amo75
Nachdem ich hier im Forum einige Berichte gelesen, ja manche sogar fast verschlungen habe und ich leider festellen musste, dass die wenigsten ein Ende fanden, habe ich mich entschlossen selber einen Bericht zu schreiben und diesen auch zu beenden.
Also mal schauen was dabei so rumkommt. Hoffe ich mache dem Schreibstil von Peter ein bisschen Ehre (der sollte ja wirklich mal ein Buch schreiben - hauptsache er schreibt überhaupt wieder mal...).
Also alles begann im Jahre 2005. Ich war gerade dabei das Ende meiner letzten Beziehung zu überwinden und hatte noch gar kein Interesse an einer neuen Liebschaft. Im Gegenteil. Manchmal nervten mich die Frauen nur schon wenn ich sie sah, geschweige denn wenn ich sie noch hören musste (tja das war damals wirklich so).
Aber damit war ja die körperliche Lust nicht einfach so verschwunden wie man sich denken kann. Also haben wir (einige ausgewählte Freunde und ich) uns von Zeit zu Zeit zusammen auf die Piste gemacht um was zu erleben... Also rein ins Auto und los zu einem uns wohlbekannten "Dancing" wie man das bei uns so nennt. Da sofort raus aus dem Wagen und in Hochstimmung sofort richtung Eingang.
Wow!!! Was ich da vor dem Eingang sah warf mich schon zum ersten mal aus den Socken. Da stand sie in ihrem knappen Kleidchen (es war genau der 09. November 2005 / 2 Tage nach meinem 30. Geburtstag) und es war um diese Jahreszeit schon verdammt kalt. Wir kamen näher und sie würdigte uns keines Blickes - im Gegenteil sie drehte sich um und telefonierte in aller Ruhe weiter.
Wir also sofort an die Bar und Bier bestellen. Was ich hier alles so sah konnte mich nicht mehr richtig überzeugen. Ich war immer noch in Gedanken bei der unbekannten "Pretty Woman", konnte sie aber nicht mehr entdecken und sie blieb auch bis auf weiteres einfach verschwunden. Nach einiger Zeit war ich durch Gespräche und Shows soweit abgelenkt, dass ich auch an sie keinen Gedanken mehr verschwendete. Und da traf es mich zum 2. mal wie vom Blitz getroffen. Da war sie wieder. Sie hing völlig desinteressiert an der Bar rum und sprach mit einer Freundin. Ich sah natürlich dauernd rüber und auch ihre Freundin hatte mich schon bemerkt. Sie lächelte und kam alleine zu uns an die Bar. Sie hängte sich sofort an mich ran und bezierzte mich mit ihrem gebrochenen aber sehr interessanten Deutsch. Da ich jedoch keine kostbare Zeit verschwenden wollte habe ich ihr auf spanisch beigebracht dass einer meiner Freunde (der noch gar nichts von seinem Glück wusste) sehr an ihr interessiert sei. Gleichzeitig bat ich sie um einen Gefallen. Sie sollte doch mal ihre süsse Kollegin rüberholen, da mir sonst so alleine langweilig wäre.
Gesagt - getan.
Also kam sie rübergeschlendert, stellte sich zu mir an die Bar und schaute mir tief in die Augen. Ich konnte mir ein erfreutes Grinsen nicht verkneifen. Sie fragte mich natürlich sofort wieso ich lache und ich entgegnete ihr voller Überzeigung: porque tu estas tan guapa. Sie schaute mich völlig irritiert an und ich musste sie als ich dies bemerkte wohl noch viel irritierten angekuckt haben. Nach einer klärenden Diskussion stellte sich für mich heraus, dass guapa in Santo nicht wie in Spanien hübsch bedeutet sondern verärgert. Wenigstens konnten wir uns darüber amüsieren und das Eis schien gebrochen. Im weiteren Gespräch kamen wir auf das Thema Tätowierungen und Piercings. Ich erwähnte mein Tattoo im Nacken und mein Piercing durch die Brustwarze (das andere habe ich vorerst mal verschwiegen...). Mir wurden danach sofort die Brustwarzen begrabscht in der Überzeugung dass ich sie ja eh nur verarschen würde. Plötzlich wurden ihre Augen ganz gross und schon war mein Hemd fast Vergangenheit. Sie konnte sich köstlich darüber amüsieren und ihre Augen glänzten wie kleine Edelsteine. Tja das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft...
Sie fand mich doch sehr speziell und machte mir das Angebot doch mit ihr zu verschwinden... Das nahm ich doch zu gerne an und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Auf ihrem Zimmer kamen wir uns schnell näher und nach einiger Zeit hat sie dann auch mein 2. Piercing entdeckt. Das hat ihr dann wohl den Rest gegeben. Sowas kannte sie aus Santo nicht und es gab für sie kein Halten mehr.
Als wir wieder unten in der Bar waren haben wir uns noch weiter unterhalten und ich habe sie nach ihrer Telefonnummer gefragt, welche sie mir nach kurzem Zögern dann auch aufgeschrieben hat. Wie sie mir später mal erzählte, hat sie gar nicht damit gerechnet dass ich mich wieder mal melden würde. Tja erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Peter
Hola amo75,
nun, erst einmal danke für die "Blumen"......ja, ich werde die Geschichte fortzetzen. Habe ja schon wieder einen Aufenthalt hinter mir, und der nächste ist für Januar 2008 geplant.
Allerdings wollte und will ich die Mitglieder hier nicht unbedingt mit dem üblichen Alttag langweilen. Ich lebe dort ja eigentlich wie ein Dominikaner, wenn auch mit besserer finanziellen Absicherung :lol:, und da ist der eine Tag eigentlich nicht viel anders als der Tag zuvor.
Derzeit befinden wir uns in der Phase der Vorbereitung zur Hochzeit. Meine Freundin geht zu diesem Deutschkurs, und ich hoffe, dass ich sie dann endlich im Frühjahr 2008 bei mir in D habe.
Spätestens dann werde ich die Geschichte beenden, heißt, ich werde alle gemachten Schritte, auch das Überwinden einiger Hindernisse hier niederschreiben.
Tja, danach kann ich ja dann ein neues Thema eröffnen :-))
"Leben und Alltag mit einer Dominikanerin in Deutschland".....bin ja selber gespannt.
Also, beste Grüße, Peter
amo75
Also ich hatte nun ihre Telefonnummer und wollte sie auch anrufen aber ich habe mich dann doch immer wieder irgendwie darum gedrückt aus Angst ich wüsste nicht was ich mit ihr so am Telefon bereden sollte und das ganze dann doch ziemlich peinlich ausgehen könnte.
Ich muss vielleicht noch anfügen wie das hier mit diesen Mädchen so läuft. Sie werden als Animierdamen und Tänzerinnen engagiert und bekommen Prozente von dem was ihnen von den "Herren" offeriert wird (zuzüglich zu ihrem Lohn). Viele Mädchen, wohl eher die Mehrheit, verdienen sich auch noch etwas dazu indem sie sich prostituieren. Ausserdem wechseln die Mädchen jeden Monat ihren Arbeitsort. Die Kundschaft will ja schliesslich Abwechslung.
Ich habe mich dann irgendwann mal bei ihr gemeldet und gefragt ob sie sich den freuen würde wenn ich mich wieder mal bei ihr blicken lassen würde. Sie war wohl ein bisschen verdutzt, bejate dies jedoch. Als ich bei ihr in der Arbeit eintraf, kam sie angerannt und hat mich sofort umarmt und sich tierisch gefreut obwohl es ihr zu dieser Zeit seelisch nicht sehr gut ging. Ihre Grossmutter war in diesen Tagen gestorben und sie machte sich riesige Vorwürfe, dass sie nicht da war um sich von ihr verabschieden zu können. Sie war wirklich fertig und hat auch geweint und fühlte sich sooooo alleine hier. Das konnte ich sehr gut verstehen. Sie arbeitete zwar jeweils mit Mädchen aus Santo zusammen aber richtige Freundschaften konnten sich nie wirklich entwickeln, da jede nach einem Monat wieder ihres Weges ging. Also war ich eigentlich ihre einzige Konstante in ihrem Leben hier.
Ich erinnere mich noch als ich sie zum ersten mal nach ihrer Arbeit abgeholt habe um sie zu mir nach hause zu nehmen. Wir waren wohl beide etwas nervös und keiner wusste so genau auf was er sich hier so genau einlässt. Auf jeden Fall haben wir im Auto nicht wirklich viel miteinander gesprochen und warteten was da wohl kommen möge.
Als wir endlich bei mir angekommen sind war sie doch positiv überrascht und ihr gefiel meine Wohnung und wie ich sie eingerichtet habe. Das sie von nun an immer an ihren freien Tage zu mir kommen würde hat sich im weiteren Verlauf unserer Beziehung so ergeben da wir das beide so wollten. Ich muss auch sagen, dass das bei uns von Anfang an nie so war, dass sie mich als reichen Gringo angesehen hat, sondern immer ihren Beitrag freiwillig zu unserer Beziehung geleistet hat. Sei hat mich auch nie um Geld gefragt, und wenn um wenig und das hat sie mir bei der ersten Möglichkeit sofort ohne Aufforderung zurückbezahlt.
Meine grösste Angst war ja, dass sie nur mit mir zusammen war um mich zu heiraten und sich danach mit der Aufenthaltsbewilligung zu verabschieden. Da ich natürlich Klarheit wollte habe ich das Thema ersteinmal vor mich hergeschoben aber sie dann doch einmal darauf angesprochen. Ich kann Euch nur sagen was jetzt kam hat mir das Herz zerrissen...
Sie hat ihre Sachen gepackt und wollte nachts um irgendwie 3 Uhr zurück in ihre Wohnung (Zimmer?). Dies natürlich ohne Verkehrsmittel wie Bus, etc. Die einzige Möglichkeit wäre ein Taxi gewesen. Aber das wollte ich ja gar nicht - ich Depp wollte ja nur Gewissheit. Wer versteht mich nicht??
Also sie hat sich dann ins Wohnzimmer verzogen und Rotz und Wasser geheult. Sie fragte mich immer wieder wie ich sowas von ihr denken könnte und ob sie jemals irgendwas gemacht hat damit ich dies von ihr denken könnte. Mir war ganz elend!!! Aber ich zog es eiskalt durch. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wir haben dann noch lange miteinander diskutiert und haben uns dann irgendwann gegen Morgen ins Bett verzogen.
Sie war sehr enttäuscht von mir aber später einmal sagte sie mir so weh ihr das auch getan hätte, es wäre richtig von mir gewesen ihr diese Frage zu stellen. Von diesem Zeitpunkt (oder nach einiger Überlegung) sei auch ihr klar gewesen, dass ich mich mit ihr nicht nur zu meinem Vergnügen getroffen habe. Wir waren immer sehr offen zueinander und haben auch immer miteinander diskutiert. Mein Vorteil war oder ist, dass meine Freundin eigentlich in ihren Ansichten perfekter ist als die meisten Europäer. Also sie kann mit Geld sehr gut umgehen, ist liebenswürdig, herzlich und einfach von Grund auf ein guter Mensch. Eigentlich der Gegensatz von der Vorstellung die ich bis dahin von diesen Leuten gehabt hatte.
Nach einigen Monaten entstand natürlich noch ein anderes Problem. Wie erklärte ich meine neue Beziehung meinen Eltern und wie würden die Freundinnen meiner Freunde auf sie reagieren. Ihr lacht jetzt vielleicht, aber das war mir wirklich sehr wichtig da ich ein familiärer Mensch bin und wenn zum Beispiel meine Eltern oder meine Freunde/Freundinnen sie nicht mochten oder irgendwelche Vorurteile hatten, dann hatten wir ein Problem. Mit meinen Kolleginnen war es überraschenderweise gar nie ein Problem, da Liz auch bei ihnen sofort durch ihre herzlichkeit gut ankam und schnell Kontakt fand.
Jetzt blieben also nur noch meine Eltern... Eines Tages packte ich Liz ins Auto und ab gings zu meiner Family. Hola waren wir beide nervös. Aber ich kann euch alle beruhigen. Alles lief gut und das einzige was bis heute bemängelt wird ist, dass sie besser deutsch lernen muss, damit sie sich auch richtig unterhalten kann.
OK jetzt weiter im zeitlichen Ablauf. Liz hat ja hier nur ein Arbeitsvisum für jeweils 8 Monate und muss danach für 4 Monate ausreisen. Am 04. April 2006 war es dann soweit. Als sie am Flughafen Zürich durch die Passkontrolle ging liefen wieder die Tränen. Nicht nur bei ihr auch bei mir. Wir wussten, dass wir uns sicher im Juli wiedersehen würden denn wir hatten uns für 3 Wochen ein Hotel gebucht und dann würde ich auch ihre Familie kennen lernen. Es war eine lange und harte Zeit doch wir haben wirklich fast täglich miteinander telefoniert und wir wussten wir konnten uns aufeinander verlassen.
Im Juli dann rein in den Flieger und ab nach Santo. Ich war wirklich gespannt sie wieder zu sehen und wir hatten abgemacht uns dann im Hotel zu treffen. Ich habe ihr meine Flugdaten durchgegeben und ihr gesagt wann ich etwa im Hotel sein würde. Sie fuhr mit dem Taxi von Higüey ins Hotel und war schon vor mir da. Die Begrüssung war stürmisch und ich möchte nicht wissen was die Leute in der Lobby dachten (doch eigentlich möchte ich es schon wissen :-))
Für Liz war am Hotel nur insofern neu, dass sie jetzt Gast war und nicht hier zum Arbeiten war. Sie hatte vorher 7 Jahre in Casinos gearbeitet und kannte eigentlich die schönen Seiten, nur hatte sie sie selber noch nie erlebt. Wir verbrachten wirklich eine schöne Zeit im Hotel. Natürlich kam dann einmal der Tag an dem wir nach Higüey reisten um ihre Familie zu besuchen. Wie??? Mit dem Guagua natürlich. War echt cool obwohl schon anders als hier. Higüey hat mir eigentlich sofort gefallen doch als wir dann in ihr Barrio abbogen wurde mir doch schon einiges klar. Die Strasse war keine Strasse - es war ein Loch mit ein bisschen Strasse dazwischen. Also auf gut deutsch eine nichtasphaltierte Strasse mit unendlich vielen Löchern.
Gut ich bin "gutsituiert" aufgewachsen, wurde aber von meiner Eltern nicht unbedingt verwöhnt. Meine Mutter ist eine Bauerstochter und der Boden ihres Elternhauses bestand aus Lehm... Ich wusste also wie andere Leute lebten oder eben leben und war nicht wirklich überrascht. Ihre Familie begrüsste mich herzlich als würden sie mich schon ewig kennen und ich war wohl die Attraktion im Barrio. Das Häuschen war klein aber soweit eigentlich in Ordnung. Wir hatten unser eigenes Zimmer mit Türe und somit war auch für Privatsphäre gesorgt. Duschen war halt nur mit Wassereimer möglich, aber auch das kannte ich schon aus meiner Militärzeit und war auch nicht wirklich ein Problem. Mein Vorteil war natürlich, dass ich jetzt nicht als der Geldbringer angeschaut wurde, da Liz ihr eigenes Geld verdiente und auch ihre Schwester, ihre Tante und ihr Mann dort gute Arbeit in Hotels oder Casinos hatten und für dortige Verhältnisse nicht reich waren aber gut leben konnten.
Was für mich jeweils lustig war, dass ihre Neffen und Nichten überhaupt keine Ahnung von Europa hatten und wie es dort abgeht. Sie staunten nicht schlecht wenn ich ihnen von uns erzählte und wie wir leben. Tja es ist schon anders bei uns...
Also jetzt werd ich mal enden und später weiterschreiben.
Buenas noches a todos
AMO
amo75
Es war eine sehr schöne Zeit. Wir waren immer so 3 Tage im Hotel und fuhren dann für 1-2 Tage zu Ihrer Familie nach Higüey. Da ich mich dank meiner Ausbildung recht gut auf spanisch verständigen kann, war es für mich auch nie ein Problem wenn mich Liz mal bei Ihren Brüdern, Schwester, Neffen, etc. alleine liess weil sie in einen Salon ging um sich die Haare, Nägel oder sonst was zu machen.
Im Gegenteil ich konnte mich selber immer gut organisieren. Dann haben wir halt mal mit der Playstation gespielt oder sind irgendwo zusammen ein Presidente trinken gegangen. Die Tage gingen auf jedenfall immer irgendwie vorbei und ich habe mir in dieser Zeit geschworen dass ich wieder herkomme.
So haben wir damals auch beschlossen, dass wir das nächste mal gar nicht mehr ins Hotel gehen sondern direkt hier bei ihr in Higüey bleiben könnten.
Also der Abschied nahte und ich verabschiedete mich von der ganzen Familie und am letzten Tag wurde ich vom Hotelbus abgeholt der mich zum Flughafen brachte. Liz kam mit mir mit und stieg an der Parada nach Higüey aus und reiste von dort aus weiter nach Hause. Sie konnte leider erst eine Woche später nachkommen und so haben wir uns verabschiedet mit dem Wissen uns bald wieder in der Schweiz zu sehen.
Als ich jedoch in Punta Cana am Flughafen angekommen bin war bereits die Reiseleitung vor Ort und teilte uns mit, dass der Jumbo der AirFrance noch nicht hier ist und auch heute nicht mehr kommen würde. Mein Gott war der Aufschrei gewisser Leute gross. Man hätte meinen können die Welt geht unter. Also mussten wir unser Gepäck wieder in einen anderen Bus einladen und fuhren in ein Hotel unweit des Flughafens. War natürlich alles gratis aber doch schon irgendwie stressig. Gebraucht hätte auch ich das ganze nicht. Tja auf jeden Fall am nächsten Morgen wieder packen und in die Lobby. Von der Reiseleitung war nie wieder jemand zu sehen. Das war das was mich wirklich aufgeregt hat. Die Leute waren jetzt wirklich aufgeschmissen. Ich konnte mich ja am Flughafen verständigen und fragen wie es weitergehen würde und wann der Flieger endlich kommt. Doch andere Touristen waren zwischenzeitlich wirklich verzweifelt und waren wirklich nicht mehr gut drauf. Ich musste ständig für jemanden etwas organisieren, irgendwo nachfragen und es kam natürlich ständig die gleiche Antwort. Espera y calmase... todo va estar bien....
Tja irgendwann war ich dann wirklich wieder zu hause und freute mich auch schon wann ich Liz wieder in meine Arme schliessen konnte. Sie ist echt eine gute Frau und sie weiss was wichtig ist und was nicht. Mein einziges Ziel ist sie glücklich zu machen und genau so sieht sie es auch. Wenn wir manchmal zu hause vor dem Fernseher liegen und uns gegenseitig streicheln das tut so richtig gut. Sie geniesst das umsomehr, weil sie sich dieses Verhalten so aus der Dominikanischen Republik gar nicht gewöhnt ist. Als ich sie einmal fragte ob ihre Ex-Freunde sie auch körperlich so verwöhnt hätten mit Massage und Rückenkraulen schaute sie mich traurig an und meinte, dass das dort nicht üblich wäre. Männer würden nur für sich schauen und hätten X Freundinnen, etc. Daraus entspringt meiner Meinung auch teilweise die extreme Eifersucht die südländische Frauen so mit sich herumtragen.
Wenn wir mal mit Freunden/Freundinnen unterwegs waren und mich ein Mädchen mal länger angeschaut hat, war sie bereits auf 180 und wollte mir eine Szene machen!!! Mir?? Wieso mir, ich konnte doch gar nichts dafür! Ich habe ja gar nichts dazu beigetragen. Ich habe das Mädchen weder angeschaut, noch mit ihr gesprochen, noch sonst irgendwas. Ich fand das dann immer sehr lustig und es hat mich auch immer gefreut. Denn man ist nur eifersüchtig wenn man jemanden wirklich liebt. Einmal war sie sogar auf eine Kollegin von mir eifersüchtig, weil wir an einer Party zusammen rumgeblödelt haben... Tja wems Spass macht...
So ging die Zeit ins Lande und schon bald wurden die Tage wieder kürzer, die Bäume verloren ihre Blätter und der Winter stand vor der Tür. Das war jedesmal wieder ein tolles Schauspiel. Sie konnte es kaum erwarten bis der erste Schnee viel obwohl sie immer scheisse-kalt hatte. Aber es war eine Freude zu sehen wie ihre Augen glänzten und sie durch den Schnee stapfte. Wir unternahmen natürlich auch immer etwas zusammen. Gingen in die Berge wo häufig die Sonne scheint und genossen die tolle Aussicht oder einmal waren wir auch Schlittenfahren. Das fand sie dann doch nicht so toll und ich musste den Schlitten fast runterschieben, weils ihr sonst zu schnell ging. Tja das war dann für sie nicht so der Hit. Was sie jedoch sehr gerne macht, ist durch die verschneiten Wälder zu spazieren und sich dann irgendwo wieder zusammengekuschelt aufzuwärmen.
Im Herbst 2006 hat sie dann für ihre Tante hier in der Schweiz ein Arbeitsvisum organisiert. Sie konnte Ende Februar 2007 einreisen um im März hier mit der Arbeits zu beginnen. Tja sie erwischte einen denkbar schlechten Start hier. In Zürich gelandet - wo ist mein Koffer!?!? Scheisse das darf doch nicht wahr sein. Ich sah sie durch die Sicherheitsglasscheibe und merkte schnell, dass dieser Scheiss-Koffer nicht vorhanden war. Der Sicherheitsbeamte liess mich dann wenigstens bis an die Durchgangsschleuse heran, damit ich mich mit ihr unterhalten konnte und ihr die Tasche und den anderen Koffer abnehmen konnte. Klar hat sie geweint - sie war hier kaputt von der Reise, nervös was hier so alles auf sie zukommen würde und dann dies. Sie musste ihre Personalien aufgeben und dann hiess es einfach warten. Das Fundbüro würde sich dann sofort bei mir melden falls der Koffer angekommen ist. 2 Tage später war es dann soweit!!! Das arme Kind war schon völlig verzweifelt und hatte natürlich ihre Arbeit ohne eben diesen Koffer beginnen müssen - dumm war nur, dass genau in diesem Koffer wichtige Kleider für ihre Arbeit waren.
Also habe ich Liz zu hause abgeholt und bin mit ihr auf den Flughafen gefahren um den Koffer abzuholen ohne ihrer Tante überhaupt was zu sagen. Wir haben sie dann gemeinsam in ihrer Arbeit überrascht. Mein Gott war die Freude gross... Das war jedoch so ziemlich das letzte mal, dass ich mich mit ihrer Tante freuen konnte. Schnell wurde uns klar, dass sie nicht so recht mit Geld umgehen konnte und das verärgerte mich doch schon ein bisschen. Als sie hier angekommen ist hat sie gross erzählt was sie alles machen wolle oder müsse. Ihre Mutter braucht ein neuen Blechdach und die Fenster müssen neu gemacht werden - ausserdem muss auch der Fussboden erneuert werden und ausserdem brauchen sie und ihr Mann auch ein neues Auto weil das alte wirklich langsam den Geist aufgiebt. Ja ja ja, alles nur leeres Geschwätz. In den 8 Monaten in denen sie hier war hat sie etwa so viel Geld gespart wie Liz etwa in 2 Monaten. Die hat uuuunmengen Kleider gekauft und auch sonst das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Zug fahren??? Alles viel zu unbequem - lieber Taxi fahren für ca. 200.-- bis 300.-- im Monat. In diesem Zimmer schlafen?? Wohl kaum - lieber nochmal 400.-- Mehrpreis bezahlen für eine "Suite" wie sie das gerne nannte. Tja jedem das seine...
Liz musste ja dann am 04. April 2007 wieder ausreisen und 4 Monate zurück nach hause. Ich merkte dann im Verlaufe der Zeit einfach immer mehr, dass mir was fehlte. So beschloss ich dann, ihr an unsrem 2. Jahrestag (09. November 2007) einen Heiratsantrag zu machen. Dauert ja noch ein bisschen und darüber später mehr. Klar hat sie sich am Anfang noch gefreut ihre Familie und Verwandten wieder zu sehen, aber das war dann auch meistens nach 1 Monate wieder vorbei. Sie ist auch jetzt nicht so der Mensch der immer weg muss - sie bleibt lieber zu hause. Sie war ja ursprünglich nur in die Schweiz gekommen, damit sie ihrer Mutter in Higüey ein schönes Häuschen kaufen konnte und wollte auch nie in der Schweiz bleiben. Tja dann bin ich ihr eben über den Weg gelaufen. Auf jeden Fall hatte sie jetzt genug Geld zusammen um sich oder besser gesagt ihrer Mutter eine "Construction" zu kaufen. Nur eben, darin kann man ja bekanntlich noch nicht wohnen. Um ihr Geld anzulegen hat sie sich dann noch eine "Solar" in der Nähe von Boca de Yuma und ein grosses "Terreno" irgendwo auf dem Land an einem Flüsschen gekauft. Das hat sie mir alles mit Freuden am Telefon berichtet und sie war auch wirklich stolz sich das mit ihren 24 Jahren schon leisten zu können. Harte Arbeit und sparen lohnt sich eben doch... (siehe Tante)!
Irgendwann wurde ihr jedoch klar, dass sie für das Haus ihrer Mutter einfach doch zu lange sparen musste und hat die "Construction" wieder verkauft. Sie hatte sich entschieden, ihrer Mutter ein fertiges Haus zu kaufen. Sie gönnte sich dann einen gebrauchten Toyota Jeepeta und machte die Fahrprüfung (wenn man dem im Vergleich zu hier überhaupt so sagen konnte).
Tja eine Woche bevor ich wieder runterflog hatte sie dann das gewünschte Häuschen gefunden, gekauft und auch gleich den Umzug in die Wege geleitet. Mann jetzt war ich natürlich schon ein bisschen nervös. Wie wird das nur dort?? Hat sie das Geld auch gut angelegt??? Wie weit ist der Umzug wenn ich da ankomme??? Fragen über Fragen.
Ich bin dann am 14. Juli 2007 dort am Flughafen in Santo Domingo angekommen und ich wurde fast überrannt.... Ich kam als LETZTER von meinem Flug durch die Schleuse, hörte einen Schrei und dann kam Liz schon freudestrahlend angerannt und knutschte mich ab und riss mich fast zu Boden. Die Freude war riesig. Ihre Schwester und ihr Schwager (eben der Mann ihrer Tante die momentan noch in der Schweiz war). Ich wollte einfach nur raus aus dem Getümmel und ab nach Higüey. Liz sagte mir es dauert so ca. 1.5 Stunden - also stellte ich mich auf 3 Stunden ein. Die haben da einfach eine andere Zeitrechnung als wir :-)))
Ihr Jeepeta war aber wirklich geil das muss ich sagen. Schon mal positiv dachte ich. So kann es ruhig weitergehen... Tja die 2 Wochen wurden dann doch stressiger als ich's mir gedacht hätte...
Also buenas noches a todos y hasta pronto
AMO
Catweezle
hallo Amo
Deine Geschichte klingt ja auch sehr interssant.
Ich liebe es Geschichten aus dem "wahren" Leben zu lesen, vor allem wenn
sie so anschaulich beschrieben sind.
Ich finde immer viele Passagen und Situationen die ich kenne, die ich auch so oder ähnlich erlebt habe.
das bringt mich dann zum schmunzeln und ich kann mir alles genau vorstellen.
Danke
amo75
Also wir waren jetzt auf dem Weg nach Higüey und ich genoss dei Nähe zu meiner Liz. Auch sie kuschelte sich bei mir an und wollte mich nicht mehr loslassen. Als wir das Flughafengelände verlassen haben ging es auf die Autopista vorbei am wunderschönen Meer (die Autobahn führt da ja wirklich teilweise wenige Meter vom Meer entlang). Suuuper!!! Dazu ein bisschen Reaggeton, Bachata und all die tolle Mucke und ich war glücklich...
Wir fuhren wirklich durch schöne Gegenden und als wir von La Romana immer näher nach Higüey kamen merkte ich schon, wie Liz langsam unruhiger (und wohl auch nervöser) wurde. Sie war einfach gespannt was ich zu ihrem Haus sagen würde. Higüey kannte ich ja schon bisschen aus dem Urlaub 2006 aber da gab es noch viel zu entdecken...
Wir schlugen also den Weg ein in ihr Barrio. Und schon bald standen wir vor ihrem alten Haus wo noch ihr Bruder, ihre Grossmutter mit Anhang, ihr Onkel (der übrigens erst 16 ist!!!!) wohnten. Ich wurde mit Pauken und Trompeten empfangen. Leider war ich doch ziemlich kaputt und wollte nur noch ins Bett (das wollte auch Liz - jedoch nicht um zu schlafen). Tja wir fuhren dann weiter in Barrio hinein und ich dachte so bei mir wo ich den jetzt hinkomme... und plötzlich standen wir vor einem schönen Haus. Ich muss wirklich sagen ich habe mich in diesem Moment schon für meine Freundin gefreut. Das Haus ist jetzt nicht so wie wir das von hier kennen aber doch recht ordentlich. Es ist ein Parterre-Bau, Sitzplatz, Garage für 2!! Autos, 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Dusche mit WC, Küche und einem Hinterhof. Also wirklich toll und hier lässt es sich auch gut leben...
Tja das dachte ich!!!
Es war alles schon eingerichtet, Liz hatte sich ein neues Bett und eine neue Zimmereinrichtung gekauft und alles sehr schön hergerichtet. Von ihrer Mama wurde ich sehr herzlich empfangen und sie wollte sofort alles wissen wies mir geht und so. Auch immer nach meinen Eltern fragt sie und freut sich immer wenn ich sage es geht ihnen gut. Also die Herzlichkeit dieser Leute ist wirklich beeindruckend!! Wir wollten dann mal meine Sachen verstauen und setzten uns in "unser" Zimmer ab. Liz wäre am liebsten über mich hergefallen doch sie merkte schnell, dass ich noch nicht so richtig bei der Sache war und noch ein bisschen Zeit brauche (und das von einem Mann!!!). Erst jetzt viel mir die Bauweise dieses Hauses auf - es gab ja hier gar keine richtigen Wände. Also Wände gab es schon aber die schlossen gegen oben ja gar nicht mit der Decke ab! Mir schoss natürlich sofort durch den Kopf: wie willst du hier was anstellen dass nicht gleich das ganze Haus wusste was abgeht. Ich sprach natürlich Liz gleich mal auf meine Entdeckung an und sie lächelte und meine dass macht die Sache doch erst richtig interessant. Tja soooo konnte man die ganze Sache natürlich auch sehen - immer schön sportlich bleiben. Ich hatte natürlich auf verschiedene Geschenke mitgebracht und die wurden jetzt auch verteilt. Seither weiss ich wem ich nächstes mal wieder was mitnehme und wem nicht!!!
Also in diesem Haus wohnen eigentlich ihre Mutter, ihr kleinster Bruder und oft auch noch Keyla, die Tochter ihrer Tante aus der Schweiz. Meistens waren jetzt aber ständig viel mehr Leute hier, weil sie wussten jetzt geht immer etwas. Tja was soll ich sagen ich wollte natürlich auch etwas erleben und so unternahmen wir immer etwas. Und nur immer alleine ist natürlich auch nicht lustig - also war ich ganz froh, dass immer eine Schar Leute anwesend war mit denen wir etwas unternehmen konnten. Aber jetzt einmal von vorne.
Samstag abend bin ich da angekommen und es wurde mir sofort was gekocht. Danach noch reden, reden, reden und ab ins Bett. Hmmmm geschlafen hätte ich auch gerne, nicht jetzt wegen Liz (das hat nach so langer Zeit schon richtig Spass gemacht) sondern wie schlafen bei dieser Hitze und nur mit Ventilator??? Tja irgendwie ist es dann schon gegangen. Sonntag morgen ausschlafen - das hab ich jedenfalls gedacht. Ist dann bei der Vorstellung geblieben. Sonntag ist da fast wie ein normaler Tag. Morgens um 6 kam der Hahn, da war ich schon innerlich am kochen und ich sagte Liz ich gehe jetzt raus und drehe dem Mistvieh den Hals um. Sie hat nur gelacht und sich nochmals an mich gekuschelt. Bei mir wars vorbei mit schlafen da auch die Mopeds durchs Barrio donnerten und einen Heidenlärm verursachten. Wir sind dann noch zusammen da gelegen und haben miteindander geredet über dies und jenes. Irgendwann bekam ich dann Hunger und wollte mir Frühstück organisieren. Pan de agua mit Butter und Konfitüre, ein Glas Milch mit Nesquik und mir gings echt guuut.
Ich hatte natürlich als erstes Lust zu schwimmen - also habe ich Liz den Auftrag gegeben die Leute zusammen zu trommeln und ab ins Freibad. Tja schnell gesagt und lange gewartet... Bis die endlich in die Gänge kamen, mein Gott. Nur keine Hektik (daran musste ich mich auch noch gewöhnen). Ich bin ein ungeduldiger Mensch - wenn ich was will dann jetzt und nicht in einer Stunde (auch das sollte mir noch ausgetrieben werden).
Also kurz vor Mittag waren wir endlich im Freibad und zu meiner Überraschung waren die meisten zum ersten mal hier!!??!! Rein ins kühle Nass und erst mal Spass haben - danach endlich ein kühles Presidente. Haaa so liess ich es mir gutgehen. Ich muss auch sagen, ich vermisste weder das Meer noch ein Hotel noch sonst was - mir ging es einfach richtig gut.
Nachmittags wieder nach hause und mit der ganzen Rasselbande Videos schauen (ich sah dort Filme, die waren bei uns noch nicht mal im Kino oder eben erst gerade angelaufen). Auch Karten wurden fleissig gespielt und wir hatten immer was zu tun. Später musste dann auch Essen eingekauft werden und ich erklärte mich bereit, für die ganze Familie zu kochen. Ihr lacht jetzt vielleicht, aber das mache ich recht gerne und vorallem für Leute die ja unsere Küche gar nicht kennen. Also mit dem Jeepeta ab zu Iberia. Liz wollte dass ich fahre aber das habe ich mir dann doch noch nicht zugetraut und so ist halt sie gefahren. Im Iberia haben mich die Leute schon ein wenig komisch angeschaut aber nach wenigen Tagen habe ich das gar nicht mehr wahrgenommen denn ich habe mich bereits wie zu hause gefühlt...
Wir kauften Juletas, Spaghettis, 2 verschiedene Sossen und natürlich Lechuga. Nach hause bin ich dann das erste mal gefahren und es war eigentlich nicht anders als hier. Dann endlich durfte ich kochen und war doch sehr gespannt ob die ganzen Leute das Essen auch gut fanden. Ich musste nicht fragen. Es war alles ruhig und die Leute haben reingehauen als gäbe es nie mehr was zu essen. Danach wollten alle die Rezepte haben obwohl ich ja nicht wirklich etwas spezielles gekocht hatte. Aber so kocht man gerne wenn man sieht es schmeckt! Liz hat von anfang an klargestellt, dass ich jetzt der Chef im Hause sei. Mir war das zwar etwas peinlich, da ich mich doch eher als Gast sah aber es wurde ohne ein einziges Murren akzeptiert. Ach ja einen Nachtisch habe ich auch noch gemacht: Tirami su.
Liz und mir hat es jedoch nicht so toll geschmeckt wie mit den Zutaten hier aus der Schweiz aber die Domis haben sich fast drin gebadet. Ich bin ja ein Süssigkeiten-Freak und ich muss sagen auch da ist es wie im Paradies. Tres leche, abichuela con dulce usw. Geil!!! Also ich kam voll auf meine Rechnung.
Wir zwei sind dann doch noch für drei Tage ins Hotel gefahren um unsere Intimsphäre zu haben und diese Zeit haben wir auch voll genossen. Wir waren im Excellente Punta Cana und das kann ich nur jedem empfehlen. War echt super muss ich sagen.
Als wir dann wieder zurück waren ging es dann richtig los. Es hiess, der Inversor sei kaputt. Was ist ein Inversor habe ich Trottel nichtsahnend gefragt ohne zu wissen, dass genau er das Ding ist, was mich nachts schlafen lässt. Der Inversor ist das Gerät was tagsüber wenn es Strom hat die Batterien auflädt, damit man dann nachts ohne Strom dann eben doch Strom hat um den Ventilator zu betreiben... Wird schon gehen habe ich gedacht ist ja nur für eine Nacht. Mann wie kann man nur so blöd sein! Ich wurde brutal eines besseren belehrt. Gross an Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken und das lag wieder nicht nur an Liz. Die Hitze war einfach unerträglich. Also am nächsten Morgen haben wir dann den Inversor ausgebaut und ihn zu einem Freund von Liz' Onkel gebracht der einen kleinen Elektroladen (ha ha ha Laden ist gut) in San Pedro de Macoris hat. Also ich ging mit Liz' Onkel Vitor der aus San Pedro stammt und dem kleinen Bruder ihrer Mutter dahin um den Inversor reparieren zu lassen. Also wir waren kurz vor Mittag so gegen 11.00 Uhr da und es hiess alles kein Problem so ca. um 15.00 Uhr ist alles wieder paletti. Damals hab ich eben noch jeden Scheiss geglaubt.
Wie gesagt stammt ja Vitor aus diesem Ort und er hat uns ein bisschen rumgeführt und uns die wichtigsten Locations gezeigt. Anschliessend waren wir ohne es zu wissen bei seinen Eltern zum Mittagessen eingeladen. Ich weiss nicht ob ihr mich jetzt versteht, aber mir war das dannzumal immer ein wenig peinlich wenn ich als sogenannter "reicher Europäer" kam und mich einladen liess. Aber wie auch immer seine Mutter hat ganz fantastisch gekocht und vorallem so viel... Und es hiess immer iss, iss, iss. Sie war fast beleidigt als wir nicht alles aufessen konnten aber wir alle drei waren einfach nur vollgefressen. (mehr gibts später wenn ich wieder schreiben kann - mir sind gerade die Buchstaben ausgegangen).
amo75
Mal ein Foto von uns beiden...
CptBlaubaer
Hallo Amo,
super Paar, wünsche euch auf diesem Wege alles Gute und warte auf die weiteren Berichte.
Bebra2005
@Amo
habe gerade deinen tollen Bericht gelesen und warte schon gespannt auf eine Fortsetzung. Wow eine hübsche Frau oder Freunding hast du da gefunden. Aus welcher Gegend bist du eigentlich.
Don Ben
amo75
@Bebra 2005
Ich bin aus der Nähe von Luzern...
@alle
So jetzt will ich doch mal wieder ein bisschen schreiben...
...anschliessend an das wie gesagt tolle Essen haben wir uns auf die Terrasse gesetzt und es wurde ein kleiner Nachbarjunge geschickt um Bier zu holen. Ich habe immer gestaunt, da gab es von den Kids nie ein Widerwort weil sie etwas für uns tun mussten, das war alles selbstverständlich (klar es sprang ja auch jedesmal etwas dabei heraus :-)). So in unserer Bierseeligkeit haben wir dann noch über Politik und Gott und die Welt gesprochen und immer gewartet bis endlich der Freund von Vitor anruft um zu melden, dass der Inversor fertig ist. Gegen 16.00 Uhr kam dann der langersehnte Anruf mit der Nachricht, dass er keinen Strom mehr hätte und heute nicht mehr fertig werde!!! Und das in einem Elektroladen wo Inversoren verkauft und repariert werden - das werde ich nie verstehen...
Scheisse dachte ich, was mach ich jetzt??? Wie soll ich heute nacht bloss schlafen??? Das war meine grösste Sorge.
Tja danach machten wir uns halt irgendwann auf den Heimweg - ich war genervt immer dieses hin und her und am Schluss klappt doch nichts so wie ich mir das vorher so vorgestellt habe. Also wie gesagt zurück nach Higüey. Auf dem Rückweg kamen wir wieder an diesem wunderbaren Fleck Erde vorbei es ist dieser Fluss der sich richtung Meer schlängelt und da mitten im eigentlichen Hügel einen See bildet wo drauf so Ausflugsschiffe fahren wo man auch drauf essen kann. Die Strasse ist richtig durch den Berg getrieben worden und es geht auf beiden Seiten des Flusses/Sees richtig steil bergauf. Also das finde ich jedesmal wieder wenn wir dort durchfahren fantastisch...
Tja zuhause angekommen kam uns natürlich sofort Liz entgegengerannt und wollte den Inversor in Empfang nehmen und sofort anschliessen. Als wir ihr eröffneten dass der noch immer nicht fertig ist glaubte sie zuerst wir wollten sie nur verarschen. Auch sie war dann so richtig bedröppelt als sie endlich gerafft hatte dass dies kein Spass war. Sie schaute mich natürlich sofort mit mitleidigen Augen an, weil sie natürlich sofort gerafft hatte dass vorallem mich das hart traf. Sie macht sich immer zuerst um mich Sorgen weil sie ja auch will, dass ich mich hier wohl fühle. Dies ist jedoch kein Problem ich fühle mich hier in der Dominikanischen Republik immer wie zuhause.
Also gönnten wir uns auf den Schreck erst mal einen schwarzen Trojka-Vodka den ich aus der Schweiz mitgenommen hatte und setzten uns auf die Terrasse um zu reden und dem Treiben auf der "Strasse" zuzuschauen. Innert kürzester Zeit waren ihr Neffe Lenny, ihre Nichten Keyla und Nedjaliz bei uns um mit uns Karten zu spielen. Sie haben mir alle möglichen Kartenspiele beigebracht und ich hab das auch relativ schnell kappiert wie die funktionieren und mir hatten immer einen Spass dabei. Wir diskutierten natürlich auch die Sache mit dem Inversor und Liz machte plötzlich den Vorschlag wir könnten ja nach Singapur fahren und dort schlafen. Alle haben gelacht oder heimlich gegrinst und ich verstand nur Bahnhof... habe aber dann gequält mitgegrinst obwohl ich nicht wusste wieso.
Abends dann so um 22.00 Uhr haben wir uns entschieden, dass wir uns ein Hotelzimmer suchen um die Nacht dort zu verbringen damit auch ich zu meinem Schlaf komme. Leider war dann das Hotel das Liz ausgesucht hatte bereits ausgebucht und so entschieden wir uns in einer Cabaña zu übernachten. Ich wusste natürlich nicht was das war und hab dann mal ganz nichtsahnend nachgefragt. Sie erklärte mir dann, dass es doch für die Einheimischen ungewöhnlich ist wenn ein nicht verheiratetes Päärchen zusammen im gleichen Bett schläft und sich die Paare dann in eine Cabaña zurückziehen um sich dort ein "Schäferstündchen" zu gönnen... Die Dinger sind aber richtig schön angelegt, dass sieht dann aus wie ein kleiner Resort mit Einfamilienhäuschen wo du direkt mit deinem Auto in die Garage fahren kannst um von dort direkt in die sogenannte "Reithalle" zu gelangen. Suuuuuuper habe ich so für mich gedacht. Alles nicht schlecht und es war auch alles wirklich sauber mit einer schönen Malerei an der Decke. Man hatte einen Ventilator und zusätzlich auch noch eine Klimaanlage. Sogar Fernseher war vorhanden und konnte die ganze Nacht benützt werden. Der ganze Spass kostet pro Nümmerchen 500 Pesos und für die ganze Nacht 1'000 Pesos. Also das konnte man sich leisten. 1'000 Pesos sind ja ungefähr 40.-- Franken. Wir machten anschliessend der Cabaña natürlich noch alle Ehre und nützten die Ruhe reichlich aus... Ach ja, geschlafen habe ich natürlich in dieser Nacht auch noch tief und fest - und vorallem richtig ausgiebig.
Am folgenden Tag hiess es dann mal wieder nach San Pedro um den Inversor zu holen. Ich hatte eigentlich nicht wirklich Lust dazu aber was solls, jemand muss es ja machen. Es wird einem ja dann auch wieder richtig gedankt... :-))) Also Inversor geholt, zuhause angeschlossen und siehe da, es funktioniert (jedanfalls teilweise - immer wieder hatte das Gerät Ausfälle aber damit konnte man(n) leben).
An einem der folgenden Tage sind wir alle zusammen dann mal nach Boca de Yuma gefahren um da zu essen. Also da ist es wirklich herrlich. Auf einer Klippe über dem Meer hat es verschiedene Restaurants wo man sehr gut Fisch essen kann, dazu wird Musik gespielt und man kann sich sehr gut beim Tanzen oder/und Trinken austoben. Leider hatten Liz und ich nicht gerade wirklich unseren besten Tag erwischt und wir gingen uns wegen Kleinigkeiten auf die Nerven - wir hatten ja auch stressige Tage hinter uns wo wir nicht wirklich viel voneinander hatten. Rückblickend muss ich jedoch sagen, ich hatte mich einfach auf Ferien eingestellt und hatte nicht erwartet alle diese Sachen noch zu organisieren. In Wirklichkeit war ich es einfach, der mit der Situation nicht klarkam aber das war ja nicht ständig der Fall.
Das Barrio in dem Liz wohnte war ein bisschen an den Hang gebaut und auf dem Rückweg von einem Sanitärshop kamen wir an einem Grundstück vorbei, das zu verkaufen war. Die Aussicht auf das Hinterland war einfach traumhaft und ich "zwang" Liz dazu mal anzurufen um zu fragen, was das Teil eigentlich kosten würde. Was ich ja nicht wusste, zu dem Grundstück gehörte auch der Rest auf den man runterschaute und das war dann schon ein riesiges Gebiet zu einem sehr hohen Preis. Aber ich muss sagen, einfach herrlich.
Ach ja, wir waren ja auf dem Rückweg aus dem Sanitärladen. Wieso wir eigentlich da waren fragt Ihr Euch??? Tja im ganzen Haus gab es Wasserhähne und auch in der Dusche gab es eine Brause aber niergends fliessendes Wasser. Auch die Toilette musste man immer mit einem Kessel Wasser spühlen. Also hat Liz veranlasst, dass ein Kumpel von Ihr der damit zu tun hat, eine Pumpe installiert die das Wasser aus der Zisterne unter dem Haus in ein Plastikfass auf dem Dach pumpt, von wo aus dann das Wasser durch die Leitung kam. Hätten wir ihn nicht gehabt, wir wären völlig aufgeschmissen gewesen weil auch die Verkäufer in diesem Sanitärladen wirklich keine Ahnung hatten - die verkauften die Ware nur und hatten keine Ahnung wie das ganze installiert werden sollte...
Lenorfrau
den Mann hätte ich auch genommen, wenn ich nicht einen anderen hätte ;-)...
Bebra2005
@Lenorfrau
meinst du jetzt den Kumpel, welcher sich in Sanitärsachen auskennt :lol:
@amo75
aha aus der schönen Innerschweiz
Lenorfrau
Nee, den Fotomann hier...;-)
amo75
Welcher Fotomann?? Den Fotografen sieht man ja gar nicht...
Bebra2005
@Amo
hm habe nicht ich das Foto gemacht, nee glaub nicht, sonst hätte ich mich sofort in sie verliebt und wir Schweizer wollen doch keine Probleme unter einander... :lol:
Don Ben
Noch 7 Tagen...
amo75
Also die sanitärische Anlage wurde durch den Freund sehr gut installiert und angeschlossen und es funktionierte von anfang an alles ohne Aussetzer, also wirklich perfekt - so richtig ungewohnt hier. Bezahlen liess er sich in Schokolade, welche ich aus der Schweiz mitgebracht hatte. Wenn sich doch die Handwerker hier in der Schweiz auch so günstig bezahlen lassen würden :-))
Ausserdem liess Liz die ganze Front des Hauses plus die Terrasse neu streichen bzw. malen. Auch dies wieder von einem Bekannten der dies wirklich gut und schön machte. Also ich kann nicht bestätigen, dass die Leute da nur minimalistische Arbeit verrichten - gut es liegt wahrscheinlich auch daran, dass Liz diese Personen alle persönlich kennt. Auf jeden Fall hatte Chicito seine Arbeit fast beendet als es begann richtig zu regnen. Die schöne Farbe wurde richtiggehend von der Wand gespült und Liz hat sich geneeeeeeervt. Ich konnte sie wirklich gut verstehen, denn dies bedeutete, am nächsten Tag wenn es wieder trocken war neue Farbe zu kaufen und die ganze Arbeit von vorne... Tja es wurde schlussendlich aber wirklich schön und jetzt hat Liz's Mutter wohl eines der schönsten Häuser im Barrio.
Ich hatte mir schon zuhause in der Schweiz ein Geschenk für meine Eltern und die Mutter von Liz überlegt. Ich habe hier einen gebogenen Bilderrahmen aus Glas gekauft in den man 2 Bilder im Format 10x15 hinenstellen konnte. Dafür mussten wir natürlich noch die passenden Bilder machen lassen. Auch hierfür kannte Liz eine Freundin, welche dies beruflich macht. Wir haben uns also verabredet, dass wir in einen Naturpark in der Nähe von La Romana fahren um eine kleine Fotostrecke zu schiessen. Meine Kleider die ich mitgenommen hatte waren Liz natürlich für diesen "feierlichen" Anlass nicht genug und so musste ich mich neu einkleiden lassen. Jaaaaa ihr habt natürlich richtig geraten - auch dies in einer Tienda die einem Bekannten von ihr gehört, welcher einen Grossteil der Kleider direkt aus den USA importiert um sie in Higüey für Einheimische teuer zu verkaufen. Also mir wurde ein bläuliches Hemd und weisse Leinenhosen verpasst.
Den abgemachten Termin um die Fotografin abzuholen haben wir natürlich trotz Druck meinerseits um mindestens eine 1/2 Stunde verpasst. Ich war schon wieder sauer!!! Und siehe da, ihre Freundin war noch nicht einmal bereit!?!? Jetzt war ich richtig sauer - ich stress mir hier einen ab und wofür? Für gar nichts! Das hab ich mir gemerkt...
Auf dem Weg nach La Romana - ausgangs Higüey - kamen wir an einer Cabaña vorbei und ratet mal wie die hiess... Jawoll Singapur (ihr erinnert Euch???). Jetzt musste auch ich schmunzeln aber ich habe mir einen Komentar verkniffen. Meine Laune war wieder am steigen. Doch dies leider nicht für lange. Als wir endlich im Park angekommen sind sagte uns doch der "Zöllner" ohne mit der Wimper zu zucken, dass der Park heute geschlossen sei. Jetzt war sie wieder da meine schlechte Laune. Scheisse dachte ich, kann den hier wirklich nichts schon beim ersten Mal klappen??
Also fuhren wir halt wieder zurück nach Higüey um die Fotografin abzusetzen und gleich einen neuen Termin ausgemacht. Ich konnte mich dieses Mal durchsetzen, dass wir das "Fotoshoting" am nächsten Tag im Studio der Freundin machen konnten. Ich sage Euch, ich wusste gar nicht dass ich so fotogen sein kann. Die Fotos waren eine echte Freude und ich konnte mich fast nicht entscheiden welche Fotos wir nun nehmen und welche nicht. Alles in allem dauerte der Spass dann knapp 3 Stunden!!! Aber die Mühen haben sich wirklich gelohnt. Sowohl Liz's Mutter wie auch meine Eltern haben sich über das Geschenk riesig gefreut.
Was ich in Higüey neu entdeckt habe ist "Besteak" wie die Einheimischen so schön sagen. Bei jeder Möglichkeit habe ich mir Beefsteak in den verschiedensten Varianten bestellt. Liz hat sich manchmal schon fast genervt wenn ich fragte ob wir essen gehen, denn sie wusste natürlich schon im Voraus dass es bei mir wieder mal Beefsteak geben würde. Ich esse aber grundsätzlich alles was mir vorgesetzt wird da Essen eines meiner Hobbys ist. Ich staunte immer wenn es arroz con platano y huevo frito gab und es hiess das sei das Essen für arme Leute. Klar ist es im Vergleich günstig aber deswegen doch nicht weniger gut... Liz's Mutter hat sich immer über mich gefreut weil ich im Gegensatz zu den anderen Familienmitgliedern alles gegessen habe was auf den Tisch kam - ich war der, der am wenigsten verwöhnt war!!!! Man stelle sich dies mal vor...
Es ging also langsam wieder richtung Heimreise und so wollte ich noch etwas erledigen worum ich Liz bereits in der Schweiz gebeten hatte. Ich wollte noch auf den Friedhof um das Grab (oder wie sagt man hierzulande zu den kleinen Häuschen auf dem Friedhof???) ihres verstorbenen Vaters zu besuchen. Ich wollte es mir doch nicht nehmen lassen um mich bei ihm für seine Tochter zu bedanken. Für Liz ist es auch heute noch ein schwerer Gang auf den Friedhof - sie weinte und hielt es auch nicht sehr lange dort aus. Auf jeden Fall nochmals Danke Jacinto...!!!
Auf dem Heimweg kamen wir auch noch an dem Barrio vorbei wo Liz bereits einmal eine Construction gekauft hatte und diese wie oben erwähnt wieder verkaufte. Ich wollte mir mal die Häuser ansehen die dort stehen und war wirklich positiv überrascht. Also das waren alles wirklich wunderschöne Häuser so im südländischen Stil mit Säulen und Bögen und ich war ganz fasziniert. Der erste Teil des Barrios ist bereits voll erschlossen mit "richtiger" Strasse und Stromversorgung ohne das wilde Kabelgewirr und auch die meisten Solares sind bereits bebaut. Also habe ich mich zu dem Teil chauffieren lassen wo die Erschliessung des 2. Teiles gerade begonnen wurde und die meisten Solares noch zu verkaufen waren. Mir gefiel die Gegend wirklich sehr gut und so haben wir uns kurzfristig entschlossen zusammen eine Solar zu kaufen. Also nichts wie hin zu der Verkaufsfirma, Termin mit ihrem Abogado vereinbart und dieses Ding gekauft (natürlich nicht alles sofort sondern verteilt auf 6 Monate). Ende Januar 2007 gehört uns dieses Stückchen Erde... Am letzten Tag vor unserer Abreise an den Flughafen haben wir noch schnell die Kaution bezahlt und ab gings nach Hause...
In der Schweiz waren wir dann schnell wieder im normalen Trott und die Ferien schienen sehr weit weg... Leider! Doch umso grösser war natürlich dann sie Sehnsucht wieder zurückzukommen. Tja die Tage und Wochen flossen so dahin und bald war schon wieder Anfang November und unser "Jahrestag" kam immer näher. Ich wusste ja was das für mich bedeutete: ich musste Liz den Freundschaftring entwenden, da ich diesen für meinen geplanten Heiratsantrag an unserem 2. Jahrestag benötigte. Ich wusste das würde ein Geschrei und Gezetter geben wenn dieser Ring plötzlich nicht mehr auffindbar war... Sie hatte ihn schonmal aus Versehen bei mir zuhause vergessen und hat mich weinend angerufen ob dieser Ring bei mir wäre. Ich hab sie damals kaum am Telefon verstanden weil sie so geweint und geschluchzt hatte... Naja dies stand mir nun wieder bevor. Also nahmen die Dinge den geplanten Verlauf.
Sie ging duschen und ich "klaute" den Ring. Die Dame wäre mir fast durchgedreht als er nicht mehr da lag wo sie ihn deponiert hatte. Es war echt nicht lustig dies mitanzusehen. Ich musste sogar das Bett anheben damit sie darunter nach dem Ring suchen konnte - dabei lag der ganz friedlich in meiner Hosentasche. Im Vorbeigehen hat sie mich dann aus Versehen berührt und hat zufälligerweise den Ring gefühlt. Scheisse jetzt hatte ich ausgeschissen... Ich musste mir eine Standpauke anhören wie noch selten zuvor weil sie natürlich dachte ich hätte das nur aus Spass gemacht. Also musste ich mich erklären! Ich sagte ich wollte ihn nur zum Polieren bringen um ihr ein Geschenk zu unserem Jahrestag zu machen (doofes Geschenk ich weiss aber mir ist so auf die Schnelle nichts anderes eingefallen). Das hat sie gottlob akzeptiert aber war immer noch sauer - und das richtig. Das nächste Mal kommt der Heiratsantrag...
El Gato grande
Hallo Amo75,
wie gehts denn weiter mit deiner Geschichte?
Wann bist du das nächste mal in Higüey?
muchos saludos,
Hajo
amo75
Hallo an alle.
Es geht bald weiter ich schwörs. Zuviel möchte ich jetzt nicht vorwegnehmen...
Das nächste Mal werde ich voraussichtlich Ende Juli/Anfang August in Higüey sein.
Gruss AMO
Princesita
ich möchte mehr!! :lol:
soo ein schönes paar! glückwunsch, tolle geschichte!
amo75
So und endlich gehts weiter...
Also ich habe ihr den Ring am Sonntag entwendet und am Freitag sollte der grosse Tag sein. Unter der Woche haben wir natürlich des öfteren miteinander telefoniert und Liz wäre so glücklich gewesen wenn ich doch am 09. November bei ihr gewesen wäre. Ich habe das natürlich immer verneint, dass ich einfach nicht könnte, es absolut nicht einrichten könne und wie leid mir das alles tun würde. Tja wenn meine kleine Mariposa doch nur die ganze Wahrheit gekannt hätte...
Die ganze Woche war ich schon nervös und bin das ganze x-mal in meinen Gedanken durchgegangen. Eigentlich wäre doch alles sooooo einfach und doch ist man vor einem solch wichtigen Schritt einfach ein bisschen neben sich.
An besagtem Freitag bin ich sofort nach der Arbeit nach Hause gefahren und habe mich zurechtgemacht. Ich habe mir einen beigen Anzug mit Stehkragen und ein weisses Hemd für den bevorstehenden Antrag ausgesucht. Dann ab ins Auto und los... und wieder und wieder bin ich den Antrag durchgegangen und habe mich gefragt ob ich nicht was vergessen habe.
Irgendwann war ich dann angekommen und bin bin ganz lässig (rein äusserliche Angelegenheit...) ins Lokal geschlendert. Am Eingang wurde ich dann natürlich wie "Freiwild" von diversen weiblichen Augenpaaren gemustert und habe mich so gaaaaaar nicht wohl dabei gefühlt. Endlich hat mich dann auch mein Schatz entdeckt und hat sich tierisch gefreut dass ich so überraschend doch noch gekommen bin. Meiner Ansicht nach hätte sie ja merken müssen, dass irgendwas im Busch war aber für sie hatte meine Aufmache "nur" was mit dem besonderen Tag zu tun.
Ich habe sie danach zu einer Flasche Champagner in einer schönen gemütlichen Ecke in der Nähe der Bühne eingeladen. Und jetzt war sie erst recht überrascht, weil sie doch wusste, wie ungern ich jemand anderem mein sauer verdientes Geld in den Rachen werde. Doch dieser Tag war es mir einfach wert...
Wir sassen nun zusammengekuschelt da und haben zusammen getrunken und unsere Gedanken ausgetauscht und in Erinnerungen geschwelgt wie wir uns kennengelernt haben und wie sich unsere Liebe entwickelt hat und wie wir das anfängliche Misstrauen diskutiert haben und was wir uns für die Zukunft vorstellen und und und.... ja da kam doch einiges zusammen.
Aber ich habe jedoch nie den Hauptgrund meines Kommens aus den Augen und schon gar nicht aus meinem Hirn verloren. Also ich musste sie irgendwie wegbringen. Also habe ich sie darum gebeten, doch mal für mich zu tanzen. Das jedoch wollte sie ums Verrecken nicht weil es ihr zu peinlich war... Ich habe sie dann bearbeitet und gebettelt und konnte sie dann doch noch überzeugen. Als sie sich hinter die Bühne verzog um sich umzuziehen habe ich alles mit dem Ring arrangiert... Auf dem Tisch stand so eine kleine gefalltete Karte und dahinter habe ich die Schachtel versteckt. Die Karte habe ich so gedreht, dass sie von der Bühne aus nicht sehen konnte, dass sich dahinter etwas verbirgt aber so, dass wenn sie wieder sass, die Schachtel direkt vor ihr stand.
Ich glaube getanzt hat sie gut und ich glaube auch mir hat es gefallen... So richtig daran erinnern kann ich mich eigentlich nicht mehr weil ich da bereits in meinem eigenen Film war... Ich kann mich jedoch an meine nassen Hände (feucht ist anders) erinnern als Liz wieder von der Umkleide zurückkam. Nasse Hände und ein stautrockener Mund - die ideale Kombination für einen Heiratsantrag!
Sie hat sich wieder neben mich gesetzt und ich bin eigentlich bei meinen Vorbereitungen davon ausgegangen, dass sie die Schachtel sofort entdecken würde aber nichts war......... Hä??? Was jetzt??? Sie hat erzählt und wollte wissen wie sie getanzt hätte und hat geredet und und und. Irgendwann musste ich sie einfach darauf aufmerksam machen dass da auf dem Tisch so was "komisches" steht. Jetzt wurde sie auf einen Schlag ruhig und sprach kein einziges Wort mehr - sehr mysteriös für eine Dominikanerin. Sie nahm die Schachtel ganz vorsichtig in ihre kleinen Hände und hat mir vor dem Öffnen noch einen intensiven prüfenden Blick zugeworfen. Gott ich spürte meinen Herzschlag bis zum Hals oder war ich bereits im Begriff zu kollabieren??? Jetzt öffnete sie ganz langsam die Schachtel und der Ring kam zum Vorschein. Endlich hatte sie ihn wieder ihren kleinen Schatz!! Und wie schön er doch aussieht und glänzt. Es war doch eine super Idee den Ring polieren zu lassen hat sie noch gemeint... Tja wenn er doch auch nur poliert worden wäre (grins).
Ich nahm den Ring aus der Schachtel und bin vor ihr auf die Knie geglitten und habe ihr den Ring übergestreift. Dabei schaute ich ihr tieeeeeeeeef in die Augen und auch Liz hat jetzt wohl gemerkt, dass es sich hier um was ganz spezielles handelt. Ihr liefen die Tränen nur so über die Wangen... Ich habe fast kein Wort rausgebracht als ich um ihre Hand angehalten habe: Mi sol, tu sabes que te amo mucho y que eres la uniqua mujer en mi vida. Tu eres mi todo - quieres casarte conmigo?? Sie ist mir sofort um den Hals gefallen und hat mir was ins Ohr geflüstert. Ich konnte es jedoch nicht verstehen und musste sie ein 2. mal fragen. Ganz heiser hauchte sie mir ein "Si - con todo mi corazon" entgegen.
Jetzt hatte ich erst mal durst und musste meine Kehle benetzen. Sie nützte die Zeit um allen Leuten im Lokal von unserer Verlobung zu berichten und es kamen immer mehr Leute an den Tisch um mir zu gratulieren und mir eindringlich ins Gewissen zu reden wie viel Mühe ich mir doch mit dieser tollen Frau geben sollte. Tja als wüsste ich das nicht schon selber....