Und was hier Einige von euch beschrieben haben, wo es darum geht, dass dominikanische Frauen einen großen Bezug zu Madonnen haben, habe ich auch in meinem Bekanntenkreis erlebt. Was dabei für mich irgendwo erstaunlich ist, dass es sich dabei eben um junge Frauen handelt. Bei uns sind es meist die älteren Jahrgänge, die einen Wert auf zb. Madonnenfiguren legen.
Wenn ich zb. einer meiner Freundinnen ein Madonna schenken würde, die wüssten nicht, was sie damit anfangen sollten.
Wenn ich aber mit meiner dominikanischen Freundin in einen nahegelegenen Wallfahrtsort fahre und mit ihr die Kirche besuche, dann fällt sie mir um den Hals und bedankt sich.
Beide sind gleichen Alters und genau diese Tatsache hat mich auf die Idee gebracht zu versuchen, dies hier zuhinterfragen.
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wer ist den religös oder besser wann ist man religös ?
Ist man religös wenn man Sonntags in die Kirche geht ?
Ist man nur dann religös wenn man nach den Geboten lebt ? |
Das ist eine gute Frage und sorgt sicher für viele unterschiedliche Meinungen, wie schon so oft! Ich denke, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.
Für mich hat Glauben nichts mit der Kirche zu tun. Die Kirche ist meines Erachtens gleichzusetzen mit einem Verein. Die Kirche ist, wenn man so will, das Vereinshaus, wo man sich unter anderem trifft, um mit Gleichgesinnten zusammen zu sein. Und die Kirchensteuer ist der Mitgliedsbeitrag, den man bezahlt, um diesen Verein zu unterstützen.
Man ist nicht automatisch gläubig, nur weil man jeden Sonntag in die Kirche geht.
Beten kann man überall. Das Gebet und der Glaube ist nicht weniger wert, wenn man das zb. auf einen für sich selbst bestimmten Lieblingsplatz tut.
Normalerweise ist es doch so, dass die Eltern bestimmen, welcher Religion man angehört. Bei der röm. kath. Kirche, indem die Eltern ihr Kind taufen lassen. Das ist der Eintritt in diese Glaubensgemeinschaft. Danach durchläuft man mit den Jahren verschiedene Stationen, wo die Dazugehörigkeit immer wieder gefestigt wird (Erstkommunion, Firmung, Ehe). Jeder Mensch hat die Möglichkeit das irgendwann zu ändern, indem er von dieser Gemeinschaft austritt. Den Verein verlässt.
Aber....das heisst nicht automatisch, wenn man den Verein verlässt, dass man dann auch nicht mehr gläubig ist und einem der Glaube nichts mehr bedeutet.
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| Meine Frau gibt auch an religiös zu sein sie betet auch täglich aber oftmals kommt es mir so vor als ob sie nur betet damit ihre Hoffnungen erfüllt bzw. ihre Ängste gelindert werden und dies ist ja nicht der Sinn des betens |
Ich denke schon, dass das unter anderem der Sinn des Betens ist......und "das Danken", was meines Erachtens das Wichtigste sein sollte.
Beten verändert nicht die Welt.
Aber beten verändert die Menschen,
und Menschen verändern die Welt.
(Albert Schweitzer)