holaquetal
hallo,
ich wurde aufgefordert einmal eine geschichte aus der dom.rep zu erzählen.
ich versuche mich kurz zu fassen, da ich nicht gerne viel schreibe.
als ich eines tages auf der veranda sass, beobachtete ich die kinder in meinem barrio auf der strasse.
sie spielten mit murmeln.
dabei fiel mir ein mädchen in abgerissnene klamotten und schnotteriger nase (una mocosa) auf, das mitspielen wollte und von den anderen immer weggeschubst wurde. dabei gab sie dann immer gruntzlaute von sich und wurde teilweise agressiv. die anderen kinder zahlten ihr es dann alle gemeinsam mit gleicher münze heim.
als ich dann am nächsten tag zur stadt wollte, sass das mädchen alleine auf dem bürgersteig und ich sprach sie an. sie reagierte allerdings nicht.
eine nachbarin erzählte mir dann beiläufig, dass sei "la muda" (die stumme). die ist einfach nur bekloppt und nicht normal. man müsse abstand halten. einen namen hatte sie offenbar nicht. irgendetwas in ihrem blick sagte mir allerdings etwas anderes. sie konnte zwar nur irgendwie grunzen und es kam kein menschlicher laut aus ihr heraus, der blick war irgendwie sehr neugierig und klar.
da ich als kind immer auf den schwachen herumgehackt habe und mich heute deswegen noch schuldig fühle, beschloss ich der sache auf den grund zu gehen. ich ermittelte die eltern, die in einer holzhütte lebten , dunkelhäutig und viele kinder, kein geld. niemand kümmerte sich um "die bekloppte".
ich fragte um erlaubnis und ging mit ihr zu einem arzt. es stellte sich schliesslich heraus, dass die kleine nicht stumm, sondern taub war, und es gab auf einem ohr noch eine resthörfähigkeit. sie machte grosse augen und kapierte genau als sie das piepsen hörte. sie wusste sofort, was der arzt von ihr wollte.
die resthörfähigkeit liess sich mit einem hörgerät verstärken, welches allerdings ca. 500 euro kostet.
man kann sich vielleicht vorstellen, wie die kleine geschaut hat, als sie das erste mal etwas gehört hat .-). diesen blick werde ich nie vergessen.
es stellte sich heraus, dass sie sehr intelligent ist, und sie lernte sehr schnell sprechen. durch die lange taubstummheit waren ihre anderen sinne sehr geschärft und sie war sehr sensibel. wenn mit einem menschen iregndwas nicht stimmte, dann merkte sie es sofort. irgendwie war sie ihren altersgenossen weit voraus. sie hatte sowas wie einen 6ten sinn entwickelt. ich versammelte alle kinder des viertels um mich und hielt ihnen einen vortrag. die kinder waren sehr betroffen und "la muda" wurde jetzt mit ihrem namen angesprochen und durfte mitspielen. sie übernahm dabei mit der zeit sogar soetwas wie einen führungsrolle.
ich sorgte noch dafür, dass sie auf einer schule für behinderte angemeldet wurde. die eltern kümmerten sich leider trotz aller freude nicht so richtig darum und nahmen ihr sogar das hörgerät beim spielen weg, damit es geschont wird. teilweise wurde es auch als strafe für sie benutzt (hörgeräteentzug). das hat mich z.t. sehr wütend gemacht, aber bei der ignoranz mancher leute kommt man irgendwie nicht weiter.
so, das wars.
die geschichte zeigt, dass nicht alles immer so ist, wie es auf den ersten blick scheint, und dass man manchmal einer sache erst auf den grund gehen muss.
sie zeigt auch, wie behütet wir in unserer welt leben. manchmal scheitert es woanders an ein paar euro für ein hörgerät, um menschen ein würdiges leben zu geben.
ich wurde aufgefordert einmal eine geschichte aus der dom.rep zu erzählen.
ich versuche mich kurz zu fassen, da ich nicht gerne viel schreibe.
als ich eines tages auf der veranda sass, beobachtete ich die kinder in meinem barrio auf der strasse.
sie spielten mit murmeln.
dabei fiel mir ein mädchen in abgerissnene klamotten und schnotteriger nase (una mocosa) auf, das mitspielen wollte und von den anderen immer weggeschubst wurde. dabei gab sie dann immer gruntzlaute von sich und wurde teilweise agressiv. die anderen kinder zahlten ihr es dann alle gemeinsam mit gleicher münze heim.
als ich dann am nächsten tag zur stadt wollte, sass das mädchen alleine auf dem bürgersteig und ich sprach sie an. sie reagierte allerdings nicht.
eine nachbarin erzählte mir dann beiläufig, dass sei "la muda" (die stumme). die ist einfach nur bekloppt und nicht normal. man müsse abstand halten. einen namen hatte sie offenbar nicht. irgendetwas in ihrem blick sagte mir allerdings etwas anderes. sie konnte zwar nur irgendwie grunzen und es kam kein menschlicher laut aus ihr heraus, der blick war irgendwie sehr neugierig und klar.
da ich als kind immer auf den schwachen herumgehackt habe und mich heute deswegen noch schuldig fühle, beschloss ich der sache auf den grund zu gehen. ich ermittelte die eltern, die in einer holzhütte lebten , dunkelhäutig und viele kinder, kein geld. niemand kümmerte sich um "die bekloppte".
ich fragte um erlaubnis und ging mit ihr zu einem arzt. es stellte sich schliesslich heraus, dass die kleine nicht stumm, sondern taub war, und es gab auf einem ohr noch eine resthörfähigkeit. sie machte grosse augen und kapierte genau als sie das piepsen hörte. sie wusste sofort, was der arzt von ihr wollte.
die resthörfähigkeit liess sich mit einem hörgerät verstärken, welches allerdings ca. 500 euro kostet.
man kann sich vielleicht vorstellen, wie die kleine geschaut hat, als sie das erste mal etwas gehört hat .-). diesen blick werde ich nie vergessen.
es stellte sich heraus, dass sie sehr intelligent ist, und sie lernte sehr schnell sprechen. durch die lange taubstummheit waren ihre anderen sinne sehr geschärft und sie war sehr sensibel. wenn mit einem menschen iregndwas nicht stimmte, dann merkte sie es sofort. irgendwie war sie ihren altersgenossen weit voraus. sie hatte sowas wie einen 6ten sinn entwickelt. ich versammelte alle kinder des viertels um mich und hielt ihnen einen vortrag. die kinder waren sehr betroffen und "la muda" wurde jetzt mit ihrem namen angesprochen und durfte mitspielen. sie übernahm dabei mit der zeit sogar soetwas wie einen führungsrolle.
ich sorgte noch dafür, dass sie auf einer schule für behinderte angemeldet wurde. die eltern kümmerten sich leider trotz aller freude nicht so richtig darum und nahmen ihr sogar das hörgerät beim spielen weg, damit es geschont wird. teilweise wurde es auch als strafe für sie benutzt (hörgeräteentzug). das hat mich z.t. sehr wütend gemacht, aber bei der ignoranz mancher leute kommt man irgendwie nicht weiter.
so, das wars.
die geschichte zeigt, dass nicht alles immer so ist, wie es auf den ersten blick scheint, und dass man manchmal einer sache erst auf den grund gehen muss.
sie zeigt auch, wie behütet wir in unserer welt leben. manchmal scheitert es woanders an ein paar euro für ein hörgerät, um menschen ein würdiges leben zu geben.