Hany
Seit 13 Jahren lebe ich nun in Boca Chica. Als ich im Januar 1995 in mein Haus zog, war BC noch ein Dorf. Diese Straße hier war nicht geteert, sondern ein besserer Feldweg. Müllabfuhr gab es nicht, Strom und Wasser war auf ein paar Stunden am Tag beschränkt. Für frisch aus Europa angekommene Immigranten kein leichtes Los. Mein erster Besuch in der „Flaniermeile“, der Calle Duarte, war für mich ein Schock. Am frühen Nachmittag gingen Familien mit Kindern spazieren und die Männer wurden von den in Mengen anwesenden Prostituierten angemacht und angefasst ........ Abends und vor allem Nachts war der hier der Teufel los. Eine Disco reihte sich an die andere und jeder versuchte noch mehr Fleisch etc. zu bieten. Die Straße wurde Abends bei Dunkelwerden für den Verkehr geschlossen. Die anliegenden Restaurants und Bars stellten ihre Tische und Stühle auf Gehweg und Straße. So wurde die ganze Straße zu einer einzigen Bar bzw. Restaurant. Man sah überwiegend alleinreisende Männer. Alleinreisende Frauen waren deutlich in der Minderzahl. Musikanten gingen durch die Reihen und brachten hier und da – gegen Entgeld – ihre Lieder an den Mann oder die Frau. Blumenverkäufer, meist junge Burschen, schlängelten sich durch die Tische und boten ihre Rosen an. Die Musik war auf normale Lautstärke gestellt, allerdings hörte man aus jedem Lokal etwas anderes. Die Calle Duarte pulsierte und vibrierte Nachts vor lauter Leben.
Wenn man heute über jene „sündige Meile“ läuft, sieht man kaum noch Bars oder Discos. Restaurants, Imbiss, Wechselstuben und Souvenirläden prägen nun das Bild dieser Strasse. Natürlich gibt es noch einige wenige Bars und Discotheken. Die Straße wird auch immer noch jeden Abend abgesperrt und Tische und Stühle der anliegenden Geschäfte werden nach draußen gestellt. Meist gehen Familien mit Kindern dort spazieren, Pärchen ziehen von einem Souvenirgeschäft zum anderen. Alleinreisende Männer oder Frauen? Das ist die Minderzahl heute. Boca Chica scheint die Sturm- und Drangjahre hinter sich gebracht zu haben. Dafür entwickelt sich nun ein durchaus sehenswertes kleines Städtchen. Das Leben hier wird ruhiger und beschaulicher. Freilich findet man immer noch Amüsement, aber nicht mehr in Massen, eher in Maßen. Meine Meinung: Für alle hier lebenden Menschen erträglicher und angenehmer. Mensch kann in Ruhe einkaufen, spazieren gehen oder am Strand liegen. Die Strandverkäufer wollen immer noch ihre Waren verkaufen. Aber heute mit freundlichen Worten, ohne Druck oder gar Aggressivität. Manches Mal entspinnt sich ein kleines Gespräch, auch wenn man gar nichts kaufen möchte. Der Strand selber ist wie eh und je wunderbar flach. Für Kinder aller Altersgruppen (und Nichtschwimmer) einfach nur ideal. Das Wasser ist kristallklar und die Fische kommen oft bis ans Ufer. Am Wochenende ist der Strand voll mit Einheimischen, unter der Woche ist er, jetzt im Sommer, nur mäßig besucht. Montags vormittags kommt der Reinigungstrupp und säubert den Strand von den Abfällen des Wochenendes. Am späten Vormittag ist der Strand wieder begehbar und schön.
Boca Chica wandelt sich. Immer mehr Pärchen und junge Familien entdecken diesen Ort für sich als Geheimtipp. Man kann von hier aus herrliche Touren unternehmen, egal ob geführt oder privat. Man hat Strand pur an der Badewanne der Karibik oder auch – ein paar Autobusminuten weiter – eine kleine Bucht mit herrlichen Wellen. Es gibt einige schöne Strände, die von Boca Chica schnell erreichbar sind. Auch Juan Dolio ist nicht weit. Im Gegensatz zu Juan Dolio besticht Boca Chica, weil es ein „Runddorf“ ist. Es gibt keine endlos langen Wege wie in dem „Straßendorf“ Juan Dolio. Dazwischen liegt noch Guayacanes, ein touristisch wenig erschlossenes Stückchen Strand. Wenig Strandverkäufer, keine Musik am Strand, breiter Sandstrand, fast tief genug zum schwimmen vor dem Riff. Tische, Stühle oder Liegen kann man für den Tag mieten, oder man legt sich in den Sand. Auch mit Getränken wird man versorgt. Dort gehe ich oft mit meinen Gästen zum „Fische füttern“. Dann stehen wir bis zur Brust im Wasser und verfüttern Brötchen und Bananen an die Fische, die um uns herum schwimmen und teilweise sogar aus der Hand fressen. Vom Strand mal abgesehen, gibt es ja noch mehr, was von Boca Chica aus leicht möglich ist: Die Hauptstadt ist nicht weit, man kann sich in Ruhe die Zona Colonial anschauen, das Aquarium, die Tropfsteinhöhle oder den Botanischen Garten. Mal eine Einkaufstour ist sicher auch für manche Leute sehr interessant. Was kann man hier wo und zu welchen Preisen kaufen? Auch der Besuch der großen Markthalle in Santo Domingo hat schon viele meiner Gäste begeistert.
Mal was Anderes? Dann einen Abstecher für ein Wochenende in die Berge, nach Jarabacoa .......... Der Möglichkeiten sind viele.
Eine Bitte an viele Forumsteilnehmer (Ihr, die ihr so gerne über Boca Chica herzieht und es verdammt): Kommt her und schaut es euch heute an, ehe ihr weiterhin über diesen Ort wettert und flucht. Was vor Jahren mal wirklich schlecht war ist schon lange nicht mehr so. In meinen Augen ist es ein einzigartiges Fleckchen Erde. Direkt am Meer, kompakt und leicht zu erkunden, klein und überschaubar. Viele Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Eine kurze Busfahrt und man befindet sich im Campo ........
Ein herzlicher Gruß an alle
Hany
Wenn man heute über jene „sündige Meile“ läuft, sieht man kaum noch Bars oder Discos. Restaurants, Imbiss, Wechselstuben und Souvenirläden prägen nun das Bild dieser Strasse. Natürlich gibt es noch einige wenige Bars und Discotheken. Die Straße wird auch immer noch jeden Abend abgesperrt und Tische und Stühle der anliegenden Geschäfte werden nach draußen gestellt. Meist gehen Familien mit Kindern dort spazieren, Pärchen ziehen von einem Souvenirgeschäft zum anderen. Alleinreisende Männer oder Frauen? Das ist die Minderzahl heute. Boca Chica scheint die Sturm- und Drangjahre hinter sich gebracht zu haben. Dafür entwickelt sich nun ein durchaus sehenswertes kleines Städtchen. Das Leben hier wird ruhiger und beschaulicher. Freilich findet man immer noch Amüsement, aber nicht mehr in Massen, eher in Maßen. Meine Meinung: Für alle hier lebenden Menschen erträglicher und angenehmer. Mensch kann in Ruhe einkaufen, spazieren gehen oder am Strand liegen. Die Strandverkäufer wollen immer noch ihre Waren verkaufen. Aber heute mit freundlichen Worten, ohne Druck oder gar Aggressivität. Manches Mal entspinnt sich ein kleines Gespräch, auch wenn man gar nichts kaufen möchte. Der Strand selber ist wie eh und je wunderbar flach. Für Kinder aller Altersgruppen (und Nichtschwimmer) einfach nur ideal. Das Wasser ist kristallklar und die Fische kommen oft bis ans Ufer. Am Wochenende ist der Strand voll mit Einheimischen, unter der Woche ist er, jetzt im Sommer, nur mäßig besucht. Montags vormittags kommt der Reinigungstrupp und säubert den Strand von den Abfällen des Wochenendes. Am späten Vormittag ist der Strand wieder begehbar und schön.
Boca Chica wandelt sich. Immer mehr Pärchen und junge Familien entdecken diesen Ort für sich als Geheimtipp. Man kann von hier aus herrliche Touren unternehmen, egal ob geführt oder privat. Man hat Strand pur an der Badewanne der Karibik oder auch – ein paar Autobusminuten weiter – eine kleine Bucht mit herrlichen Wellen. Es gibt einige schöne Strände, die von Boca Chica schnell erreichbar sind. Auch Juan Dolio ist nicht weit. Im Gegensatz zu Juan Dolio besticht Boca Chica, weil es ein „Runddorf“ ist. Es gibt keine endlos langen Wege wie in dem „Straßendorf“ Juan Dolio. Dazwischen liegt noch Guayacanes, ein touristisch wenig erschlossenes Stückchen Strand. Wenig Strandverkäufer, keine Musik am Strand, breiter Sandstrand, fast tief genug zum schwimmen vor dem Riff. Tische, Stühle oder Liegen kann man für den Tag mieten, oder man legt sich in den Sand. Auch mit Getränken wird man versorgt. Dort gehe ich oft mit meinen Gästen zum „Fische füttern“. Dann stehen wir bis zur Brust im Wasser und verfüttern Brötchen und Bananen an die Fische, die um uns herum schwimmen und teilweise sogar aus der Hand fressen. Vom Strand mal abgesehen, gibt es ja noch mehr, was von Boca Chica aus leicht möglich ist: Die Hauptstadt ist nicht weit, man kann sich in Ruhe die Zona Colonial anschauen, das Aquarium, die Tropfsteinhöhle oder den Botanischen Garten. Mal eine Einkaufstour ist sicher auch für manche Leute sehr interessant. Was kann man hier wo und zu welchen Preisen kaufen? Auch der Besuch der großen Markthalle in Santo Domingo hat schon viele meiner Gäste begeistert.
Mal was Anderes? Dann einen Abstecher für ein Wochenende in die Berge, nach Jarabacoa .......... Der Möglichkeiten sind viele.
Eine Bitte an viele Forumsteilnehmer (Ihr, die ihr so gerne über Boca Chica herzieht und es verdammt): Kommt her und schaut es euch heute an, ehe ihr weiterhin über diesen Ort wettert und flucht. Was vor Jahren mal wirklich schlecht war ist schon lange nicht mehr so. In meinen Augen ist es ein einzigartiges Fleckchen Erde. Direkt am Meer, kompakt und leicht zu erkunden, klein und überschaubar. Viele Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Eine kurze Busfahrt und man befindet sich im Campo ........
Ein herzlicher Gruß an alle
Hany
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