1994-1996 in der DomRep - verschiedene Welten - Erfahrungsbericht

mc-diver
mit vereinten kräften werden wir es herrausfinden

schön wäre es jedenfalls, wenn ich irgendwie kontakt zu der damaligen chefin herstellen könnte, egal wo sie jetzt lebt, wäre cool

ansonnsten... ich bin auf jeden fall dabei weiter an meinem bericht zu schreiben, es dauert nur etwas bis der nächste teil fertig ist
mc-diver
und weiter gehts....der erste von vielen Abenden im "America Latina" und wie ich zum Tänzer wurde...

Der erste Merengue: Mit Señora "M" .
An einem der der ersten Tage die ich in der Dom.Rep. verbrachte, hatte eine eine Kollegin, Esti, die Tauchlererin aus der Schweiz, Geburtstag. Feiern wollte sie im "America Latina". Wohin? Kenn ich nicht, was gibts da?"! Als ich hörrte das es abends in eine Disco gehen sollte war ich wenig begeistert. Ich war ein Tanzmuffel und bin es heute wieder. Aber in der Dom.Rep. sollte sich das bald ändern...aber das könnt ihr euch ja denken.

Wir gingen also mit den Kollegen irgendwo etwas essen und danach in diese Disco, der einzige Lichtblick war dass Monica eingeladen war, weil sie ja ab und zu in der Tauchschule aushalf und eine "Kollegin" war, aber mit ihr zusammen waren auch ihr Mann und unser Chef samt Gattin eingeladen.
Alle redeten davon Merengue zu tanzen, nur gut das ich diesen Tanz wie jeden anderen nicht kannte. Tanzen würde ich nicht....ich tanze nie.
Wirklich nicht? In dem Land? Abwarten! Es kommt so oft anders als man denkt. Und Monicas Hüften taten ein übriges....

Also die Musik kannte ich schon von den Fahrten von und zur Arbeit mit den Guayas (Bussen). Die war nett, lustig irgendwie, passte auch zu dem rythmischen Schaukeln der Busse aber als ich sah wie dazu getanzt wurde. Das war ja Dirty-Dancing vom feinsten was die Animateure des Riu Hotels, die an dem Abend auch im "America Latina" feierten, da aufs Paket legten. Igendwie schade das ich zwar 2 aber davon nicht mal ein halbes Tanzbein habe, dachte ich so bei mir.
Dann sprangen auf einmal alle auf als "El Tiburon" (den song kann ich übrigends nur empfehlen) gespielt wurde, man wollte mich mit auf die Tanzfläche zerren aber ich lehnte dankend ab. Was war denn das? Die tanzten alle in Formation. So was hatte ich noch nicht gesehen es sei denn beim Fernsehballet. Sah eigentlich gut aus, aber diese Schritte zu lernen, dazu braucht es doch bestimmt ne Ewigkeit. Nach dem Song folgten wieder Merengue und Bachata, und Jürgen blieb lang auf der Tanzfläche, ein Gringo zwar aber er machte das wirklich gut. Tanzen konnte er, das musste ich neidvol zugeben.
Monica fragte mich warum ich nicht getanzt hätte und ich sagte, "tanzen, das ist nicht meine Welt, ich bin der graziöseste Mensch auf Erden...unter Wasser...aber auf der Tanzfläche macht ein einbeiniger Holzfäller eine bessere Figur als ich". Sie winkte ab, bestellte einen bestimmten Song und sagte, jetzt tanzen wir alle, Du auch! Es sei auch so ein Formationstanz, ganz einfach, viel einfacher als der erste, sehr lustig und da alle tanzen würden, würde niemand auf mich schauen.
"Maccarena" (das ich vorher noch nicht kannte) ertönte und ich liess mich auf die Tanzfläche zerren. Es HAT Spass gemacht.
Danach ertönte wieder ein Merengue, Monica nahm mich bei der Hand und sagte, "dies hier ist auch ganz einfach und macht noch mehr Spass". Es ginge nur um die Hüften, die müsste ich bewegen. Ich solle auf Ihre Hüften schauen, das tat ich und lächelte. Sie nahm meine Hände und legte sie an ihre Hüften damit ich ein Gefühl für die Bewegung bekomme. Ich grinste und sagte "Monica, es gefällt mir zwar, deine sich wogenden Hüften in den Händen zu halten, aber sag mir was ich mit meinen Beinen machen soll, wie geht dieser Tanzschritt, ich steh hier mitten auf der Tanzfläche und halte deine Hüften in den Händen, das sieht mit sicherheit ziemlich blöd aus." Sie meinte nur ich solle meine Hüften auch so bewegen und schob mich über die Tanzfläche. Nun gut Tanzen ist auch eine Möglichkeit sich näher zu kommen und abegsehen davon das ich ständig auf ihre Füsse schauen musste um nicht draufzutreten und irgendwie rauszubekommen wie ich mich zu bewegen hatte, machte das Spass. Als nächstes kam ein Bachata. Das sei zu viel für den Anfang meinte sie und wir gingen zu unserem Tisch zurück. Wir tanzten noch viele Male an diesem Abend und solange Monica mich führte klappte das auch immer besser. Merengue das machte Spass. Und wenn ich mir die Riu Animateure so ansah, konnte das noch viel mehr Spass machen.
Ob es daran lag das ich ausschliesslich nur mit Monica tanzte oder daran das wir ziemlich oft tanzten oder eben weil die "Chefetage" besseres vorhatte, die 4 brachen bald auf und wir feierten noch sehr lang. Rum und Cola flossen ins Strömen und ich fand eine andere nette Beschäftigung.
Die Kellnerinnen in dem Laden waren äusserst nett und hübsch anzusehen. Hatten deutlich Spass an Ihrem Job und waren von der Musik so angesteckt das sie mehr zwischen Bar und Tischen hin und her tanzten während sie Nachschub an Bier, Cola und Rum brachten. Lebensfreude die ansteckte, was durch den Rumkonsum noch gesteigert wurde. Ja auch das Rumtrinken lernt man in der Dom.Rep. Ich zumindest wurde bald ein Fan von Rum mit Cola.
Ich begann also mit den Kellnerinnen zu flirten und eine von ihnen fragte ob ich nicht tanzen möchte, ich verneinte und sagte lächelnd, das ich mir den Fuss verletzt hätte und nur noch im sitzen tanzen würde an diesem Abend sie dürfe sich aber gern setzen und klopfte auf meine Knie. Schon sass sie auf meinem Schoss und ich glaube an dem Abend wurde der Lapdance erfunden.
Jürgen der ausser "Hola" und "Si" kein einziges Wort Spansich sprach fragte mich was ich zu ihr gesagt hätte um solch einen Erflog verbuchen zu können. ich sagte nur, "keine sorge, ich spreche Spanisch und du tanzt wie eine Elfe, wir werden hier viel Spass haben. Und das hatten wir an so manchen Abenden im "America Latina".

Im nächten Teil "el baila, yo hablo" berichte ich euch davon.
wutti
Ja ja; das Tanzen auf der Insel ist schon eine ganz eigene Sache. Irgendwie kann man gar nicht anders, als sich auch mit der Musik mitzubewegen; und Musik gibt es ja immer und überall.

Das die Bewegungen bei einem Europäer fast nie so gut aussehen, wie bei einem Dominikaner/in, ist nun mal so. Die haben den Rhythmus einfach im Blut und bei denen geht das auch irgendwie fast schon automatisch. Spielt wo Musik, dann bewegt man die Hüften.

Aber Mc-Diver, ..........mal ganz ehrlich; vielleicht hättest du weniger auf die Bewegung der Hüften von Monica achten sollen, sonder mehr auf die Bewegung ihrer Füße.
Aber ich nehme mal an, dass du in der Zwischenzeit auch das Tanzen ziemlich gut beherrscht;
....außerdem Tanzen ist wie Fahrrad fahren....wenn man es einmal kann, dann verlernt man es nicht mehr....man kommt höchstens aus der Übung.

Und für diesem Fall, kannst du ja nächstes Jahr einen Auffrischungskurs machen....ich bin sicher, dass du wieder eine „Monica“ finden wirst.

Liebe Grüße
mc-diver
das mit den füssen hatte ich mir ja auch so gedacht aber sie wollte das ich mich auf die hüften konzentriere ;-)
das hab ich natürlich schön brav gemacht....

aber später wirst du lesen das ich sehr oft und viel getanzt habe, in diesem land das sogar mich tanzmuffel auf die tanzfläche gebracht hat

... auch mit vielen anderen natürlich, doch Monica war es die mich dazu ermuntert hat auf ihre eigene art und weise
wutti
Zitat:
Original von mc-diver
aber später wirst du lesen das ich sehr oft und viel getanzt habe, in diesem land das sogar mich tanzmuffel auf die tanzfläche gebracht hat


........na dann, freu ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung!
mc-diver
na wir sind ja noch gaaaaaanz am anfang meines berichtes...da wird noch jede menge fortgesetzt ;-)
wutti
schön weiter..... Applaus
Bernd-Joachim Stolz
Hallo mc-diver,

ich freue mich auch auf die Fortsetzung. Ich musste lachen, als ich las: ich stehe mitten auf der Tanzfläche und halte deine Hüften in den Händen. Das Bild war plastisch und ließ am gemischten Gefühl teilhaben.

Gruß Achim
mc-diver
gemischte gefühle, du sagst es, besser hätt ich es nicht ausdrücken können ;-)
luislui
Hi mc-diver,

lass dich nicht Aufhalten ich warte voller Spannung auf den nächsten Teil deiner Erlebnisse.


Adios
Luis
mc-diver
es hat etwas gedauert, aber es gibt ja auch viel zu berichten und ich hatte viel zu tun in letzter zeit

nun, hier gehts endlich weiter ....mit dem Alltag eines in der Dominikanischen Republik arbeitenden Tauchlehrers.

Arbeiten im Urlaubsparadies

Nun, ich war nicht zum Tanzen in der Dominikanischen Republik, und auch nicht zum Urlaub machen. Ich war zum arbeiten dort. Und das ist ein grosser Unterschied. Sonne Strand und Meer sind etwas schönes aber interessieren dich kaum noch wenn du erst einmal im Alltag steckst.
In den vielen Jahren, die ich durch die Welt gereist bin, um im Ausland zu arbeiten, machte ich Urlaub immer in Deutschland. Dort verbrachte ich etwa einmal jährlich ein bis zwei Monate und dann ging es wieder in ein neues Land. Geplant war normalerweise ein Jahr "mehr oder weniger", weil es üblich ist, Jahresverträge abzuschliessen. Manchmal kam ich früher zurück, manchmal blieb ich länger.
Oft wurde ich in Deutschland mit den Worten "Viel Spass im Urlaub" verabschiedet, weil ich ja an ein Urlaubsziel reiste.
Das ich dort, wenn auch unter Palmen, am Strand und bei Sonnenschein arbeiten würde war den Leuten vieleicht klar, trotzdem dachten sie wohl, dass ich dort nichts anderes mache als jeder andere "Urlauber" auch. Andere zahlen viel Geld dafür dort 2-3 Wochen in einem tollen Hotel zu wohnen, an den Strand zu gehen, zu tauchen, Land und leute kennenzulernen. Ich "durfte" dass das ganne Jahr und bekam auch noch Geld dafür. Das war wohl die Vorstellung einiger der daheimgebliebenen. Freizeit allerdings gibt es kaum wenn man dort arbeitet und von Sonne Strand und Meer hat man als Tauchlehrer bald mehr als genug.
Auch Gäste, die dort Urlaub machen ,beklagen sich oft bei den dort Arbeitenden mit den Worten "du hast es gut, du kannst das ganze Jahr hier bleiben, tauchen und all das".
Nun in einem Ferienziel zu arbeiten ist kein Urlaub, es ist harte Arbeit verbunden mit Stress und ein Alltag wie Zuhause auch.
Trotzdem gibt es Unterschiede. Nicht alle davon sind positiv. Zugegeben der Alltag, besonders die schlechteren Tage, fallen einem bei Sonnenschein und unter Palmen leicher als bei 0 Grad und Nieselregen. Aber geregelte Arbeitszeiten von 8:00-17:00, fünf Tage die Woche, sind in der Tourismussbranche vor Ort eher die Ausnahme. 2 Freie Tage die Woche, das habe ich noch nicht erlebt, meist ist es einer in der Woche oder gar ein halber alle 2 Wochen (z.b. auf den Malediven war das so, in der Türkei gab es 8 Monate lang keinen einzigen freien Tag).
Im Iberostar bekam ich, wenn ich mich recht erinnere, einen freien Tag pro Woche, oder war es alle 2 Wochen? Das wichtigste dabei ist aber, das dieser freie Tag meist für auschlafen, Appartment putzen und Wäsche waschen draufgeht. Land und leute kennenlernen, mal einen Ausflug machen, dafür fehlt meist die Zeit und auf jeden Fall die Energie.
Denn es ist etwas anderes ob ich am Strand im Schatten auf einer Liege den Tag verdöse ab und zu mal in den Pool springe und vieleicht einen Tauchgang mache oder ob man von morgens früh bis abends spät dort arbeit. Tagsüber gibt es durchgehend etwas zu tun, auch wenn es so aussieht als wenn man nur 2 mal am Tag tauschen geht, so muss Ausrüstung gewartet werden, Kurse vorbereitet und durchgeführt werden, Schnuppertrauchgänge im Pool angeboten und Kurse oder Tauchausflüge verkauft werden. Man verbringt viele Stunden täglich im Wasser und kühlt ab, die andere Zeit verbringt man oft in der prallen Sonne und verbennt sich die Haut. Zur körperlichen Belastung kommt dann noch die Verantwortung für die Tauchschüler und Taucher dazu. Baut ein Tauchlehrer Mist, kann jemand sterben, die Verantwortung und der damit verbundene Stress ist gross.
Der Umgang mit Menschen die im Urlaub sind und gute Laune haben wollen ist sicher schöner als mit Menschen die Zuhause im Stress sind, aber die Urlauber sind auch fordernd und erwarten für Ihr gutes Geld zurecht eine gute Leistung aber auch von Seiten der dort Arbeitenden ständige gute Laune und Animation. Man ist immer "im Dienst". Abends am vermeintlichen "Feierabend" gehörrt es dann zum Job sich an der Hotelbar oder in der Disco mit den Gästen zu treffen. Nicht zum Spass sondern um für die Gäste da zu sein, als Teil des Animationsteams. Teilweise steht man abends sogar mit den Animateuren auf der Bühne (so war es z.b. in der Türkei). Die Tage sind lang und die grossenteils körperliche Arbeit ist anstrengend besonders in den Tropen.

Ich wurde einmal von einem Gast gefragt was ich denn, ausser meinem Hobby, beruflich, also in Deutschland mache. Als ich ihm antwortete das dies mein Beruf sei, das ich seid Jahren durchgehend als Tauchleherer durch die Welt reise, meinte er, das sei ja ein toller "Beruf", das ganze Jahr Urlaub und jeden Tag zu tauchen. Er hätte auch schon einmal daran gedacht auszusteigen und würde dies auch tun wenn er es sich nur leisten könnte. Er müsse für sein Geld aber arbeiten um sich einmal im Jahr so etwas leisten zu können.
Nun entgegen dieser Vorstellung, Vollzeit-Tauchlehrer ist ein Beruf, ein schöner Beruf, aber es ist auch wirklich harte Arbeit mit grosser physischer und psychischer Belastung fast rund um die Uhr. Es gehörrt zwar zum Job dazu, immer gut gelaunt mit dem eingebauten Lächeln so zu wirken als sei das alles purer Spass. Aber so ist es nicht, es ist Alltag, die Augen hinter der Sonnenbrille oft müde und gestresst, das Lächeln nur aufgesetzt und eingefroren. Es ist eine schöne aber auch harte und anstrengende Arbeit.

In den freien Minuten oder Stunden mal ins Meer oder sich in die Sonne legen, die Seele baumeln lassen, das macht man nicht wenn man bei der Arbeit schon sehr viel Zeit im Wasser und der Sonne verbringen muss. Ausserdem, wenn wirklich mal nichts zu tun ist, findet der Chef bestimmt etwas an Ausrüstung das gewartet oder repariert werden muss oder man hilft den Bootsjungen und Kapitänen dabei die Boote zu Putzen, erledigt Papierkram oder versucht sich einfach mal nur für 5 Minuten in den Schatten zu verziehen und auszuruhen, ohne eigebautes Lächeln und mit hinter der Sonnenbrille verschlossenen Augen.
In einem tollen Tauchgebiet kommt es schon mal vor, das man, wenn man denn mal zeit hat, einfach nur zu zum Spass und zur Entspannung mit einem Kollegen einen Tauchgang, allein , und ohne Gäste macht, aber am Bavaro, geht sicher kein erfahrener Tauchlehrer freiwillig ins Wasser da das Tauchen dort wirklich langweilig ist. Ich habe dort einen Tauchgang freiwillig gemacht, einen einzigen und das war ein Nachttauchgang mit Monica, weil sie mich darum bat...in dem Fall, "opferte" ich mich gern, wie ihr euch denken könnt.

Es ist ein Unterschied in welchem Land und in was für einer Tauchschule man arbeitet, ob die Tauchschule an ein Hotel angeschlossen ist oder nicht, ob es sich um ein Taucherparadies wie zb den Malediven oder einem Land wie der Dom.Rep handelt wo das Tauchen nur nebenbei zum Angebot gehörrt.
Es kommt auch darauf an, was man für einen Chef hat, ob man im Hotel oder ausserhalb wohnt, auch der Verdienst ist sehr unterschiedlich, trotzdem eines bleibt immer gleich, es ist eine schöne aber harte Arbeit und wirklich alles andere als Urlaub.

Der Arbeitstag im Iberostar verlief wie folgt:
Morgens so gegen halb 7 aufstehen, und in der jetzt schon brennenden Sonne auf den Bus warten, den endlos scheinenden Weg vom Angestellteneingang des Hotels zur Kantine, dort nur schnell einen Toast in die Hand und einen Saft im stehen (ich hab immer lieber 15 Minuten länger geschlafen als im sitzen zu frühstücken), dann mit dem Toast den langen Weg bis zur Tauchschule. Dort angekommen, reichte die Portion an Sonne und körperlichen Belastung in der Hitze, die man abbekommen hatte schon für einen ganzen Tag aber es war ja erst der Anfang.

....gleich gehts weiter...

ich darf ja nur eine bestimmte anzahl an zeichen verwenden und muss nun 120 minuten warten oderjemand von euch miss eine antwort schreiben, dann kann ich weiteres posten zum Alltag eines Tauchlehrers
Karsten
Interresanter Einblick,danke dafür und jezt darfst du weiter schreiben. G. Karsten
mc-diver
freut mich das es dir gefällt karsten

nun die 120 minuten sind ja jetzt auch um, es haben ja mittlerweile schon ein paar leute den thread gelesen aber leider hatte niemand eine kurze nachricht geschrieben damit ich den rest posten kann

sollte genug interesse bekundet werden in den nächsten tagen, so geht es weiter, es wäre noch so viel zu berichten, wir sind ja erst ganz am anfang und es kommen noch so ganz andere geschichten an anderen orten in "anderen welten"

aber wo war ich stehengeblieben?

ach ja der Arbeitstag im Iberostar:

Ich wiederhole kurz den ersten abschnitt

Der Arbeitstag im Iberostar verlief wie folgt:
Morgens so gegen halb 7 aufstehen, und in der jetzt schon brennenden Sonne auf den Bus warten, den endlos scheinenden Weg vom Angestellteneingang des Hotels zur Kantine, dort nur schnell einen Toast in die Hand und einen Saft im stehen (ich hab immer lieber 15 Minuten länger geschlafen als im sitzen zu frühstücken), dann mit dem Toast den langen Weg bis zur Tauchschule. Dort angekommen, reichte die Portion an Sonne und körperlichen Belastung in der Hitze, die man abbekommen hatte schon für einen ganzen Tag aber es war ja erst der Anfang......


und schon geht es weiter...

Kurze Besprechung der Aufgabenverteilung des Tages; Wer hat einen Kurs? Wer geht zum Schnuppertauchen in den Pool? Wer hat heute Tauchgänge mit Schülern zu absolvieren? Wer geht als Guide auf welches Boot? Wer bleibt im Office? Was ist sonnst noch zu tun und wer übernimmt das? Der Chef machte Vorgaben aber die Tauchlehrer tauschten oft untereinander. Da ich der einzige war der in 3 Sprachen unterrichten konnte, musste ich meist die Theorie und pool Lektionen mit den Kursteilnehmern machen, während meine Kollgen dann mit meinen Tauchschülern, die Freiwassertauchgänge absolvierten, das briefing und debriefung davor und danach musste ich dann auch noch übersetzen, dadurch bekam ich selten die Gelegenheit " nur nen tauchgeng" machen zu müssen sondern musste fast täglich Theorie und Poollektionen geben, was der härtere und anstrengendere teil war (das hatte aber auch einen Vortel über den ich später berichten werde wenn es wieder ins "America Latina" geht) .... die Zeit reichte morgens immer gerade eben aus um bis zum Mittagessen fertig zu werden, dann den langen Weg zur Kantine, dort in Ruhe und gemütlich essen.

Im Iberostar gab es eine 3 Klassengesellschaft. Dort durften nur die wenigsten und "höheren" Angestellten mit den Gästen im Restaurant essen. Die "besseren" wie zb die Tauch- Surf- und Tennis- Lehrer, die bessergestellten der Animateure, die Bürokräfte, Chefs der einzelenen bereiche wie zb Bar, Gästebetreung, usw, alle spanischen Angestellten, assen in der "guten Kantine" direkt neben der Küche, das selbe Essen wie die Gäste aber mit deutlich weniger Auswahl und alle anderen Angestellten, wie zb die schlechter gestellten animateure, die Zimmermädchen, Kellner, auch die dominikanischen angestellten der Tauchschule, das heisst die Kapitäne, Divemaster und Bootsjungen assen in der "einheimischen kantine" dort gab es jeden tag dasselbe, Reis, Yucca, Bohnen und Fleisch.
Bei uns stand auf jedem Tisch eine Karaffe voll Wasser und eine Flasche Wein (der einzige Vorteil in einem Hotel unter Spanischer leitung zu arbeiten). Mittags gabe es davon nur etwas wenn nicht mehr getaucht werden musste aber abends war der Wein immer willkommen. Am Nachmittag (die mittagspause bestand nur aus der zeit die man wirklich zum essen brauchte)wurde es schnell wieder stressig, alles für den Nachmittag vorbereiten, dan kamen schon die gut ausgeruhten Gäste und schon ging es weiter, Unterricht, Pool oder Tauchgänge und abends wurde dann aufgeräumt und alles für den nächsten Tag verbereitet, danach folgte noch ein Staff-Meeting . Standen Nachttauchgänge oder zusätzlicher Unterricht an, so ging es jetzt noch 1-2 Stunden weiter. Alle anderen Tauchlehrer begaben sich jeden Abend so gegen 19:30 Uhr (bis auf die Mittagspause von ca 30 Minuten hatten wir bis jetzt durchgearbeitet) an die Bar. Dayquiritime.

Dayquiries? In der Dominikanischen Republik? Ja zu meiner Zeit im Iberostar gehörrte das jeden Abend nach der Arbeit für mich dazu.

Ich erinnere mich nicht ob das Iberostar damals schon ein All-Inclusive Hotel war. Ich glaube nicht, denn ich weiss noch dass wir angewiesen wurden den Gästen keine Drinks zum Staffpreis zu "besorgen". Oft gehörrt es zum Verdienst der Tauchlehrer dazu, das sie Trinkgeld bekommen und zum Essen und Trinken eingeladen werden. Wer es geschickt anstellt kann so seinen oft bescheidenen Verdienst komplett sparen. Im Iberostar bekamen wir zwar 3 Mahzeiten täglich aber Drinks mussten bezahlt werden, (staffpreise=halber preis), Trinkgelder waren allerdings selten und die selbstbezahlten Drinks am abend gingen trotz Staffpreisen ganz schön ans Budget.

Die abendliche Runde an der Bar war sehr nett aber der Rum wirkte nach solch einem Tag recht schnell und heftig, was aber auch schnell wieder verging.
Bald mussten wir aufbrechen, wel der letzte Angestelltenbus sonnst weg wäre und wir somit ein Taxi hätten nehmen müssen. Es ging also schnell zu unseren Appartementes, duschen und umziehen und schon wieder zurück zum Hotel. Essen. Danach war es "gewünscht" das wir uns im Hotel aufhalten und um die Gäste insbesondere unsere Tauchschüler kümmern, zumindest für ein paar Stunden.
Wenn wir nicht hinterher noch ins "America Latina" fuhren, ging es danach mit dem Taxi nach Hause, wo man noch ne Weile zusammensass bei einem Bier und danach erschöpft in den Schlaf fiel, an mehr war kaum zu denken.

Der nächste Tag verlief genauso, und auch der nächste und der nächste und so weiter und sofort. "Urlaub unter Palmen" eben, tagein, tagaus.

soweit zum Alltag eines dort Arbeitenden...

...sobald ich zeit habe geht es weiter, falls genug interesse besteht
Django1969
Arbeiten in Urlaubsländern ist kein zuckerschlecken (in deutschland aber auch nicht )und Geschenkt bekommt mann sein Geld nirgendwo
mc-diver
schon klar, auch in deutschland ist arbeit = arbeit und kein vergnügen

aber entgegen der vorstellung vieler ist die arbeit im urlaubsland eben auch arbeit

den tauchlehrerjob habe ich allerdings im ausland mit gutgelaunten kunden immer lieber gemacht als hier mit gestressten altagsgeschädigten...alles hat 2 oder mehrere seiten
Pikobello
Wer wirklich unbeschwert irgendwo auf dieser Welt leben moechte,braucht die Kohle dazu.
mc-diver,was mich mal interessieren wuerde,bis zu welchem Alter kannst Du diesen Job ausfuehren,bzw. dulden Dich die Tauchschulen?Ich sehe hier immer nur junge Leute in den diversen Tauchbasen.

saludos Frank
Leni-P
Hallo mc-Diver,

was ist denn eigentlich aus Deinem Freund, der mit Dir in die RD gegangen ist, geworden?
mc-diver
Zitat:
Original von Pikobello
Wer wirklich unbeschwert irgendwo auf dieser Welt leben moechte,braucht die Kohle dazu.
mc-diver,was mich mal interessieren wuerde,bis zu welchem Alter kannst Du diesen Job ausfuehren,bzw. dulden Dich die Tauchschulen?Ich sehe hier immer nur junge Leute in den diversen Tauchbasen.

saludos Frank


da magst du recht haben, ein koffer voller geld mach vieles leichter aber auch nicht alles

ich habe in der Dom. Rep. z.b. einige zeit sehr unbeschwert gelebt, und zwar mit sehr wenig geld....aber dazu später

was den job des tauchlehrers angeht:

eigentlich kannst du den machen solange du fit bist

einen job zu bekommen ...ist eine andere sache, es kann schon sein das viele tauchbasenbesitzer lieber junge angestellte haben, ich habe aber auch schon ältere gesehen und bin mir sicher das ich trotz "fortschreitenden alters" heute noch überall einen job bekäme, da ich zum einen in mehreren sprachen unterrichte, viele spezialgebiete unterrichte und viel erfahrung habe...eigentlich 3 junge tauchlehrer ersetzen kann (hab ich früher ja auch)

ABER
viele machen den job nur eine zeitlang, zumindest im ausland, es ist eben nicht jedermanns sache ständig im ausland zu leben

hier in deutschland findest du in den tauchschulen schon eher ältere tauchlehrer die festangestellt sind

UND wer dabei bleibt der macht sich irgendwann eher selbstständig als in einer anstellung zu bleiben, denn nur in der selbstständigkeit machst du wirklich gutes geld als tauchlehrer (von der eigenen basis träumt jeder der den job langfristig machen möchte)

die meisten machen den job also nur ein paar jahre, wer dabei bleibt hat irgendwann eher seine eigene basis...und stellt dann junge leute ein ;-)

ich bin mittlerweile auch selbstständig, aber nicht in der tauchbranche obwohl in 1-2 jahren kommt das tauchen zu meinem derzeitigen angebot (ergänzend) wieder dazu

warum ich jetzt was ganz anderes mache? das ist eine lange und andere geschichte
mc-diver
Zitat:
Original von Leni-P
Hallo mc-Diver,

was ist denn eigentlich aus Deinem Freund, der mit Dir in die RD gegangen ist, geworden?



Hallo Leni-P jetzt musste ich wieder 120 Minuten warten bevor ich dir auch antworten kann...blöde technik aber auch ;-)



... zu Jerry komme ich bald wieder, in der vorgeschichte schrieb ich ja:

Die konsequenz die sich aus Jerrys Lüge ergab hat alles verändert, ohne diese Entwicklung unserer Freundschaft wäre ich wohl nicht lange in der Dom.Rep. gebleiben oder hätte in dem Jahr nicht viel von Land und Leuten mitbekommen.

Jerry ist also ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf meines Aufenthaltes in der Dom. Rep.

Damit die Zusammenhänge aber klar werden muss ich vorher einfach das ein oder andere berichten.

Jerry kommt im nächsten Kaiptel vor und er bekommt auch noch sein eigenes Kapitel, das allerdings nicht wirklich schön sein wird.
Carmen2006
Hallo Mc-Diver,

auch ich bin an der Fortsetzung deiner Geschichte interessiert und hoffe in Kürze weiter lesen zu dürfen.
Verrätst du mir in welcher Branche du jetzt selbstständig bist?

LG
Carmen