Integrationsgipfel

Svety
Über deutsche Politik wird hier wenig geredet, aber gerade jetzt findet ein Integrationsgipfel statt, wo u.a. Themen wie Familienzusammenführung und Nachzug ausländischer Ehegatten geht und dass z.B. die Einreise des ausländischen Ehegatten von den Grundkenntnissen der deutschen Sprache abhängig sein sollte. Das konnte einige Forumsmitglieder betreffen, die ihren Dominikaner/in demnächst heiraten wollen und mit dem Partner in Deutschland leben wollen. Eure Meinungen würden mich interessieren.
holaquetal
nein, das betrifft 99% der forenteilnehmer wohl eher nicht. es bei den geforderten deutschkenntnissen um die ehepartner ausländischer mitbürger.

aber trotzdem ist es einer diskussion würdig, zumal es wohl eine beschränkung auf bestimmte länder, u.a. türkei gibt.
Svety
Aus den ganzen Informationen über das Thema ist aber nicht ersichtlich, dass es nur um die Ehepartner der in Deutschland lebenden Ausländer geht. Es ist mit keinem einzigen Wort erwähnt. Wo hast Du das her?
holaquetal
die deutschen marschieren zwar im winter in den kaukasus, wenn ihnen ihre politiker das befehlen, aber in so einem fall hätte sich doch wohl wenigstens etwas widerstand geregt.
das würde gegen mehrere grundrechte verstossen, z.b. freie wahl des wohnsitzes.
schau malobei wiki nach, was migranten sind. es geht um migranten.
die haben weniger rechte als deutsche. darüber könnte man diskutieren. aber traditionsgemäss schwert die deutschen sowas wenig im gegenteil. mit ausländerfeindlichen parolen lassen sich wahlkämpfe gewinnen. siehe roland koch, mit seiner kapagne seinerzeit gegen die doppelte stattsbürgerschaft.
Svety
Zitat:
Original von holaquetal
schau malobei wiki nach, was migranten sind. es geht um migranten.
die haben weniger rechte als deutsche. darüber könnte man diskutieren. aber traditionsgemäss schwert die deutschen sowas wenig im gegenteil. mit ausländerfeindlichen parolen lassen sich wahlkämpfe gewinnen. siehe roland koch, mit seiner kapagne seinerzeit gegen die doppelte stattsbürgerschaft.


Klar, haben die Migranten weniger Rechte als Deutsche. Was ist daran so verwerflich. In den meisten Ländern ist es auch so, dass die Migranten nicht die gleichen Rechte haben wie die eigene Staatsbürger.. Oder glaubst Du, in der Dom.Rep. hast Du als Resident die gleichen Rechte wie die Dominikaner?

Das gleiche auch die doppelte Staatsbürgerschaft. Viele Länder erlauben sie auch nicht. So wo liegt das Problem, dass man sich für die eine oder die andere Staatsbürgerschaft entscheidet?
holaquetal
du bist auch ein migrant.
also wenn du dich scheiden lässt und dann einen sanki nach deutschland holen willst, dann muss der dann deutschkenntnisse nachweisen (wenn er den ersten schusswechsel mit dir überleben sollte :-)

edit. so gut wie alle länder haben doppelte staatbürgerschaft. vielleicht mit ausnahmen schweiz und österreich, weiss ich jetzt nicht.
und meiner meinung nach sind alle menschen gleich und sollten auch gleich behandelt werden.
Svety
Zitat:
Original von holaquetal
du bist auch ein migrant.
also wenn du dich scheiden lässt und dann einen sanki nach deutschland holen willst, dann muss der dann deutschkenntnisse nachweisen (wenn er den ersten schusswechsel mit dir überleben sollte :-)



Kleine Korrektur, im Sinne der "political Correctness" - ich bin eine "Deutsche mit Migrationshintergrund", ich glaube, so heißt es richtig.

Wie gesagt, ich bin mir nicht so sicher, dass es nur um die Ehepartner der in Deutschland lebenden Ausländern oder "Deutschen mit Migrationshintergrund geht", sondern um alle, die einen Ausländer heiraten und mit ihm in Deutschland leben wollen. Habe gerade die Nachrichten gesehen und man sprach generell vom "Nachzug der ausländischen Ehegatten" und es wurde nicht spezialisiert, ob von Deutschen oder von den Migranten. Wer mehr darüber weiß, konnte uns informieren.

Und wenn ich mich recht erinnere, auch früher gab es ein Unterschied, ob man ein Ehepartner von einem "richtigen" Deutschen ist oder von einem "eingebürgerten", z.B. Spätaussiedler. Mein Mann musste z.B. seine deutsche Staatsbürgerschaft nachweisen und zwar bis zum Großvater, dass sie alle in dem damaligen deutschen Gebiet gelebt haben, ansonnsten hätte ich mich nicht nach 3, sondern erst nach 7 Jahre einbürgern lassen konnte.

Aber sag mal, warum denn doppelte Staatsbürgerschaft haben? Ich meine, wenn man schon die Vorteile zweier Länder geniessen möchte, dann sollte man dann auch die Pflichten für beide Länder erfüllen, wie wäre es mit z.B. Wehrdienst in beiden Ländern? Oder, wenn ein Land Dir eine gratis Ausbildung oder Studium ermöglicht hat, warum dann nicht auch an dieses Land Deine Steuern zahlen, obwohl Du in einem anderen Land lebst und arbeitest? Sind nur so Gedanken..

Als ich noch keinen deutschen Pass hatte, hatte ich auch kein Problem damit, dass die Deutschen mehr Rechte in ihrem eigenen Land haben als ich. Mir wäre im Albtraum nicht eingefallen, von Deutschland irgendwelche Rechte einzufordern. Es ist auch so, dass niemand mich gezwungen hat, deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mich auch entschieden habe, in diesem Land zu Leben. Dann brauche ich kein anderen Pass. Jedem ist das selbst überlassen, man kann auch mit seinem nationalem Pass und der unbefristeten Aufenthaltserlaubnis leben, wenn man meint, dass man zu seinem Heimatland doch mehr Bezug hat, als zu dem Land wo man lebt. Wo ist da ein Problem?
holaquetal
ohje, franz josef strauss ist wiederauferstanden .-)

warum doppelte staatsbürgerschaft? vielleicht weil wir in einer globalen welt leben und weil eigentlich staatsbürgerschaft etwas altergebrachtes, vergilbtes relikt aus er der vorzeit ist? vielleicht weil grenzen willkürlich sind? vielleicht weil kein land ohne einwanderung existieren kann? vielleicht weil reichtum des einen immer auch auf kosten der armut des anderen besteht?

mein kollege hier, der ist mit einer kanadierin verheiratet. jedes mal wenn seine kinder die grenze überschreiten hat er probleme, weil seine kinder im kanadischen pass kein visuúm haben.
dann erklkärt er den cabezas quadradas, dass deutsche kein visum brauchen. dann fragen die zöllner, warum die kinder keinen deutschen pass haben. er will das nicht. ich kann ihn verstehen .-) die zöllner sind hilflos.
Svety
Zitat:
Original von holaquetal

warum doppelte staatsbürgerschaft? vielleicht weil wir in einer globalen welt leben und weil eigentlich staatsbürgerschaft etwas altergebrachtes, vergilbtes relikt aus er der vorzeit ist? vielleicht weil grenzen willkürlich sind? vielleicht weil kein land ohne einwanderung existieren kann? vielleicht weil reichtum des einen immer auch auf kosten der armut des anderen besteht?



Das ist doch reinste Idealismus. So eine Art schöne Parolen. Aber was würdest Du sagen, wenn morgen keine Grenzen mehr gäbe und dann in Deiner Strasse 50 000 Afrikaner auftauchen und ihre Rechte einfordern? Würdest Du sie in Deiner Wohnung willkommen heißen und bei Dir einziehen lassen? Das ist jetzt nur ein Beispiel. Ich konnte auch schreiben 300 000 Chinesen. Beantworte bitte die Frage.

Nee man, so funktioniert das nicht. Und es hat mit Strauss nichts zu tun. Klar, kann kein Land ohne Einwanderung leben, aber irgendwie muß diese Einwanderung gesteuert werden, ansonnsten wird es Chaos.

Wie gesagt, ich war auch selber Ausländerin, war also auch betroffen. Und ich hatte keine Probleme damit. Ich habe mich auch in keinster Weise diskriminiert gefühlt. Man kommt nicht in fremdes Land mit eigenen Gesetzen.
Peter
Hola,

nun, es ist tatsächlich so, dass hiervon nur die Angehörigen nicht "deutscher Staatsbürger" betroffen sind. Bei der Familienzusammenführung, also dem Zuzug der ausländischen Ehefrau (oder Mann) sind keine Deutschkenntnisse erforderlich.

Ob in diesem Fall das Gleichheitsprinzip, oder besser gesagt das Nicht-Gleichheitsprinzip richtig oder falsch ist, da mag man geteilter Meinung sein. Irgendeine Regelung muss es geben, welche, nun, das ist sicher schwer zu sagen. Eine Kontrolle beim Zuzug in ein Land ist sicher wichtig, sonst wären in den "ärmeren" Ländern bald keine Einwohner mehr, und alle würden sich in den sogenannten "reichen Staaten" tummeln.

Bei der Beurteilung eines Menschen ist es mir eigentlich völlig egal, woher dieser stammt, aber ich möchte weder 30.000 Afrikaner noch 300.000 Chinesen in meinem Haus :-))

Dursun, ein türkischer Freund, findet diese von der BRD erhobene Regelung übrigens gar nicht so falsch.....man höre und staune.

Saludos, Peter
holaquetal
ihr habt hier etwas in den falschen hals bekommen. ihr verwechselt mal wieder ursache und wirkung. wenn ihr zuzug begrenzen wollt, dann müsst ihr zuzug begrenzen und nicht die folge des zuzuges. also müsst ihr den ehegatten begutachten und nicht seine family.
Lenorfrau
Zitat:
Original von Svety
Kleine Korrektur, im Sinne der "political Correctness" - ich bin eine "Deutsche mit Migrationshintergrund", ich glaube, so heißt es richtig.


??? Was genau ist das? Eine Deutsche, die ausländische Eltern hat, aber hier geboren ist oder die durch Heirat Deutsch wurde??? Ähm, das interessiert mich jetzt aus unterschiedlichen Gründen!


Und bin ich keine Deutsche mehr, wenn ich einen dominikanischen Pass bekomme und fliessend Spanisch spreche???

Als ob durch Papiere meine Herkunft nichtig würde...Mein Ex-Mann ist auf dem Papier nun schon viele Jahre (mehr als 15 Jahre) ein Deutscher, er spricht und schreibt besser Deutsch als hoch studierte Menschen, er zahlt hier seine Steuern und hat hier sein Studium genossen, aber ist er deswegen nun ein Deutscher? Nee, in meinen Augen und in seinem Bauch wird er immer Ausländer bleiben...Ein Deutschtest und ein Pass kommen doch keiner Gehirnwäsche gleich?

Wenn ich meiner Katze tanzen beibringe und ihr zur Kommunikation das Bellen abverlange, ist sie trotzdem kein bellender Tanzbär, auch wenn der Tierarzt das in ihre Papiere schreiben würde.

Das ist doch alles Wunschdenken und wenn angeblich die Wirtschaft im Land nun wieder aufwärts geht, stellt sich die Frage, warum zur Zeit der Brot und Spiele im letzten Sommer ALLE ach so ausländerfreundlich waren - zu Gast bei Freunden. Ja wie süß...Nun ist Schluss mit Freunden, jetzt wird Deutsch gelernt und irgendwie scheint es innenpolitisch doch noch nicht so zu klappen, denn sonst müsste die Politik nicht wieder die Ausländer zum Thema machen, um von ihrer Unfähigkeit in anderen Bereichen ablenken zu können.
Und das Volk wird jubeln, denn nun wird endlich etwas für das Volk getan. Gibt es keine sprachlosen Ausländer mehr, gibt es wieder mehr Arbeit für die Deutschen...blablabla...nur diejenigen, die die Statistiken der Arbeitslosen mit auffüllen, sind diejenigen, die viele Jahre rückwärts nachweisen müssen, dass sie deutschen Urspungs sind und ausgerechnet die sprechen selbst nach Jahrzehnten des Hierseins noch "ihre" osteuropäische Sprache...Hm, komisch irgendwie alles...

Was denn nun? Gibt es also Ausländer und Ausländer...beide sprechen sie kein Deutsch. Warum sind denn dann einige aus bestimmten Ländern aufgefordert Deutschkenntnisse vorweisen zu müssen und so mancher "Deutscher" kriegt es selbst nicht auf die Reihe - oder wie erklärt sich der Zulauf zu den Veranstaltungen "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"???

Als die Grenze aufgemacht wurde, waren die Ausländer an allem Schuld, was so schief lief...nun 15 Jahre später geht das Spiel von vorne los. Als ob es dadurch hier besser würde, wenn alle die draußen bleiben müssen, die keine Sprachweltmeister sind. Wenn dann die mathematischen Fähigkeiten zum Thema werden, muss ich Deutschland verlassen, denn da hatte ich immer eine 5!
Svety
Zitat:
Original von Lenorfrau
Zitat:
Original von Svety
Kleine Korrektur, im Sinne der "political Correctness" - ich bin eine "Deutsche mit Migrationshintergrund", ich glaube, so heißt es richtig.


??? Was genau ist das? Eine Deutsche, die ausländische Eltern hat, aber hier geboren ist oder die durch Heirat Deutsch wurde??? Ähm, das interessiert mich jetzt aus unterschiedlichen Gründen!


Und bin ich keine Deutsche mehr, wenn ich einen dominikanischen Pass bekomme und fliessend Spanisch spreche???



ach süsse, ich weiß nicht, warum es so heißt, den Begriff habe nicht ich erfunden, sondern die deutschen Politiker.

Ein Deutscher mit Migrationshintergrund heißt jemand, der deutscher Staatsbürger ist, als solcher aber nicht geboren wurde, sondern irgendwann mal eingebürgert wurde.

Wenn Du die dominikanische Staatsbürgerschaft bekommst, verlierst Du die deutsche. So ist das Gesetz. Dann bist Du sowas wie "deutschstämmige dominikanische Staatsbürgerin" hehe
Planner
Zitat:
oder die durch Heirat Deutsch wurde???


Durch Heirat erwirbt man keine Staatsbürgerschaft, sondern nur das Aufenthaltsrecht.

Im übrigen haben wir unseren Sohn auch in der DR als dominikanischen Staatsbürger (als Sohn einer Dominikanerin => Abstammungsprinzip, wie in Deutschland) angemeldet. Also kann er in Zukunft unter mehreren Pässen wählen. Man weiss nie, ob das nicht mal irgendwann von Vorteil sein kann, das hat gerade unsere Vergangenheit gezeigt. Zwei Optionen sind immer besser als eine.

(Und wenn wir uns noch ein Kind zulegen, dann überlegen wir uns vielleicht, ob es in Frankreich oder den USA zur Welt kommen soll. Dann hat es noch einen Pass zur Auswahl mehr)
Lenorfrau
@Svety

Wie schon an anderer Stelle gesagt, geht es thematisch etwas mehr in die Tiefe, von mir aus auch ethnisch philosophisch orientiert und da spielen Pass und politsche Formulierungen keine Rolle.


Meine Frage zielte daher nicht darauf ab, was am Schluss in meinen Papieren steht und ich glaube liebe Svety, DAS hast mit Sicherheit gerade du schon ganz gut verstanden :-)!