Haiti (Reiseberichte, Sehenswürdigkeiten, Tipps etc.)

la-loca-1978
Hola a todos,

einige der Mitglieder und Besucher hier waren ja schon in Haiti, daher fände ich es toll, wenn diejenigen hier über ihre Erfahrungen berichten würden.

Was habt ihr erlebt in Haiti? Was gibt es für Sehenswürdigkeiten? Was sollte man beachten? Tipps für gute und günstige Hotels, für schöne Strände, Einreisebestimmungen....

Und wenn ihr noch ein paar Fotos von euren Haitiaufenthalten hättet, wäre das Klasse.
mariposita
Guten Morgen smile

also, zu sehen gibt es in Haiti eine ganze Menge. Das Bekannteste ist wohl die Citadelle Laferriere bei Cap Haitien (eine Festung, die der erste König von Haiti, Henri Christophe, Anfang des 19. Jahrhunderts erbauen ließ, um Haitis Unabhängigkeit vor eventuellen Rückeroberungsversuchen durch Frankreich zu schützen), sowie die Ruinen des Palastes Sanssouci.
Man fährt von Cap Haitien aus ca. eine halbe Stunde zu dem Dorf Milot; dort stehen die Ruinen des Palastes, und von dort aus kann man aufsteigen zur Citadelle, entweder zu Fuß oder mit dem Pferd (dauert ca. 1 Stunde zu Pferd).
Ein anderer Ort, den man unbedingt sehen sollte, ist Jacmel an der Südküste. Die Strecke nach Jacmel ist übrigens außer der Straße zur grenze die einzige gut asphaltierte Straße im Land, so daß es sehr leicht ist, nach Jacmel zu fahren. Es ist eine romantische Kleinstadt, viel ruhiger als Port-au-Prince, mit wunderschönen Stränden, und wenn man zeit hat und die Wege nicht gerade durch Regen unpassierbar ist, sollte man sich die Grotten von Bassin Bleu ansehen (ca. eine Stunde von Jacmel, mit Flußdurchquerung, daher nicht bei jedem Wetter möglich).

Wer dann noch mehr Pioniergeist hat und sich von furchtbaren Straßen nicht schrecken läßt, der kann z.B. nach Artibonite fahren; in Petite-Riviere d´Artibonite steht noch der "Palast der 365 Türen" (ebenfalls erbaut von Henri Christophe) und die kleine Festung Crête-a-Pierrot; oder nach Jeremie, eine wunderschöne, weit abgelegene Kleinstadt im Südwesten Haitis, umgeben von vielen Dörfern, in denen die Leute vom Kaffee-, Kakao- und Obstanbau leben und die für haitianische Verhältnisse sehr wohlhabend sind (dort hungert keiner). Der Südwesten hat noch eine intakte Vegetation, inkl. Urwald, im Gegensatz zum Norden (der ja schwer unter den Folgen der Abholzung leidet).
Auch die Ile de la Tortue ("Schildkröteninsel") nördlich von Port-de-Paix, ehemaliges Rückzugsgebiet der Piraten, ist einen Besuch wert.

Das sind die Orte, die ich persönlich besucht habe; Fotos würde ich gerne hier reinstellen aber sie sind zu groß....

Weiterhin gibt es noch die Wasserfälle von Saut D´Eau, oder die Grotten von Bassin Zim (bei Hinche), die Höhlen von Dondon (südlich von Milot), die ich gerne ein anderes Mal noch sehen würde (hat bisher nicht geklappt).

Die Hauptstadt, Port-au-Prince, kann sicherlich ein Kulturschock sein für jemanden, der bisher nur touristisch entwickelte Länder besucht hat. Doch man kann auch hier sich bewegen, wenn man sich an gewisse Dinge "gewöhnt" bzw. anpasst. Regel Nr. 1: Elendsviertel sind unbedingt zu meiden. dort hat ein Besucher gar nichts zu suchen und schon gar nicht zu fotografieren. Regel Nr. 2: freundlich sein, und sich nicht darüber ärgern, wenn es keinen Strom gibt, die Straßen kaputt sind und dementsprechend die Wege länger dauern, die Tap-Taps voll sind und man stehen muß, wenn man in den Dreck getreten ist weil die Straßen nunmal dreckig sind, o.ä. Immer daran denken: ein Besucher kann das alles als Abenteuer ansehen und sollte es mit Humor sehen - viel schwerer ist es für die Haitianer, die jeden Tag damit leben müssen, und die mit den schönen bunten "Tap-Taps" (haitianischen guaguas) nicht nur spazieren, sondern zur Arbeit fahren....

Leider hat Haiti ca. 20 Jahre mehr oder weniger anarchische Zustände hinter sich. Das heißt, daß die gesamte Infrastruktur am Boden ist: Strom, Straßen, Wasser, Müllabfuhr..... eine funktionierende Müllabfuhr gibt es nur in den wenigsten Gegenden. Die Anwohner müssen sich um alles selber kümmern, es gibt keinen Staat, der sowas übernimmt. Beispiel Autounfall: ein kaputtes Auto wird zunächst ausgeschlachtet, dann das Wrack so an den Rand geschafft, daß es nicht mehr im Weg steht. Der nächste Regen spült das Wrack ein paar Straßen tiefer, wo es weiter vor sich hinrottet.... teilweise sind diese Autowracks von Pflanzen überwuchert, ich habe ein Foto von einem, für unsere Augen sieht es aus wie in Kunstobjekt, aber damals habe ich lange gewartet, um dieses Foto unbemerkt zu machen, da es mir peinlich war, was die Anwohner denken würden: "Typisch Weiße, fotografieren jeden Schrott..."

Gewöhnungsbedürftig ist es auch, daß man allerorts bestaunt wird wie ein exotisches Tier. Die Zeiten, in denen Weiße Urlaub in Haiti machten, sind lange her, und falls sich einer verirrt, zieht er natürlich neugierige Blicke auf sich. In Port-au-Prince geht es noch, aber sobald man die Stadt verläßt, schreien einem zumindest die Kinder "Blanc, Blanc" hinterher. Mir hat in Artibonite mal ein kleines Mädchen zugerufen: "Hey, Blanc, Du hast mich nicht begrüßt!" Nachdem ich ihr brav "Bonjour" sagte, strahlte die Kleine über´s ganze Gesicht....

Zu Hotels kann ich nicht viel sagen, da ich in Port-au-Prince und in Jeremie bei Familie gewohnt habe. sie sollen leider sehr teuer sein...

Die schönsten "erreichbaren" Strände sind Labadie bei Cap Haitien (Labadie selbst ist in der Hand der Amerikaner, die diesen Strand "gekauft" haben für ihre Kreuzfahrttouristen, aber 2 km weiter liegt Belli Beach, genausoschön und für die Öffentlichkeit zugänglich); und die Strände bei Jacmel und an der Côte des Arcadins (nördlich von Port-au-Prince).

Einreisebestimmungen sind ganz normal, d.h. man braucht einen Paß, der noch 6 Mon. gültig sein sollte. Visum braucht man als Deutscher keines (aber Dominikaner brauchen eines, das ist die Rache der Haitianer, die für die R.D. eines brauchen). Die haitianischen Grenzpolizisten sind sehr harmlos (die dominikanischen dagegen aber sehr penetrant). Über die Zustände am Flughafen weiß ich nichts, da ich bisher nur über den Landweg ein- und ausgereist bin. Der Weg über die Dom.Rep. ist schon deshalb der empfehlenswerteste, weil die Flüge dorthin viel billiger sind.

Sobald ich eine Möglichkeit gefunden habe, meine Fotos kleiner zu machen, werde ich hier einige ins Forum stellen.
Bis dahin liebe Grüße
Galileo
Ich habe von Sosua aus eine Tagesfahrt mit einer Gruppe nach Tilory gemacht. Zur Zeit ist das die einzige Haiti Tour, die von einem Reisebüro in Sosua angeboten wird. Die Fahrt führt ins zentrale Bergland und dann gerade mal 2 km nach Haiti. Den Grenzturm kann man von Tilory aus sehen. Aber es reicht dennoch aus, um den Unterschied zu sehen. Bilder dazu gibt's in meinem Album.
Peter
Hola Mariposita,

ichhabe CD´s aus Haiti, also Musik..bei Interese, melde Dich bei mir...

Gruß Peter