Peter
Hola,
nun ja, die Pünktlichkeit. Als Julisa noch im Hotel beschäftigt war, erschien sie immer mehr als pünktlich auf der Arbeit. Wenn sie mich am Flughafen abholt, ist sie immer pünktlich dort. Daran liegt es nicht, und ich streite mich auch nicht um 5 oder 10 Minuten. :-))
Was mich störte, und sie nun auch weitestgehend abgelegt hat ist die Tatsache, dass, wenn einmal etwas dazwischen kommt und sie sich verspätet, sie betreffenden Personen telefonisch Bescheid gibt. Nach dem "Vorfall" hat sich das jedenfalls geändert und der Hausfrieden ist und war wieder hergestellt.
Sollte das dass einzige beliben, was in unserem Leben für Unruhe sorgt, dann werden wir sicher viele Jahre glücklich miteinander leben werden.
Saludos, Peter
luislui
Hola,
also ich habe mich mittlerweile auch so einigermassen an die unpünktlichkeit meiner Frau gewöhnt

sollte sie die vereinbarte Zeit um mehr als 20 Minuten überschreiten und ich auch nichts gehört habe von ihr bin ich einfach weg dass gibt dann zwar immer

aber so hab ich es geschafft dass sie zumindest einigermassen pünklich ist

, denn komischerweise gefällt ihr das gar nicht wenn sie auf jemanden warten muss :lol:.
Adios
Luis
Bachatera
| Zitat: |
Original von soosi
[
also bist du pünktlich
dein Mann hat Recht,man weis nie was dazwischen kommen kann
er hat das Recht zu mekern,er ist mehr deutsch wie du, :lol: :lol: :lol: |
Das ist auch das einzige Mal am Tag wo ich pünktlich bin, ansonsten immer so 5-15 Minuten Verspätung, das liegt daran, dass ich immer denke ich habe noch Zeit und anfange, irgendetwas zu machen und dann wird des wieder spät. Ich hasse es zu früh zu sein, schade um die Zeit, die ich dann unnütz irgendwo verbringe.
Franko
Mir geht es ja nicht darum das Verhalten einzelner zu kommentieren, sondern generell Verständnis zu wecken, wenn zwei "Zeitkulturen" zusammenkommen. Natürlich verhält sich jeder einzelne anders.
Aber die meisten, welche binational verheiratet, stoßen manchmal auf ein Verhalten, über dass man sich doch ärgert.
Pünktlichkeit hat ja etwas mit Zeitverständnis zu tun.
Während die Deutschen bei Verabredungen das tun, was sie sich vorgenommen und vereinbart haben, ändern Südamerikaner Termine auch kurzfristig. "Das Leben befindet sich im Fluss. Zeit ist eine weiche Einheit, die an äußere Umstände angepasst wird. So kann es passieren, dass von zehn geladenen Gästen vier kurz vorher absagen. Dafür bringen aber die anderen Gäste spontan weitere vier Freunde mit.
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema.
Die messbare Zeit gibt es ja erst seit dem Mittelalter. Im Zuge der Industriealisierung hat sich bei uns die horizontale Zeitlinie durchgesetzt.
Länder welche noch vor 100 Jahren viel Agrarstrukturen und wenig Industrie hatten eine andere Zeitvorstellung. Da ging es eher um den Zeitpunkt, wann ich die Aussaat rausbringe oder die Ernte einfahre. Stunden oder Minuten waren dafür nicht notwendig. Eher schon der Zeitpunkt der Sonnenwende. Die Menschen lebten noch nach ihrem biologischen Rhythmus. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bestimmten den Tag. Mitte des Tages war wenn die Sonne am höchsten steht. Auch wir kennen noch den Begriff "Tageswerk".
Wenn also ein Südamerikaner sagt er kommt um 10 Uhr, dann meint er eigentlich, ich komme bevor die Sonne am höchsten steht, also allerspätestens kurz vor 12 Uhr. Das steckt unbewusst noch aus der Vergangenen Zeit in ihm drinnen, aber die Zeiten haben sich mit der Globalisierung überall geändert und in hundert Jahren werden nur noch Naturvölker das natürliche Zeitverständnis haben.
Horizontal heißt, die Zeit ist etwas stetig Voranschreitendes, und daher ist es leicht, sie in einzelne Abschnitte einzuteilen und zu untergliedern. Alles ist exakt planbar.
Dagegen sind die Planungen in Gesellschaften mit einer vertikalen Sicht wie im Nahen Osten, im Mittelmeerraum und in Südamerika häufig flexibler. Die Menschen von vertikalen Zeitkulturen ziehen es vor, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.
Die auf einer horizontalen Zeitlinie denkenden Zeitgenossen der westlichen Welt, glauben eine Aufgabe oder Tätigkeit erst zu Ende bringen zu müssen, bevor sie eine neue angehen. Demgegenüber fällt es den Menschen in Gesellschaftssystemen mit vertikaler Zeitanschauung nicht schwer, eine angefangene Sache unbegrenzt beiseite zu legen.
Wer hat es nicht schon erlebt? Der Partner/in braucht, zum Beispiel, unbedingt neue Gardinen. Man diskutiert lange über warum, ob und wie, dann gibt man nach und vereinbart am Samstag diesen Einkauf zu erledigen. Der Samstag kommt, der Partner/in hat sich in der Zwischenzeit entschieden am Samstag lieber zu einer Party zu gehen. Das Thema "neue Gardienen" ist für Monate kein Thema mehr.
Es haben sich also im Laufe der Woche mehrere Sachen für den Samstag vertikal überlagert, und es wird dann das persönlich Wichtigste erledigt. Geht ja auch gar nicht anders.
Wünsche werden nicht horizontal nach einer Zeitlinie, der ja von der Verfügbarkeit des Einkommen abhängt, geplant, sondern alle vertikal übereinander gelegt.
Ich möchte jetzt ein Haus, ein Auto, einen Heimaturlaub, neue Möbel und Kleider. Am Anfang unserer Beziehung habe ich noch viel Kraft verbraucht diese auf eine realistische Zeitschiene zu bringen, was viel Verdruss brachte. Heute nehme ich das zu Kenntnis, erfreue mich auch an den Möglichkeiten die wir beide haben und warte ab.
Meine Partnerin hat doch selber in der Vergangenheit gesehen, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Also ist sie mit dem zufrieden, was im Moment möglich ist. Und nach zwei Jahren in Deutschland verlagert sich ihr Denken auch immer mehr auf eine horizontale Zeitschiene.
Wenn man dieses in der Beziehung berücksichtigt, dann kann man viel ruhiger leben.
Immer ruhig bleiben und nicht alles so ernst nehmen.
Franko
Franko
Franko
Hallo rheinkraft
| Zitat: |
@ Franko
Klar gibt es kulturelle Unterschiede. Ich finde es aber ehrlich gesagt lächerlich darüber zu diskutieren ob Dominikaner pünktlich sind.
Aber in dem anderen Thread hörte sich das wieder so an, als ob das ne Charaktereigenschaft ist, die jeder Dominikaner hat. Und es interessiert mich nicht ob hier Leute sind die dort schon 10 Jahre leben oder gelebt haben, man kann das trotzdem nicht einfach so sagen. |
Hast Du Dir auch wirklich den ganzen Tread durchgelesen? Und auch verstanden?
Ich zitiere mich mal
| Zitat: |
| Mir geht es ja nicht darum das Verhalten einzelner zu kommentieren, sondern generell Verständnis zu wecken, wenn zwei "Zeitkulturen" zusammenkommen. Natürlich verhält sich jeder einzelne anders. |
Ich spreche also nicht von Einzelpersonen und auch nicht von Dominikanern und Dominikanerinnen sondern von Latinos und Latinas. ich kritisiere auch nicht, sondern versuche nur zu erklären wieso es Unterschiede bei der Betrachtung von Dingen gibt.
Und wenn Deine Frau die westliche Zeitschine verinnerlicht hat, also Termine einhällt und berücksichtigt, dass Geldausgeben mit einer gewissen Zeit des Geldverdienes verbunden ist, dann muss das noch lange nicht für alle gelten.
Ich kenne hier in Deutschland viele Latinas, aus Brasilien, Kolumbien, Chile, Peru, Dominikanische Republik und auch Afrikanerinnen. Sie kommen zumeist aus dem studentischen Bereich. Wenn man sich mit den deutschen Partnern unterhält ist dieses doch ein Thema.
Für Dich mag dass alles lächerlich sein, aber für Betroffene, welche stundenlang auf ihre Frau warten, eher nicht.
Franko
rheinkraft1981
@ Franko
Nagut, vielleicht habe ich mich da auch falsch ausgedrückt. Das Thema an sich mag ja nicht lächerlich sein und klar für Betroffene sowieso nicht. Aber ich meine dann sagt man dem Partner oder der Partnerin das es so nicht geht und muss danach für sich selbst wissen wie weit man dann noch Unzuverlässigkeit oder Unpünktlichkeit toleriert. Außerdem sagst Du jetzt, dass wenn meine Frau eben nicht so ist bzw. Pünktlichkeit etc. verinnerlicht hat, das ich das nicht auf alle anderen schließen kann. Tue ich ja auch nicht. Genau darum geht es mir ja und genau deswegen habe ich das in dem anderen Thread geschrieben. Der eine ist püntklich der andere nicht. Gibt es hier genauso, das ist zum größten Teil ne persönliche Eigenschaft, nicht aber dran auszumachen ob einer Dominikaner oder Deutscher ist.
Deinen letzten Beitrag habe ich auch erst gerade gelesen. Du packst solche Themen ja auch ganz anders an.
Wie auch immer, ging mir lediglich darum mein Missfallen zu äußern irgendwas verallgemeinern zu können. Über das Thema an sich kann man ja ruhig reden.
Gruss