Leben im Barrio - an die leute die NICHT als tourist in der dom rep waren

CaribGirl
also.. ich habe da mal einige fragen. da ich ja nun dort monatelang bei meinem freund in villa faro gelebt habe sind mir einige dinge aufgefallen die mir so gar nicht gefallen haben allerdings würd ich eure meinung mal dazu hören, denn vllt seh ich auch alles wieder so schlimm an.
1.) jeden tag reis und huhn und das nur zwischen 11 und 14 uhr. danach gibts nichts mehr zu essen.

abends gibts keinen reis mehr.meist brot (weißer als weiß und so trocken dass man es rauche kann) oder "kochbananen" und hahn.

okay. mein körper ging da zu grunde. ich hab den schjlimmsten haarausfall meines lebens. so einseitig hab ich noch nie gegegssen. ich war schlapp.
hab mir dann a-zink in der apotheke gekauft.

gesetze? welche gesetze. die Fahrer in den öffent. verkehrsmitteln fahren so schnell (und Rennen!) dass wir teilweise ausgetsiegen sind, besonders nachts war es schlimm. der verkehr ist sowieso ein chaos.

am ende hatte ich nur noch schiss in busse zum strand oder in die autos nachts zu steigen. es war zu krass.

innerhalb 3 monate habe ich 4 mal ne waffe gehört und eine messerstecherei gleich neben mir. klar gibts das überall aber es ist das erste mal in meinem Leben dass ich ne Knarre so live mitbekomme. einmal ist bei dne nachbarn einer eingebrochen und dann hat der typ der drin gewohnt hat ihm mit 3 schüssen gedroht.

okay, kein strom morgens um 5. es war zu heiß. der ventilator ging ja nicht. die nachbarn haben so laut Musik gehört dass wir uns IM eigenen Zinmmer anschreien mussten.

zuudem wurde ich überall so neugierig beäugt. konnte nicht auf die straße gehen abends. die schwester meines freundes muss um 18 uhr zu hause sein. Sie ist 17.
Nun wenn die Sonne untergeht will der Vater nicht dass sie alleine herumläuft- achja, ein gewisser hauch von Rassismus war auch zu spüren.

und in kedem colmado das gleiche dämliche lied. tagelang,endlosschleife. musik ist toll, aber man kann sie auch totspielen.

MEINE MEINUNG und ich musste das mal rauslassen.

wisst ihr, sicher, 3. weltland und NICHT ZU VERGLEICHEN Mit europa oder deutschland, abe rich wusste nicht dass die leute da alle SO extrem sind.

nun, anderes land andere sitten. irgendwie war ich froh wieder hier zu sein. andereseits ist das IRGENDWAS was , was ich hier vermisse. obowhl ich ja mehr für system und ordnung bin als für heilloses chaos... mhhh.
problem im grunde: KANN man als deutscher da überhuapt leben? wie machen die das? ich meine, die leben nqtürlich in dem besseren teil santo Domingos und haben ein HAUS, können kochen, aber bestimmt nicht einfach sich zu integrieren oder?

achja, mir wurde ja ständig AMERICANA hinterhergerufen. irgendwann nervte das. da rief ich "nix amerikana, CHINESE!" auf spanisch.
war mir zu doof.

ich überlege halt wieder hinzufliegen (hätt ich in 1000 jahren nicht gedacht) aber dann brauch ich wenigstens eine kochecke, wo er und ich was kochen können. lebten ja in einem raum, bloß mit waschbcken und Bett.
udn in volla faro hab ich nie einen "ausländer" wie mich gesehen.
mhhh.
würde dann auch wieder ein wenig länger bleiben.
und ich müsste mich auch mal mit deutschen treffen können. dieses mal wäre ich besser vorbereitet.
ja, das dazu.

so jetzt ihr!
olita
hmmmm, wo sollte ich den anfangen.
seit wann kennst du das Land, dein Freund und die Mentalität der Menschen?
Ich habe vor Jahren auch für 5 Monaten in Santo Domingo gelebt. (Residencial Santo Domingo, Herrera)
Ich würde mal sagen, dass es am Anfang, wenn du es noch gar nicht kennst.. sehr eigenartig ist... weil man es ja gar nicht kennt, diese Art des Lebens...
Das gleiche Essen jeden Tag???? konntest du dir nichts vorbereiten?? und die Uhrzeiten? wo hast du denn gewohnt???
Ich denke, dass man Nachbarn ausstehen muss, aber doch nicht das Essen.. Da denke ich, dass man es irgendwie regeln kann... Ich weiß es ja nicht, aber wenn du in der Familie gewohnt hast, konntest doch mal was anderes vorschlagen???

Die Situation drüben ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich muss aber dazu sagen, dass ich mich schon lange nicht mehr als Touri fühle wenn ich dort bin... Ich verhalte mich dem entsprechend und laufe nicht in Sommerkleidchen in Santo Domingo rum, denn wenn man sich umschaut, machen es dort sehr wenige Frauen(meistens Touristen)...
Daran erkennt man ja uns... Aber drüben ist das wirklich so, dass die Kleider die Menschen machen.. Es wird großer Wert drauf gelegt...

Kriminalität... hmm ist ein Punkt... aber so schlimm ist das auch wieder nicht... oder man ist irgendwo in einem Barrio... wo ich als "extranjera" sowieso nicht wohnen würde. Man kann dort abends raus... vielleicht nicht ganz allein... Aber wenn du Taxi deines Vertrauens anrufst und das alles über die Zentrale läuft, ist das schon sicher...
Aber so Barrios... hmmmm musst man echt aufpassen. (nachst)

Wenn ist aber dich höre... hast du einfach die Nase voll... warum willst du denn wieder rüber??? und wieder für länger??? wenn es dich doch alles stört???

ich kann nur für mich sprechen... dass ich mich dran gewöhnt habe und diese sachen stören mich nicht... Vielen musst man einfach ignorieren... und bei vielen Sachen genau so wie Dominikaner denken, dann klappt es schon..

Gruß
olita
ps: war in den letzten 6 Monaten schon 3 Mal drüben.
gatita
Ich kann dein Leid teilen, allerdings hab ich das alles mit Humor gesehen, denn meine Zeit auf dem "Campo" ging nicht über eine Monat hinaus. Ich hätte es durchaus noch länger "ertragen" können, denn alle die negativen Erfahrungen halten sich die Waage mit dem, was man auch an guten Eindrücken gewinnt.

Was mich beim letzten längeren Aufenthalt extrem angepiept hat, war diese "LeckmichamAr...-Mentalität" bzw. Rücksichtslosigkeit. Beispiel: hab meinen Freund vier Monate nicht gesehen. Auf der Reise vom Flughafen nach San Pedro waren keine zusammenhängenden Plätze mehr frei, also saßen wir getrennt. Ich hatte Kinderschokolade mit, die alle werden musste- also bot ich meiner Sitznachbarin ein Riegel an. Ok, ein erstauntes Danke habe ich registriert. Nach einer halben Stunde Fahrt erklärte ich ihr meine Situation, dass ich doch gern bei meinem Freund sitzen würde und gern die Plätze tauschen möchte. Da war tatsächlich nichts zu machen. Sie hätte nur aufstehen müssen, nix! Schade eigentlich...irgendwie nahm sie mir die Frage wol auch übel, denn sie drehte sich demonstrativ von mir weg und starrte nur noch aus dem Fenster.

In Santo Domingo am "Busbahnhof" war eine bettelnde und behinderte Frau auf Nahrungssuche. Sie war wahrscheinlich auf beiden Beinen gelähmt, kroch auf ihrem Hintern von der einen zu anderen Straßenseite- immer im Schlepptau ihr Hab und Gut in einem großen Stoffbeutel. Auf der anderen Straßensteite angekommen ruhte sie sich von der Anstrengung aus und setzte sich vor ein Haus. Es dauerte keine Minute, da kam das Hausmütterchen zur Tür hinaus, schnappte sich den Kleidersack der Behinderten und schmiss ihn zurück auf die Straße- dort, wo die Busse entlangfahren. Niemand von den jungen Männern im angrenzenden Colmado haben ihr weder einen Blick zugeworfen, geschweige denn Hilfe angeboten. Die alte Frugge in ihrem Haus hat ihren Triumph hinter der Fensterscheibe weitergefeiert. An diesem Tag war mein Freund überhaupt nicht mehr ansprechbar, weil man ihn eine Stunde zuvor mit mir an seiner Hand als Sankie betitelt hatte "Hey Sankie, bien hecho". Mein Freund drehte sich nach diesem Idioten um, wir konnten niemanden sichten. Als wir weiterliefen, das gleiche Spiel von vorn.

Die Lust auf ein kleines bisschen Abwechslung auf dem Teller hatte mich auch schnell erreicht. Irgendwie sind sie da wohl etwas bescheidener als wir- es störte niemanden, dass es immer nur Reis, Yuka, Spaghetti und Kochbananen gab. Noch nicht mal Yanikeka war dieses Mal im Angebotl :o( Hab dann mal ein paar Pfannkuchen gezaubert, wow- das rief Freude hervor.

Das größte Dont-go aber: kaltes Wasser! Daran kann ich mich nicht gewöhnen, egal, wie warm es draußen ist. Also hab ich mir jedes Mal zwei Schüsseln Wasser warm gemacht, bevor es unter die Dusche ging. So habe ich dieses Mal meine Reise ohne eine Nierenbeckenentzündung erleben dürfen und bin fürs nächste Mal super präpariert.

Traurig zudem die lustlosen Gesichter in den Supermercados oder auch Colmados zu erleben, abgesehen von den hohen Lebensmittelpreisen. Deutschland ist in dieser Hinsicht schon kein Vorbild, aber Kundenfreundlichkeit haben die Dominikaner nicht groß geschrieben.

Das alles wird irgendwo seine Berechtigung haben und kann nicht pauschal auf alle Dominikaner gemünzt werden. Es gibt im persönlichen Umfeld superliebe Dominikaner, egal ob auf der Straße oder im Bus...es gibt auch Spiegeleier, die dort viel besser schmecken als bei uns zu Hause, es gibt sogar kälte Nächte, in denen man mal richtig durchschlafen kann, es gibt Kokoswasser und es gibt die geile Mopedfahrt am Malecon entlang. Also, für mich immer wieder gerne RD, mit Rückflugschein. Wichtig ist doch, dass die Dominikner mit ihrem Land und dem Leben klarkommen...an Service und Knigge stört sich da niemand, aber deren Sorgen möchte ich auch nicht haben.
olita
Kaltes Wasser???
aber bei dieser Hitze??? Mein Mann haben zu Hause warmes Wasser .... was ich wiederrum immer abgestellt habe... und meine 3,5 Jährige Tochter wollte auch kein warmes Wasser haben...

Wobei es natürlich sein kann, dass das Wasser, was direkt aus den Leitungen ist, etwas kälter ist... Wir haben tinaco auf dem Dach... da ist das Wasser gerade angenehm bei so einer Hitze...
Pikobello
@CaribGirl

Zuerst einmal moechte ich von Dir wissen,wie und vor allem wo hast Du Deinen Freund kennengelernt?Und wo wohnt er zur Zeit?
Villa Faro,ein Barrio im Osten SD an der Carretera Mendoza,zwischen Invivienda und El Almirante,das sich da kein Auslaender hin verlaeuft wundert mich eigentlich nicht.In solchen Gegenden halte ich mich nicht einmal tagsueber auf.
All die Dinge,die Du in den Monaten dort erlebt hast und hier beschrieben hast,sind typisch fuer ein Barrio.Sehr laut,viel Dreck und auch nicht ungefaehrlich.Das die Leute dort nur Reis mit Bohnen essen,liegt einerseits an den hohen Lebensmittelkosten,andererseits ist
dies das dominikanische Essen schlechthin,und dies wird auch in "reichen" Haeusern gekocht.Wenn Du hier so in etwa leben willst wie in D,dann musst Du auch so in etwa mit denselben Kosten rechnen wie in D.Was ich nicht verstehe,wenn Du fuer 3 oder ? Monate kommst,warum mietest Du Dir nicht fuer Dich und Deinen Freund fuer diese Zeit ein moebliertes Appartment?Wenn die Familie Deines Freundes in Villa Faro lebt,koennt Ihr Sie immer besuchen,aber Du hast ganz andere Moeglichkeiten,Dich hier zu bewegen bzw. Deinen Aufenthalt hier recht angenehm zu gestalten.Und der Strassenverkehr hier ist eben typisch lateinamerikanisch,er bewegt sich schleppend,aber stetig.
Catweezle
Ich kann deine Erfahrungen nur zum Teil nachvollziehen.

Ich habe mal 2 Wochen in Los Mulos verbracht. Ok kein Strom von morgens 4 -9 Uhr und nachmittags von 4 - 8 Uhr abends.Daran kann man sich gewöhnen.
Vor allem weil es regelmäßig ist, und man weiß wann es soweit ist.

Das "kalte Wasser" war garnicht so kalt, weil es tagsüber ja von der Sonne erwärmt wurde. Ok morgens war es schon etwas frischer.

Das Essen, ja das kommt wohl darauf an wo du lebst, klar gibt es viel Aroz con Pollo aber es gibt auch Mafongo, domplins, Pescado und Platanos fritos.
Bei uns wurde wurde schon immer etwas andres gekocht. Obwohl Domplings hätte ich gerne öfter gegessen.

Ich konnte auch allein im Barrio umherlaufen und die Nachbarn und Freunde besuchen. Hatte auch keine Wahl, alle riefen nach mir und ich mußte einfach ins Haus kommen.

Habe auch nur nette Menschen kennengelernt.

Auch in San Rafael de Yuma, übrigens die sauberste Stadt die ich je in der DR sah, nur gastfreundliche Menschen. Ok mein Freund wohnt in San Rafael de Yuma und viele seiner Geschwister. Da war ich auch oft alleine unterwegs. Allerdings war ich in keinem Barrio nachts alleine unterwegs.

Die Erfahrung die du mit den Verkehrsmitteln gemacht hast, kann ich auch nicht nachvollziehen. Bin auch mal nachts von St Domingo nach Los Mulos mit dem Nachtbus gefahren. Das einzige was mich gestört hat, das es saukalt war und ich gefroren habe.

Ja St Domingo war die einzige Stadt in der ich nie alleine unterwegs war.

Das lies mein Freund nicht zu. Zuviele Tiqueres wie er meinte.

Ansonsten.....ich werde nächstes Jahr im Januar rüberziehen zu meinem Freund. Ich liebe dieses Land mit all seinen Stärken und Schwächen.


Cat
Leni-P
Klar kann man selten nachvollziehen, was ein anderer erlebt hat, wenn man nicht selbst dabei war oder wenn man nicht zufällig der Klon der Person ist...jeder hat doch unterschiedliche Empfindungen und nimmt Dinge anders wahr - jeder Körper reagiert anders, jeder hat unterschiedliche Geschmacksnerven, jeder lernt andere Menschen kennen...wie soll man denn da objektiv vergleichen können???
Und das sollte man doch auch jedem zugestehen, ohne gleich wieder mit "Vorwürfen" loszupoltern, dass ja alles gar nicht verstehen kann...

Meine eigenen Erfahrungen sind auch in einigen Bereichen postiv und in anderen negativ...wobei ich der Meinung bin, dass Menschen wie wir, die immer wieder zurück können, die Dinge oft mit ganz anderen Augen sehen und auch viel toleranter mit div. Gegebenheiten umgehen!
Planner
@ caribgirl

Interesssante Erlebnisse. Ganz so extrem habe ich es nicht bisher nicht empfunden, aber manches deckt sich schon mit meinen Erfahrungen aus Santiago.

Essen: Reis und Huhn ist nun mal das billigste. Wer wenig Geld hat, muss sich darauf konzentrieren. Allenfalls kann man noch mit Avocados rechnen, dei sind ja auch extrem billig. Wer dann noch was anderes will, muss selbst Geld ausgeben. Das erste, was wir machen, wenn wir bei menen Schwiegereltern sind, ist ein großer Einkauf in einem Supermarkt. Dann haben wir alle für die Zeit unseres Aufenthaltes eine größere Vielfalt. Das Brot ist nun mal nichts besonderes in der DR, wie in den USA. Damit habe ich mich abgefunden. Wenn es Dir zu einsieit gwird, musst du ggdf. mal rausgehen. Selbst McDonalds ist da ja eine Abwechslung.

Der Verkehr ist ein Chaos. Kann man so sagen. Aber es gibt eine einfache Regel: Der vorne hat immer recht, der hnten muss aufpassen. Wer Skifahrer ist, kennt das; der Verkehr in der DR funktioniert ganz ähnlich. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und habe auch keine Bedenken, in Santiago oder Santo Domingo ein Auto zu fahren. Hat aber 10 Aufenthalte gedauert, bis ich mich das getraut habe. Mit der Zeit kann man das scheinbare Chaos besser verdauen. Und eigentlich passiert für diese Fahrweise erstaunlich wenig.

Waffen? Das ist sicherlich ein Problem, und in dem Barrio meiner Schwiegereltern würde ich auch nur mit Bedenken des Nachts bleiben. Aber das ist von Barrio zu barrio sehr unterschiedlich, und ich kenne auch eine Reihe sehr ruhiger Viertel, wo man ohne Probleme auch nachts über die Sraße laufen kann. Vielleicht hast Du mit Ville Faro wirlklich ein heikles Viertel (ist das in SD beim Denkmal?).

Laute Musik? Also wer deutsche Maßstäbe der Zimmerlautstärke ansetz, der ist in der DR vollkomen falsch. Da kann ich auch bei wahnsinnig werden, vor allem wenn es bis 3 Uhr nachts geht und man schlafen will. Damit kann man sich abe rnur abfinden?

"Americana". Sehr interessant. Das ist mir noch nicht passiert, obwohl ich im Barrio meiner Schwiegereltern schon farbmässig sehr stark auffalle. Aber ich bin mittlerweile als der Schwiegersohn von xy bekannt (Spitzname meines Schwiegervaters) und werde zwar beachtet, aber nicht mehr bestaunt. Das wird sich bei Dir wohl auch nach mehreren Besuchen geben, wenn man merkt, dass du regelmäßig kommst und quasi zum "Teilzeitbestand" des Barrios gehörst.

Muss jetzt Schluss machen, morgen kommt noch etwas mehr
mariposita
Naja, gute Frage! wieviel kann ein europäisch geprägter Mensch an anderen Sitten so "wegstecken," bis es anfängt zu nerven?

Dass andere Sitten gelegentlich nerven, ist unvermeidlich. geht sicher so manch einem Latino in Deutschland auch so. entweder man arrangiert sich irgendwie damit oder man geht wieder nach Hause.....

Meine Meinung dazu.... also, meine Toleranzgrenze gegenüber lateinamerikanischen Sitten und Unsitten ist eigentlich sehr sehr hoch; natürlich bin ich auch gelegentlich an diese Grenze gestossen, aber habe eigentlich immer einen Weg gefunden, damit klarzukommen.

Meine Meinung zu den genannten Kritikpunkten:

1) Reis und Huhn: hm, würde ich sicher auch nicht jeden Tag essen wollen. aber eigentlich findet man doch überall Möglichkeiten, was anderes zu bekommen? ich kenne Villa Faro nicht, aber an allen Orten, die ich aufgesucht habe, gab es an der Strasse Verkäufer, bei denen man jederzeit Kokosnüsse, Orangen, Limoncillos, tostones (Bananen) usw. usf. kaufen konnte. auch in Haiti war das kein Problem, selbst in den entlegensten Provinzen konnte man eigentlich alles haben und ich habe nie zwei Tage hintereinander dasselbe essen müssen. Kann ich also nicht ganz nachvollziehen...vielleicht muss man sich halt etwas von Schwiegermutter´s Kochtöpfen emanzipieren.

2) Verkehrschaos: bin ich seit frühester Kindheit von Urlauben in Süditalien gewohnt. wer Napoli kennt, den schockt Lima nicht mehr, und wer Lima kennt, den schockt Santo Domingo nicht mehr. eigentlich bin ich der Meinung, Lateinamerikaner fahren mindestens so gut wie Europäer - nur eben anders. Geschriebene Verkehrsregeln haben dort eben keine Bedeutung; es sind die inoffiziellen "Regeln" (wenn man die so nennen kann", nach denen es trotzdem irgendwie funktioniert. Angst und zuviel Korrektheit am Besten in Europa lassen, dort wo sie hingehören :lol:

3) Waffen:
ja, Gewalt, Kriminalität und Waffen, ist kein schönes Thema. aber leider ein fester Bestandteil des Lebens in jedem lateinamerikanischen Land. am besten so defensiv wie möglich verhalten, aber dennoch versuchen, keine Angst zu haben. man kann es brutal das Vogel-Strauss-Prinzip nennen oder "Aussitzen"; solche Worte mögen jetzt sicher vielen Weltverbesserern übel aufstossen, aber es ist nunmal so wie es ist: Das Leben ist gefährlich, und passieren kann einem immer etwas (auch in Europa); klar ist die Wahrscheinlichkeit, ausgeraubt zu werden, umso höher je ärmer das Land ist. Die Gewalktkriminalität in Lateinamerika wird sich solange nicht ändern, wie es eben breiten Schichten der Bevölkerung schlecht geht, und das wird sich auch nicht ändern, wenn man darüber Pfui sagt und nicht hinfährt. und dennoch bringt es einen überhaupt keinen Schritt weiter, wenn man sich zuviel Sorgen drüber macht! es mag sich sehr naiv anhören, aber ich bin mit dem Prinzip "einfach nicht zuviel drüber nachdenken" gut gefahren; Wertsachen habe ich grundsätzlich nie auf der Strasse spazierengetragen, hatte dennoch immer ein paar kleine Scheinchen dabei, so dass im Falle eines Überfalles die Räuber mir wenigstens nicht aus Wut über die entgangene Beute was anderes getan hätten, und dann habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es soooo gefährlich nun auch wieder nicht ist: mir zumindest ist nie was passiert. Bekannte von mir, die sich dagegen ständig Sorgen gemacht haben über was alles passieren könnte, sind komischerweise tatsächlich alle irgendwann beklaut worden. Auch mit aufdringlicher Anmache habe ich normalerweise keine Probleme.

4. Kaltes Wasser - NA UND? wen stört das bei den Temperaturen. ist eben so, find ich nicht schlimm.

5.) Stromausfall - na ja, kann nerven, aber ich sag Euch mal was, in Haiti ist das schlimmer (ist das ein Trost? ) nun ja, wenn ich gerade eine seitenlange Arbeit am PC nicht rechtzeitig gespeichert habe bevor se va la luz oder der Kühlschrank abtaut, ist es schon nicht so witzig. Den Ventilator nachts haben wir in Port au Prince immer mit der Autobatterie betrieben (Not macht erfinderisch, hahaha)

6.) Laute Musik - NA UND? ein bissel mehr Krach könnte Deutschland auch nix schaden, da spürt man, dass die Menschen in der Umgebung lebendig sind (von der Friedhofsruhe daheim nach wochenlangem Lateinamerika-Aufenthalt habe ich regelmäßig Depressionen bekommmen)

7.) Americana? hm, das hat zum Glück keiner zu mir gesagt, dafür aber "Gringa". und hier sind wir an einem Punkt, der auch meine Toleranzgrenze sprengt.gringos sind Amerikaner, und nachdem ich das Verhalten amerikanischer Zeitgenossen in Peru miterleben durfte, bin ich doch sehr bemüht, nicht mit einer "Gringa" verwechselt zu werden. Meine Antwort darauf ist gewöhnlich: "Dime Rusa, dime Francesa, dime Inglesa o Italiana o hasta China si te da la gana, pero no me digas Gringa, coño, soy simpatisante de Hugo Chavez... " damit habe ich meistens ein Grinsen und auch einen Preisnachlass bekommen :lol:

8.) Rassismus. ja, leider. Erfunden von den Europäern und doch in Europa heute weitestgehend überwunden, ist diese Krankheit in Lateinamerika leider immer noch bis ijn den letzten Winkel verbreitet. Rassismus gegenüber Europäern (bzw. das Prinzip "die Weißen haben Geld, also versuche ich es Ihnen abzuluchsen"), noch viel schlimmer jedoch ist der Rassismus gegen die eigene Bevölkerung. Es schmerzte mich oft, wenn ich mit anhören musste, wie viele Peruaner aus Lima, selbst eindeutig mit indianischen Vorfahren, abwertend über hintwerwäldlerische "Indios", "Cholos" oder gar "Lamas" reden.... Erzählen Dir einerseits stolz von Machu Picchu und den Inkas, wollen aber nicht, dass ihre Tochter mit jemandem abgibt, der noch dunkler ist als sie selber; lieber soll sie sich einen Europäer angeln, "para mejorar la raza". von Dominikanern und ihren Haarentkrausungsaktionen und Bleichcremes ganz zu schweigen... einfach gruselig.

Nun, was hat mich genervt?

Punkt 8.) Rassismus zum Beispiel. ich glaube, daran werde ich mich immer wieder stossen und mich nie daran gewöhnen. Dazu kommen furchtbare Verhältnisse in Bezug auf Arbeitnehmerrechte .... welche Arbeitnehmerrechte? Die gibt es natürlich auf dem Papier, Fakt ist aber, dass der Chef gleich nach dem lieben Gott kommt und selbstverständlich das Recht hat, zu machen was er will, und wem´s nicht passt der kann ja gehen, es stehen ja schon genug Leute Schlange für den Arbeitsplatz. Es ist Feudalismus wie er leibt und lebt, die Sklaverei wurde niemals abgeschafft, sie wurde nur ersetzt durch den 8-Stunden-Tag (der meistens 10-12 Stunden beinhaltet) und als kleines Zugeständnis an moderne Zeiten, darf nicht mehr ausgepeitscht werden.

Weiterhin... mangelndes Umweltbewusstsein zum Beispiel. Dass Müll einfach irgendwie auf die Strasse geworfen wird. In Haiti ist es noch schlimmer weil die Müllabfuhr dort so gut wie gar nicht funktioniert, und überall wird einfach weggeschmissen, wenn man Skrupel hat, dasselber zu tun, wird man belächelt. Nur sehr sehr wenige Personen stören sich daran und bemühen sich, ihren Landsleuten dieses Bewußtsein beizubringen. Als Europäer fühlt man sich andererseits auch unwohl, das zu kritisieren (immerhin sind es ja unsere Nationen, die hauptsächlich zu Ozonloch, Klimawandel usw. beitragen, also haben wir das Recht, Bewohner ärmerer Länder vorzuschreiben, sie sollten mal ihre Umwelt schonen...? Trotzdem ist das etwas, was mir immer wieder aufstösst, bei aller Liebe und allem Verständnis, und ich habe Schwierigkeiten, mich zu beherrschen.

Die "Leck-Mich-am Arsch"-Einstellung wie geschildert in dem Beispiel mit der Busnachbarin - so etwas habe ich nie erlebt. im Gegenteil, mir hat man mehrfach angeboten, ob ich nicht lieber den PLatz vorne neben dem Fahrer haben wolle, damit ich nicht so viel Staub schlucken muss (und musste dann augenzwinkern klarmachen, dass so verrückte Touristen wie ich das eigentlich hinten auf der Ladefläche viel aufregender finden), und bei einer Fahrt hat ein älterer Mann von sich aus mich gefragt, ob ich mit ihm den PLatz tauschen wolle, damit ich neben meinem Freund sitzen kann. und dann hat er mir noch von seinen Keksen angeboten..... in diesem Pounkt konnte ich also nie klagen.

Eine Einstellung, die mich eher genervt hat war, "Ach ja ihr Ausländer habt es gut.... Ihr könnt Euch das ja leisten, und wir nicht". Ja, ich glückliche Ausländerin konnnte es mir leisten, jeden entlegenen Winkel von Peru zu besuchen, und die arme Cousine war in ihrem ganzen Leben noch nicht mal in Machu Picchu gewesen. "Für uns ist das zu teuer". Nicht berücksichtigt wurde bei diesem Vergleich allerdings, dass die arme Cousine jedes Wochenende feiern ging, dass jeder Geburtstag die Familie in Unkosten stürtze... während ich immerhin ein Jahr lang an den Wochenenden nicht in die Disko, sondern im Restaurant arbeiten gegangen bin, um mir den Uralub leisten zu können. Wenn ich den Klagenden dann vorrechnete, dass eine Busfahrt in die Sierra nicht mehr kostete als der Eintritt für die Disco, waren sie ganz erstaunt, naja, so hatten sie das nie betrachtet, aber die Wochenenden seien schließlich dazu da, um sich zu amüsieren, schließlich sei man ja nur einmal jung... ist ja auch ok, das akzeptiere ich ja auch voll, muss ja jeder selber wissen wofür er sein Geld ausgibt oder nicht - aber dann bitte nicht auf die "reiche Gringa" zeigen, die sich ja alles leisten kann....

Nun ja, zusammenfassend muss ich sagen, dass es wohl in jedem Land der Welt Dinge geben wird, die einen nerven, an die man sich nicht gewöhnt und die einen ankotzen. Aber man macht es sich leichter, je weniger man sich drüber ärgert und je pragmatischer man mit einer Situation umgeht.
Lenorfrau
Also, na klar ist es dort laut. Lauter als bei uns und vor dieser Totenstille hier graut mir jedes Mal, wenn ich nach Deutschland zurückkehre. Dann rauscht mir die Stille hier regelrecht in den Ohren und ich denke, es ist eine Frage der Einstellung. Menschen, die hier in Deutschland ihr Leben lang an einer Hauptstraße wohnen, schlafen dennoch irgendwann gut, weil das Ohr den Krach überhört.

Für mich persönlich kann es nicht genug Mangu, Platanos, Yucca geben...Das Zeug enthält auch schon gewissermaßen Nährstoffe und Obst wie Mangos und Papaya kosten auch nicht die Welt.

Huhn ist ernährungstechnisch eh die beste Sorte Fleisch im Vergleich mit Rind oder Schwein aufgrund der Zusammensetzung, gleichzusetzen mit Fisch. Beides esse ich auch hier nicht täglich, weil auch hier gutes Fleisch und guter Fisch teuer sind.

Das mit dem Wasser kann ich absolut nachvollziehen. Das ist für mich der Alptraum. Wenn mich jemand fragt, was ich dort zum Überleben benötige, ist das gutes Mückenschutzmittel und heisses Wasser. Da nicht jeder diese schwarzen Dinger auf dem Dach hat oder die nicht ausreichen, habe ich jetzt eine Solardusche bei pearl.de entdeckt. Davon werde ich jetzt 2 kaufen und sie dann den ganzen Tag über in die pralle Sonne hängen.

So und zunächst einmal angestarrt zu werden, finde ich nicht verwerflich. Auch hier werden Dunkelhäutige (zumindest in unserem Kaff) immer noch wie der böse schwarze Mann aus dem Tintenfass von Wilhem Busch angestarrt. Es kommt auch darauf an, wie du zurückschaust. Wenn die merken, dass du dich unwohl fühlst, dann spiegeln sie dir das -wie überall- zurück. Wenn du offen und freundlich auf sie zugehst und z.B. die laute Musik lustig verpackt erwähnst, dann klappt das in der Regel, danach mehr Ruhe zu haben.

Selbst in Bavaro wurde ich noch nie als Sankiebraut betitelt und hatte sehr wohl schon einen Sankie neben mir. Auf meinen Fahrten nach Higüey, Santo Domingo war ich immer die einzige Gringa im Bus und alle waren sehr interessiert, woher ich komme, wohin ich will und haben sogar anfangs, als ich dort noch kein Handy hatte, meine Abholperson angerufen, dass sie jetzt losgehen sollen, um mich am Bus abzuholen.

Das mit den Waffen finde ich auch nicht besonders witzig, aber selbst in den bajos von San Isidro hätte sich nie einer getraut, mir etwas zu tun, weil die sich untereinander selten etwas tun. Und einige wohnen wirklich so ärmlich, dass einem die Tränen kommen können, vor allem, wenn einem halb verhungerte, verdreckte, nackte anderthalbjährige Kinder über den Weg laufen. Doch auch das muss man gesehen haben, will man nicht in den Bavaro-Palmen-Strand-Rausch verfallen.

No hay luz mi amor, muss ich mir am telefon täglich anhören und als ich jetzt im Mai in Santo Domingo war, wusste jeder, dass ab 21h das Licht entschwindet. So wird alles, wozu Strom benötigt wird, vorher verrichtet und da ich auch in Deutschland kein Fernsehen schaue, fehlt mir bei Stromausfall nichts. Im Gegenteil, es fördert die Kommunikation untereinander und irgendwann kauft man eh einen Generator. Nun gut, das Internet würde mir fehlen, aber da sie hier dann eh zu der Zeit alle schlafen, ist es auch egal. Und Wäsche würde ich dann ab und zu waschen wollen, gut, aber auch dann halt morgens.

In Nordafrika hast du selten Wasser, wenn dann doch, dann schleppst du es von einem Wagen tausend Treppen nach oben. Zum Duschen bleibt nur das, was man zum Kochen entbehren kann, also nichts mit täglich stundenlang duschen und Strom fällt da auch ständig aus. Ich denke, es kommt immer darauf an, was man im Leben vorher schon gesehen hat. Mein erster Aufenthalt in Nordafrika glich damals einem Kulturschock, Sri Lanka verursachte die nach dem "Wenn es einen Gott gibt, wie kann er das zulassen"-Frage und die dominikanische Republik ist wohl eine Mischung aus beidem oder noch mehr...(aus meiner Sicht)

Ja und oftmals habe ich die paar Meter von meinem Auto in mein Haus schon Angst und würde hier nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr allein durch die Gegend spazieren, wenn die Bürgersteige hochgeklappt werden.
winnie
Hallo Zusammen,
also wie schon gesagt wurde, jeder hat so seine eigenen Empfindungen. Ich kann es teilweise schon nachvollziehen. Ich hab ein knappes jahr in Cabarete gewohnt, wobei es einem da nicht wirklich an was fehlt. Wir hatten unser eigenes Haus und dort hab ich dann auch gekocht, oder er. Natürlich war die Überraschung gross, dass es auch völlig andere Geschmcksrichtungen gibt. Mach mal irgendwo ein bisschen Maggie dran und du wirst erstaunte Gesichter erleben ;-)
Wir wurden damals auch zum Glück nicht überfallen oder ausgeraubt, aber ich denke, da es in der Nachbarschaft schon vorkam, lag es bei uns wohl eher daran, dass mein Mann bei der Polizei arbeitete und selbst dort keiner soooo doof ist, nem Polizisten was aus dem Haus zu klauen!
Das Problem als Gringa angequatscht zu werden hatte ich selten, da kam eher ein Mami oder Rubia, je nach Tagesverfassung. Wobei sich das auch schnell einstellte, als es sich rumgesprochen hatte, dass ich nen Mann habe.
Strom und Wasser: Tja, trotz Generator ein leidiges Thema. Also ohne warmes Wasser konnte ich gut leben, weil es ohnehin zu heiss war, obwohl ich zugeben muss, dass ich zum Haarewaschen dann doch ab und zu mal "weicheimässig" zum Friseur bin. Was schlimm war, wenn kein Strom da war.
Die Zeit auf dem Campo, bei seiner Familie, war da schon angenehmer. Die gleichen Probleme, aber ich fand es toll mit den ganzen Kindern, Nachbarn und so. Ich muss auch sagen, dass sie alle bisschen Tamtam gemacht haben und plötzlich jeder leise sein sollte und ganz nett zu mir. Bis ich irgendwann auch die Nase voll hatte und mal die Musik aufgedreht hab und durchs Haus hinter den Kindern schreiend hergerannt bin. Ich mag die Aktion und das Laute dort. Die haben sich schlapp gelacht und ab dann war das Thema auch durch. Aber ich muss sagen, dass man im Bezug auf Privatphäre echt Abstriche machen muss. Das ist nicht einfach. Da ist es gut, wenn man ein Zimmer auch mal abschliessen kann ;-) Wobei sich dann jeder denken kann warum und dich den ganzen Tag angrinst. Naja...
Was ich extrem toll fand, war die Kinderbetreuung. der Kleine war gerade 2 Jahre alt und wurde mir eigentlich meistens überreicht mit den Worten: "er hat gebadet, ist jetzt sauber, hat ne frische Pampers und gegessen hat er auch. " Na Dankeschön!!! hehehehe... Das war prima!
Also es hat alles seine Vor- und Nachteile, aber im Grossen und Ganzen finde ich es sehr sehr schön dort. Man muss sich halt etwas vorbereiten und muss auch nicht seine komplette Kultur vergessen, wenn man dort lebt.
In diesem Sinne liebe Grüsse
holaquetal
ich weiss gar nicht was ihr wollt. jeden tag reis mit HUHN? wisst ihr was ein huhn in der domreo. kostet? wisst ihr auf wieviele arten man huhn zubereiten kann? ich hätte mir alle finger geleckt. das kann ich jeden tag essen, ohne probleme, ein ganzes jahr lang. und zum frühstück mangu mit qeso blanco oder spiegeleiern und gebratener salami.
wer sich jeden tag huhn leisten kann, der kann auch eine salami kaufen.
winnie
Zitat:
Original von holaquetal
wisst ihr auf wieviele arten man huhn zubereiten kann? .


Vielleicht ist gerade das das Problem. Wenn ich es richtig verstanden habe, wurden alle bekocht. Und da, besonders auf dem Campo, gibt es nun mal nur eine Art, wenn die Familie arm ist. Vielleicht einfach mal anbieten selbst was zu kochen. Ich hab die Erfahrunge gemacht, dass sie sich tierisch drüber freuen, auch wenn anfangs natürlich gesagt wird, nein nein, wir machen das. Hartnäckig bleiben und selbst mal kochen. Wie Holaquetal schon sagte, man kann Huhn auf 1000 Arten zubereiten und auch sonst mit den Lebensmitteln viele unterschiedliche sachen zubereiten.
Nicht beschweren, selbst was machen
Svety
Zitat:
Original von mariposita

7.) Americana? hm, das hat zum Glück keiner zu mir gesagt, dafür aber "Gringa". und hier sind wir an einem Punkt, der auch meine Toleranzgrenze sprengt.gringos sind Amerikaner, und nachdem ich das Verhalten amerikanischer Zeitgenossen in Peru miterleben durfte, bin ich doch sehr bemüht, nicht mit einer "Gringa" verwechselt zu werden. Meine Antwort darauf ist gewöhnlich: "Dime Rusa, dime Francesa, dime Inglesa o Italiana o hasta China si te da la gana, pero no me digas Gringa, coño, soy simpatisante de Hugo Chavez... " damit habe ich meistens ein Grinsen und auch einen Preisnachlass bekommen :lol:



Eigentlich hat die Bedeutung dieses Wortes "Gringo/a" im Laufe der Jahre von Amerikanern (daher der Ursprung) auf alle Weiße (oder sehr helle) Ausländer ausgedehnt, selbst Dominikaner, die seit Jahren oder Jahrzehnten im Ausland leben, werden als "Gringo/a dominicano/a" betitelt. Das Wort ist fast so global, dass man damit fast alle "Nicht-Dominikaner" beschreiben kann. Na ja, nur die Haitianer sind halt keine Gringos, erstens weil sie schwarz sind und zweitens weil sie von derselben Insel kommen. Von daher gibt es in dem Wort nichts beleidigendes, das bedeutet nicht, dass man als "Ami" gerufen wird...

Andere Seite dieser Bemerkung ist aber folgende: hier im Forum achten anscheinend alle auf political correctness, wenn man um Gottes Willen sagt, dass man nicht im schwarzen Barrio leben möchte, dann wird man gleich als Rassist betitelt, wenn man Dominikaner kritisiert, dann auch gleich Schreie der Empörung von allen Seiten. Wenn man sich aber als antiamerikanisch outet, dann gibt es plötzlich keine Reaktionen. Was ist jetzt mit euch? Wo ist eure political correctness? Sind denn für euch nicht alle Menschen gleich? Wenn man jetzt für Dominikanerin gehalten wird, ist es cool, und wenn man aber mit Amerikanerin verwechselt wird, dann ist es ein Skandal? Warum lese ich keine empörte Postings, so nach dem Motto: "Aber nicht ALLE Amerikaner sind so, wie du es erlebt hast, nicht alle Amerikaner haben GW Bush gewählt, nicht alle Amerikaner benehmen sich daneben" usw. so wie in dem Thread über Sankies: "Aber nicht alle Animateure sind Sankies!!!!". Wie mariposita schrebt: "Dime Rusa.... "usw. So. Ist jetzt also Russin sein nicht so verwerflich, als eine Amerikanerin zu sein? Interesante Einstellung. Ist es jetzt so eine Art Doppelmoral oder was?
Peter
Hola,

nun, habe ja gerade meinen Aufenthalt dort hinter mir, aber als Americano wurde ich nicht bezeichnet, nicht mal als Gringo. Dafür rief man öfter "Italiano"....was mir eigentlich egal ist. Mir steht ja nicht auf der Stirn geschrieben, aus welchem europäischen Land ich komme, also ist es egal. Kam es zu einem Gespräch, habe ich meine Herkunft korrigiert, sonst ist es doch egal. Naja, und für einen Dominikaner kann ich nun einmal nicht gehalten werden.
Für mich ist es wichtig, dass ich mit den Menschen dort klar komme, der Rest spielt keine Rolle.
Wir haben dort dominikanische, haitianische, schweizer, östereichische und auch deutsche Freunde. Die Abstammung spielt nun wirklich keine Rolle.

Saludos, Peter
mariposita
Hast ja völlig recht. Bin auch ne Rassistin - gegen Amerikaner, Sachsen und Bayern :lol: :lol: Naja, Spaß beiseite, von der Vernunft her ist mir auch klar, dass nicht alle Amerikaner Sch.... bzw. Bush-Anhänger sind.

Aber da ich nunmal wie jeder Mensch eine subjektive Sichtweise habe, die sich auf eigenen Erfahrungen gründet, sträuben sich mir halt die Haare, wenn man mich verwechselt mit den kaugummimampfenden Gestalten, die in jedem Satz zweimal etwas als "fucking" bezeichnen, welche ich in Peru erlebt habe.... brrr nee, wie gruselig.

Wie nennt man eigentlich in den USA einen kultivierten Menschen? Tourist!



P.S. Dass das fies ist, ist mir schon klar (ich tröste mich damit, dass wir Deutschen sicher auch ganz gut unser Fett wegbekommen), aber ich erhebe nicht den Anspruch, immer objektiv und fair zu sein; es ging darum, was uns stört, und mir geht es halt schon etwas auf den Keks, wenn man mich "Gringa" nennt...
Svety
Es hängt schon mit der Bildung zusammen - klar gibt es Amerikaner, deren Wortschatz aus 20 Wörtern besteht und eins davon ist fuck. Es gibt auch solche Deutsche - die sieht man tagsüber in den Talkshows. Es gibt auch solche Dominikaner - die fallen an den Wochenenden in den Hotels auf durch ihr "kultiviertes Verhalten". Alles haben diese Menschen gemeinsam - je weniger Grip - desto grösser Mitteilungsbedürfnis. Deswegen fallen sie als erste auf.
Lenorfrau
Also, ich will auf alle Fälle eine Gringa und keine Russin sein, denn die Russinnen vor Ort, die haben ALLE künstliche Baloons und aufgespritzte Lippen, sind falsche Blondinen und können nicht einmal vernünftig auf Stöckelschuhen am Strand gehen ;-)...ja und ausser russisch sprechen und viel trinken können die auch nichts - dort. Und deren Männer sind eh alle gewalttätig. Steht heute bei uns in der Zeitung. Wenn es viel regnet, passiert nichts, wenn es warm ist, tauchen nach dem Wochenende lauter Edwins, Sergejs und so in den Statistiken auf - steht heute bei uns in der Zeitung...Jaaahaaa, DAS steht da- richtig schwarz auf weiss. Dann doch lieber nen grüner Frosch, der quakt und bei Liegestützen zusammenbricht :-)...
Wenn zu mir einer Russa sagen würde, dem würde ich so lange mit meinem Regenschirm auf den Kopf hauen, bis er freiwillig Gringa zu mir sagt ;-)...
winnie
Zitat:
Original von Lenorfrau
dem würde ich so lange mit meinem Regenschirm auf den Kopf hauen, bis er freiwillig Gringa zu mir sagt ;-)...


@Lenorfrau: Genial!!! hab ich gelacht Applaus
Man muss sich das bitte mal vorstellen!
Liebe Grüsse
Lenorfrau
@winnie immer lachen die hier irgendwie ALLE über mich. ;-(
Hiermit untersage ich sofort kostenloses Lachen. Jeder der lacht, wird zu einer Lachspende auf mein Krötenkonto aufgefordert. Damit kaufe ich eine Palme in Bavaro, unter der ihr dann auch mal mit euren Sankies den Sonnenuntergang im Land ansehen dürft. An die Palme hänge ich dann eine Dose, um dort die Sonnenuntergangsromantikspende einzusammeln, von der ich dann eine Liege für unter die Palme kaufe. An die Liege baue ich eine Dose für eine Liegenspende und von dem Geld kaufe ich dann ein Zelt und an das Zelt baue ich ...*g* Bis ich dann die Villa habe. Die gehört dann aber nur mir und von dort bewache ich dann alle vermieteten Romantikpalmen und -liegen *g*


Wenn man sich die Seiten von dem Bergfrosch ansieht und wie der so haust - ich wette, so ist der zu seinem Haus gekommen ;-)